Und täglich grüßt der Supergau…
TRIER/KANADA/NIGER/INDIEN. (http:www.infotrier.de) Am 24. Januar 1978 stürzte der sowjetische Satellit Kosmos 954 im Norden Kanadas ab. Seine tödliche Fracht: Ein kleiner Atomreaktor als Energiequelle. Beim Absturz verteilte sich radioaktives Material über ein Gebiet von 124.000 Quadratkilometer zwischen dem Great Slave Lake und dem Baker Lake (Northwest Territories).Noch am 22. Januar des selben Jahres verharmloste die russische Seite das bevorstehende Ereignis: Die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung sei unbedeutend, da der Kosmos-Reaktor seit dem 6. November 1977 abgeschaltet sei und sich beim Eintritt in dichtere Luftschichten selbst zerstöre. Das wiederum sei vor dem 24. Januar nicht zu erwarten. Das voraussichtliche Absturzgebiet werde die Sowjet-Union den betreffenden Ländern früh genug mitteilen, hies es aus Moskau.
Kosmos 954
Der zu Meeresbeobachtungen konstruierte Satellit Kosmos 954 gehörte zur Klasse der RORSAT-Satelliten, seine Aufgabe war die Beobachtung militärischer wie kommerzieller Schiffe mittels eines aktiven Radars.
Der am stärksten radioaktiv kontaminierte Reaktorkern des Satellits sollte nach dessen Lebensdauer von ihm getrennt und in eine höhere, sichere Umlaufbahn beschleunigt werden. Doch der Mechanismus versagte wegen eines technischen Störfalls, so dass der komplette Satellit in die Erdatmosphäre eintrat.
Operation Morning Light
Das Ergebnis der us/kanadischen Bergungsaktion “Operation Morning Light” waren zwölf größere Wrackteile, deren Aktivität vermutlich etwa ein hundertstel der Gesamtaktivität des Satelliten betrug. Die Kosten der groß angelegten Suche und eventuelle weitere Einsätze stellte Kanada der Sowjetunion mit 6.041.174,70 Kanadischen Dollar in Rechnung – davon bezahlte die UdSSR drei Millionen Kanadische Dollar.
Weiteres Thema:
Vertreibungen durch Uranabbau – Die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Zehntausenden
Die größten Uranvorkommen (rund 70%) liegen auf dem Gebiet indigener Völker. Der in Deutschland verbotene Uranabbau zerstört dort Dörfer, Weide- und Ackerflächen und vergiftet das Wasser der einheimischen Bevölkerung.
Beispiel Niger: Allein im Jahr 2008 erteilte die Regierung 122 Konzessionen zum Abbau von Uranerz an ausländische Investoren für ein riesiges Gebiet im Norden des Landes – der Heimat der Tuarg. Wie in vielen Uranabbaugebieten droht auch ihnen Enteignung und Verteibung.
Beispiel Indien: Am 26. Januar 1996 in Chatijkocha im Bundesstaat Bihar walzten, assistiert von Polizeieinheiten, die Bulldozer des Bergbauunternehmen dort ohne Vorwarnung Hütten, Scheunen und Äcker platt, um weiteren Platz für die dortige Uranmine zu schaffen. Augenzeuge Willi Germund (Berliner Zeitung) berichtet aus dem nahegelegenden Jaduguda: “Der Alltag der rund 30 000 Menschen, die im Umkreis von 15 Kilometern um Jaduguda leben, ist von der Angst vor dem Gift geprägt. Die Zahl der missgebildeten Kinder übersteigt die anderer Regionen deutlich. Fehlgeburten und mysteriöse Krankheiten sind so häufig wie sonst nirgends.
Seit Jahren verlangen die Anwohner Aufklärung über die radioaktive Belastung und werden von den Behörden abgespeist. Das Staubecken in Jaduguda dient auch als Müllhalde für den Abfall der Urananreicherungsanlage der Stadt Hyderabad. Aber das Becken steht nicht einmal unter Wasser, wie es die Sicherheitsregeln vorschreiben. Stattdessen wächst hüfthoch vergilbtes Gras auf den radioaktiv durchsetzten Schlammresten.”
Quelle:
Greenpeace
Spiegel
EWS-Schönau
Wikipedia
Berliner Zeitung
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