“Wie lange noch” – Gedanken zum Image der Linken

Gruppe Die Linke: Am 13. Februar braucht Dresden Mut, hat ein Blogger gestern die Kanzlerin aufgefordert, sich gemeinsam mit vielen Bürgern der Stadt gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch zu stellen. Die dazugehörige Seite www.dresden-nazifrei.de gibt es indessen nicht mehr. Grund genug für die StudiVZler sich mit der Sperrung dieser als auch

Gruppe Die Linke: Am 13. Februar braucht Dresden Mut, hat ein Blogger gestern die Kanzlerin aufgefordert, sich gemeinsam mit vielen Bürgern der Stadt gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch zu stellen. Die dazugehörige Seite www.dresden-nazifrei.de gibt es indessen nicht mehr. Grund genug für die StudiVZler sich mit der Sperrung dieser als auch mit dem Image der Linken auseinanderzusetzen.

“Wie lange noch”, beginnt der Thread-Eröffner verärgert, “wollen wir es uns gefallen lassen das uns die Bundesregierung uns in unserer Freiheit beschneidet.” Bei seinem Versuch dresden-nazifrei.de zu besuchen war er am vergangenen Samstag gescheitert. Stattdessen konnte er Folgendes lesen:

“Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

da die Staatsanwaltschaft Dresden der Ansicht ist, dass das Aufrufen zu zivilem Ungehorsam und Blockaden gegen einen Naziaufmarsch ein öffentlicher Aufruf zu Straftaten sei wurde der Provider aufgefordert, diese Seite still zu legen. Diese Aufforderung reiht sich ein in eine Reihe von Repressionsmaßnahmen gegen das Bündnis ‘Nazifrei! Dresden stellt sich quer’ der vergangenen Tage. Dass die Mobilisierung mittlerweile zum Selbstläufer geworden ist, zeigen zahlreiche Solidarisierungsaktionen.  Informiert Euch über Presse und alternative Berichterstattung über den neuesten Stand der Mobilisierung!

Herzlichst,
Dresden Nazifrei!”

Der junge Mann ist außer sich. “In den Medien wird immer mehr vom ‘linken Etremismus’ geredet”, beginnt er nun. Es sei klar, dass die Kapitalisten und Faschisten Angst vor einer starken linken Bewegung hätten und mit diffarmierender Propaganda versuchen deren Reputation zu zerstören. “Aber”, so betont er, “wir müssen ‘jetzt’ dieser Propaganda entgegentreten. Wir müssen auf die Straße und mit den Menschen reden. Müssen Ihnen begreiflich machen wie sie von der Regierung und den Lobbyisten beherrscht und manipuliert werden. Dürfen uns von der Exikutive nicht aufhalten lassen. Sie können vielleicht einen von uns einsperren, aber niemals alle. Deswegen ist ein Zusammenhalt und eine koordinierte Vorgehensweise so wichtig. Ich möchte wirklich nichts dramatisieren. Aber wer noch immer nicht bemerkt hat das wir Sklaven sind, und zwar im wörtlichen Sinn, der ist naiv.”

“Abgrenzungen gegen Gewalttäter sind doch auch gar nicht von allen Linken gewünscht.”

Hierin sieht eine Nutzerin jedoch gerade das Problem. Sie schreibt: “Vor allem müssen wir endlich die Steinewerfer, Brandstifter und Chaoten los werden. Die gewalttätigen Aktionen müssen aufhören.  Dann klappt es vielleicht auch mit einem besseren Bild in den Medien.” Doch würde das in den Medienköpfen etwas verändern? Der Thread-Eröffner bezweifelt das. Auch er stellt sich entschieden gegen autonome Gewalt, glaubt allerdings, dass die Diffamierung der linken Bewegung viel weiter gehe. Aufklärung tut seiner Meinung nach Not. Zum Bild in den Medien hat auch ein Dritter in der Runde seine ganz eigenen Befürchtungen und sagt: “Halte ich leider für utopisch. Abgrenzungen gegen Gewalttäter sind doch auch gar nicht von allen Linken gewünscht. Ich mutmaße mal, dass es auch in Dresden wieder knallen wird und zwar nicht zu knapp. Es sind doch immer wieder die gleichen Reflexe, auf einer Seite wird von Bullengewalt gesprochen, um Gegengewalt zu legitimieren. Auf der anderen Seite wird das dann wieder als linkes Gewaltpotential gebrandmarkt. Da kommen wir so schnell nicht raus, wenn autonome Gruppen immer noch denken, dass es was bringt mit Gewalt vorzugehen. Das dadurch genau das Gegenteil erreicht wird, nämlich auch für uns alle anderen, ist denen denke ich ziemlich egal. Leider.”

Voreingenommene Medien sorgen für ein negatives Bild

Ein weiteres Problem sieht folgender Diskutant, der analysiert: “Linke Aktionen werden in der reaktionären bürgerlichen Presse niemals ein gutes Echo erhalten völlig unabhängig von der gewählten Aktionsform. Sollen wir uns also wirklich verbiegen und auf den Kopf stellen nur um evtl. ein gutes Bild in der bürgerlichen Presse zu erreichen? Die Presse lügt doch eh… das wird auch immer mehr Menschen bewusst.” Dem schließt sich nun auch der nächste VZ-Nutzer an. Auch unter Autonomen seien die so genannten Steinewerfer eine kleine Minderheit. Doch gerade die würden von den Medien zumeist hochgespielt. Er selbst hält es für Unrecht, hier alle in einen Topf zu werfen. Das sei der Sache nicht dienlich. Andere meinen, dass hier wohl ganz andere Dinge im Vordergrund stünden und es ist zu lesen: “Was steht hinter dieser Intention? Es riecht nach Profit. Profit ist immanente Krankheitssymptome des inhumane Systems des Kapitals.” Hierzu wird ergänzt: “Die nüchterne Erkenntnis: Selbst wenn der Widerstand friedlich bleibt, sorgt der Staatsschutz für Ausschreitungen. Und die Medien werden die Ursache so verdrehen, dass die Opfer zu Tätern werden. So wie es eben die Nazis mit der Geschichte machen, macht es die herrschende Klasse mit der Gegenwart”

Mittlerweile hat auch die gesperrte Internetseite ihren Weg zurück ins Netz gefunden. Unter www.nazifrei-dresden.com würden nun “verblüffend ähnliche” Inhalte zu finden sein.

Kommentare

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  1. Hier schon wierder diese widerliche Idiotie daß ein Faschist dem anderen Faschisten ” Faschismus ” vorwirft. Weimar läßt grüßen.