36. Internationales Filmwochenende in Würzburg startet

Heute startet das 36. Internationale Filmwochenende in Würzburg. Doch im Vergleich zum letzten Jahr hat sich einiges geändert. Nachdem das Corso als letztes klassisches Kino Würzburgs Ende Dezember seine Pforten schließen musste, gibt es in diesem Jahr nur noch zwei Spielorte. Neben dem Hauptspielort Cinemaxx finden einige Sonderveranstaltungen und Filmaufführungen

filmplakat2010.jpgHeute startet das 36. Internationale Filmwochenende in Würzburg. Doch im Vergleich zum letzten Jahr hat sich einiges geändert. Nachdem das Corso als letztes klassisches Kino Würzburgs Ende Dezember seine Pforten schließen musste, gibt es in diesem Jahr nur noch zwei Spielorte. Neben dem Hauptspielort Cinemaxx finden einige Sonderveranstaltungen und Filmaufführungen im direkt benachbarten Bockshorn statt. Eine weitere Neuerung ist die verlängerte Dauer des Filmfestivals. So erwarten die mehreren tausend Besucher dieses Jahr erstmals ganze fünf Tage Filmspaß. Bis zum Sonntag stehen 42 Spielfilme, acht Dokumentarfilme und zwei Kurzfilmblöcke mit Produktionen aus 19 Ländern auf vier Kontinenten auf dem Programm.

Die Schwerpunkte setzen in diesem Jahr ein Porträt des deutschen Filmemachers Rudolf Thome sowie Produktionen aus den USA und Südamerika.

Der deutsche Regisseur Rudolf Thome (70) ist einer der profiliertesten deutschen Filmschaffenden und Stammgast beim Internationalen Filmwochenende. In Würzburg präsentiert er eine Auswahl seiner Filme, die alle rund 40 Jahre seines Schaffens umfasst. Seine Werke sind meist Liebes- und Beziehungsfilme, die fast beiläufig die jeweils aktuelle politische und gesellschaftliche Situation durchscheinen lassen. In Würzburg zeigt er unter anderem seinen ersten Film “Detektive” mit dem damaligen Jungstars Iris Berben und der Kommunarden-Ikone Uschi Obermeider in den Hauptrollen, sowie seine neueste Produktion “Pink”.

Mehr als in den letzten Jahren steht 2010 das amerikanische Kino im Mittelpunkt des Internationalen Filmwochenendes. Doch damit ist nicht kommerzielle Dutzendware aus den Fabrikhallen von Hollywood gemeint, sondern Werke künstlerisch unabhängiger Filmemacher, die es selbstverständlich auch in den Vereinigten Staaten gibt – und zwar ebenso innerhalb wie außerhalb der Filmindustrie von Hollywood. Während den Veranstaltungstagen zeigen das die Werke “Synecdoche, New York” (das Regiedebüt des bekannten Drehbuchautors Charlie Kaufman), das Roadmovie “Etienne!”, “White Lightning”, die Biografie eines Südstaaten-Originals, sowie die Blaxploitation-Satire “Black Dynamite”. Ein weiterer Schwerpunkt sind Produktionen aus Südamerika.

Das Filmpublikum kann sich wieder einmal auf Filme freuen, die es sonst nicht auf die großen Leinwände deutscher Kinos schaffen. Darunter sind beispielsweise die kolumbianische Produktion “La Milagrosa”, die das in Kolumbien auf so furchtbare Weise präsente Thema Entführung behandelt. Aus Peru stammt der Film “La teta asustada”, in dem eine Frau ihre Erfahrungen aus dem Bürgerkrieg in Form von Liedern an ihre Tochter weitergibt. Neben den zwei Schwerpunkten erwarten die Besucher außerdem wie gewohnt zahlreiche Produktionen aus klassischen Filmländern wie Italien, Frankreich und natürlich Deutschland. Insgesamt weist der Programmspiegel 105 Spieltermine aus, so dass jeder Besucher auf seine Kosten kommt und jeder die Möglichkeit hat, sich seine Lieblingsfilme anzusehen. Da außerdem alle Filme im Cinemaxx bzw. im benachbarten Bockshorn laufen, entfallen auch lange Fußmärsche zwischen den Kinos.

Ein ganz besonderes Event präsentierte die Filminitiative Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Jugendkulturhaus Cairo und PH-Event bereits gestern, einen Tag vor Start des Filmprogramms: Die österreichische Indie-Rock-Band Naked Lunch vertonte am gestrigen Dienstag abend live in der Posthalle den Film “Universalove”. Damit ist es den Organisatoren gelungen, Band und Film zur einzigen Live-Performance in Süddeutschland im Rahmen dieser Tour nach Würzburg zu holen. Sonst führen Naked Lunch ihr Filmkonzert nur in Hamburg, Berlin, Leipzig oder großen Events wie der Berlinale auf.

Die Karten für das Filmwochenende sind im Vorverkauf als Mehrfachkarten (5er: 25 Euro, 10er: 40 Euro) an vielen Vorverkaufsstellen zu erwerben. Die Einzelkarten zum Preis von 6 Euro können erst ab Mittwoch vor Ort gekauft werden.

Weitere Informationen jederzeit unter http://www.filmwochenende.de/index.php

ximmel.de berichtet ab heute abend direkt vom Festival und gibt täglich die aktuellen Filmtipps bekannt.

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