Gewinnspielwahnsinn als Kunstprojekt

Erik Weiser und Moritz Frei aus Leipzig geben der Kunst einen neuen Markt. Sie packen das Alltags-Gewinnspiel in ein Kunstprojekt. Ihr Ziel ist es, ein Jahr lang an möglichst vielen (kostenlosen) Gewinnspielen teilzunehmen und aus den Gewinnen Kunst zu machen. Auf ihrer Website kunstgewinnspiel.de kann jeder die komplette Dokumentation der

gfhgf.jpgErik Weiser und Moritz Frei aus Leipzig geben der Kunst einen neuen Markt. Sie packen das Alltags-Gewinnspiel in ein Kunstprojekt. Ihr Ziel ist es, ein Jahr lang an möglichst vielen (kostenlosen) Gewinnspielen teilzunehmen und aus den Gewinnen Kunst zu machen. Auf ihrer Website kunstgewinnspiel.de kann jeder die komplette Dokumentation der Teilnahmen in Wort und Bild nachvollziehen, selbst Gewinnspiele melden, Kunst gewinnen oder als Förderer auftreten.

Ein anderes Publikum auf Kunst aufmerksam machen

Von einer “extrem mannigfaltigen Kultur von Gewinnspielen” spricht Erik Weiser fast bewundernd, und: “Mit viel Glück gewinnt man mal eine Handtasche, Lippenstifte oder einen Toaster”. An über 300 haben beide Künstler zusammen bereits teilgenommen, auch die ersten Gewinne sind bereits eingetroffen, sie reichen vom Kinderbuggy bis zum Frühstücksset. Meist sind es Alltagsgegenstände. Hinter dem Projekt stecke die Idee, “sich dem Zufall der Verlosung zu stellen”, so Weiser. Die eventuellen Gewinne sollen dann in einem Prozess der Veränderung – etwa durch Verformung, gegenseitige Verbindung oder totale Sinnabwandlung – zur Kunst erhoben werden. Am Ende steht das Ziel einer Ausstellung, die alle Objekte in einem nicht virtuellen, sondern ganz realen Raum vereinen wird.

Natürlich geht es den Künstlern auch um Publicity. Kerngedanke sei,  “ein anderes Publikum auf Kunst aufmerksam zu machen und Interessierte in das Projekt mit einzubinden”. Ab dem 1. Februar etwa wird einen Monat lang täglich ein Kreuzworträtsel per Mail an Newsletter-Abonnenten der Website und auf Facebook verschickt. Wer die Lösung weiss und mitteilt, nimmt an einer Sonderverlosung teil.
Es winken Werke der Künstler, beides Preisträger. Erik Weiser hat als Sieger eines Internet-Votings bereits in einer der weltweit renommiertesten Galerien bei Saatchi in London ausgestellt. Moritz Frei ist Gewinner des Studienpreises der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig. Derzeit werden ein Holzschnitt und ein Foto verlost, zu sehen unter kunstgewinnspiel.de/gewinnen. Alle, die das Projekt fördern, nehmen automatisch an diesen Verlosungen teil. Nach je 100 überweisungen kommen zwei neue Bilder zur Auslosung hinzu.

Auch um den Umgang mit persönlichen Daten geht es

Ein weiterer Aspekt ist, dass die Künstler mit der freiwilligen Herausgabe ihrer persönlichen Daten spielen. Für das Projekt haben beide Künstler extra neue Telefonnummern beantragt. Erik Weiser stellte schnell fest, dass ein “regelrechter Handel mit seinen Daten” stattfindet, was nach Beendigung der Aktion wahrscheinlich dazu führen werde, dass er aus seiner Wohnung wird ausziehen müssen. Schon jetzt werde er mit Post überflutet.

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  1. Wie einleuchtend dümmlich verpackte Industrieausspähung der Verbraucher. Sind doch blos naive gekaufte Künstler. Super billiger Werbegag, um uns zu verblöden.
    Billiger Preisramsch für Herausgabe der Dazen. Die Adressen dienen der Konsumkontrolle. Leute nicht daran teilnehmen bitte.