Ins Netz gegangen – eine “Lohengrin-Organisation” gefangen: so auch heute. Beim Stöbern nach sozialen Projekten für Kinder und Jugendliche googelt mir eine aus Bremen entgegen. Unter “Kontakte” steht die Telefonnummer. Hörer geschnappt, Anschluss gefunden. Eine weibliche Stimme sagt: “Schön, dass Sie sich als Redakteur für uns interessieren.” Ich bitte um Rückruf des Projektleiters.
Der leuchtet mir eine halbe Stunde später auf dem Display entgegen. Doch das ahne ich nicht. “Verborgen” steht dort. Ich rechne mit einem Anruf irgendeiner Gewinnzentrale, die mir versichert, dass ich… Statt dessen: Eine männliche Stimme fragt: “Was gibt es?” Ich will wissen: “Mit wem spreche ich?” Nun nennt er seinen Namen. Dass ich über das Bremer Projekt berichten möchte, scheint Udo C. nicht sonderlich zu interessieren. Er sei zwar der Projektleiter, aber ansonsten in der Mittagspause. Eine Email-Adresse könne er mir auch nicht nennen. Sein Vorschlag: “Informieren Sie sich im Internet.” Udo C. klingt gehetzt. Sagt, dass er wieder auflegen müsse. Macht er wenige Sekunden später.
Kommunikatives Entwicklungland
Von Presse-Arbeit hält Udo C. wohl nichts. Wie andere “Lohengrin-Organisationen” auch. Kommunikativ scheint Deutschland zu den Entwicklungsländern zu gehören. Dafür spricht: Ein Drittel aller Anfragen per Email wird nie beantwortet. Sucht man Hilfe am Telefon, muss man erst einmal in einer Warteschleife blechen, bis man an den Falschen gerät.
Bei 1 und 1 soll das anders sein. Da gibt es laut Werbung neuerdings einen Kundenberater, der sich mit seinem Team um Probleme kümmert, bis sie behoben sind. Morgen erzählen die mir ein anderes Märchen. Denn: Ich habe ein Problem mit dem Homepage-Baukasten. Die 1 und 1-Antwort: Solche Probleme gebe es zuhauf. Ich soll mir also nichts draus machen? Oder den Anbieter wechseln?
Auch solche Fragen werden “Lohengrin-Organisationen” nicht beantworten…Und sich so selbst schaden.
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