Im Januar 2010 wurde bekannt, dass sich der Weltklimarat der UN (IPCC) im Bezug auf das Abschmelzen der Himalaya-Gletscher geirrt hat. Die Prognose zum Abschmelzen der Himalaya-Gletscher basiert auf einem Zahlendreher. Man hatte offensichtlich die Jahreszahl 2350 mit der Jahreszahl 2035 verwechselt und ungeprüft Daten im IPCC-Bericht von 2007 übernommen. Der Klimaberater der Kanzlerin Prof. H. J. Schellnhuber hat offensichtlich auch falsch gerechnet und der Öffentlichkeit “wissentlich” falsche Zahlen präsentiert. (Siehe Berichterstattung). Am 30.10.2009 verkündete er in der ZDF-Sendung “Die lange Nacht des Klimas”, dass die Himalaya-Gletscher in 30 bis 40 Jahren zum größten Teil verschwunden sein könnten. Damit ist allerdings vor 2350 nicht zu rechnen.
Gegen den Trend der globalen Erwärmung wachsen weltweit einige Gletscher
Es klingt zunächst paradox, aber global sind nicht alle Gletscher auf dem Rückzug, sondern einige auch am Vorstoßen.
Schon immer zog sich durch die Klimageschichte von Warm- und Kaltzeiten eine ausgeprägte Gletscherdynamik. Die Dynamik der Gletscher ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie z.B. Temperatur, Höhenlage/ Hanglage, Luftfeuchtigkeit/ Niederschläge, Pressdruck, etc.. Ein höchst komplexes System. Selbst lokal sind deutliche Unterschiede zu verzeichnen.
Aus diesem Grund sind Gletscher als globale Klimaindikatoren, speziell für den Nachweis einer vom Menschen gemachten Klimaerwärmung eher ungeeignet. Das zeigen auch die folgenden Beispiele von wachsenden Gletschern auf.
So wachsen in Neuseeland z.B. der Fox- und Franz-Josef-Gletscher, seit Jahrzehnten. Verantwortlich dafür sind vor allem die Niederschläge. Auch der Perito Moreno Gletscher in Patagonien profitiert von den Niederschlägen und ist am wachsen. Selbes gilt für einige Gletscher in Skandinavien und Norwegen. Selbst der Mont-Blanc-Gletscher in den Alpen ist am wachsen. Zuletzt wurde für die Tauerngletscher in den Alpen eine Jahresbilanz 2009 erstellt, die sehr wahrscheinlich positiv ausfallen wird. Verantwortlich dafür werden das kalte Frühjahr 2009 und die reichlichen Niederschläge gemacht.
Auch einige Gletscher in Alaska, Kanada, in Nordkalifornien, im Himalaya und in Pakistan wachsen aufgrund steigender Niederschläge. Das alles hätte Herr Schellnhuber wissen müssen, zumal es Peer-Review-Veröffentlichungen in der Fachliteratur dazu gibt.
Selbst das Abschmelzen zwei der größten Gletscher Grönlands hat sich verlangsamt. Am Kangerdlugssuaq-Gletscher kam 2006 das Abschmelzen zu einem Stillstand. Die Ausdünnung ging gegen Null. Ausdickungen an der Gletscherbasis wurden festgestellt. Eine wichtige Erkenntnis um Rückschlüsse über den zukünftigen Meeresspiegelanstieg zu gewinnen. Herr Schellnhuber geht hingegen von einem drastischen Meeresspiegelanstieg, aufgrund eines beschleunigten Abschmelzens der Grönlandgletscher, aus.
Wohlwissend, dass sich das Abschmelzen der Gletscher in Grönland und in der Westantarktis schwer kalkulieren lässt, verzichtet das IPCC, im Gegensatz zu Herrn Schellnhuber, auf eigene Prognosen
Die Meeresspiegel steigen – nur wie schnell? 18 bis 59 Zentimeter bis zum Ende des Jahrhunderts, schätzte der Weltklimarat IPCC im Jahr 2007. Im Jahr 2001 waren es noch neun bis 88 Zentimeter. Der Knackpunkt: In den Klimamodellen zum Meeresspiegelanstieg wird nicht die Eisdynamik der polaren Gebiete berücksichtigt, zu unvorhersehbar erscheint diese dem IPCC. “Wir müssen uns auf einen Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter noch in diesem Jahrhundert einstellen”, verkündet Prof. Schellnhuber, aufgrund neuerer Erkenntnisse. Dabei verweist er auf eine deutlich beschleunigte Schmelze von Grönlandeis und Gletschereis. Dieses geht zumindest aus den von ihm zitierten Klimamodellen hervor. Andere Modelle widersprechen diesen Prognosen und verkünden genau das Gegenteil, nämlich eine Stabilisierung der Glönland-Getscher, z.B. des Helheim-Gletschers. Die Realität zeigt: der Kangerdlugssuaq-Gletscher in Grönland hält sich seit 2006 nicht an die Modellrechnungen “von” Herrn Schellnhuber. Der Anstieg des Meeresspiegels könnte sich mit einer Stabilisierung der Grönland-Gletscher sogar verlangsamen und verringern. Auf einen beschleunigten Meeresspiegelanstieg deutet bisher jedenfalls nichts hin. In Dubai werden den Prognosen von Herrn Schellnhuber zum Trotz gar Palmeninseln ins Meer gebaut und viele Prominente besitzen Immobilien auf diesen Inseln. Den Prognosen von Herrn Schellnhuber wird dort also wenig Glauben geschenkt.
Die Klimageschichte der Alpengletscher
Die Alpengletscher wachsen und weichen und das schon seit Jahrtausenden. Aus Gletscherfunden in den Alpen lässt sich auf das lokale Alpen-Klima schließen. Von besonderer Bedeutung für die Klimarekonstruktion sind unter anderem Funde von Hölzern und Torfstücken aus Gletschervorfeldern der Alpen. Die Datierung dieser Funde zeigt, dass während der letzten 10.000 Jahre die Gletscher über mehr als die Hälfte dieser Zeit deutlicher kleiner waren als heute (Hormes et al., 2001; Schlüchter & Jörin, 2004). Dieser Befund scheint gerade im Zusammenhang mit der Entwicklung der heutigen Gletscher eine wichtige Erkenntnis zu sein.
Noch vor 5.000 bis 8.000 Jahren lag die Waldgrenze in den Alpen rund 200 bis 300 Meter über dem jetzigen Niveau. Die Gletscher hatten sich gar stärker zurückgezogen als heute, und die nördliche Sahara war grün. Dann setzte eine langsame Abkühlung ein, wie eine publizierte übersichtsstudie von Berner Klimatologen zeigt.
Durch das Mittel- und Jung-(Spät)-Holozän – die letzten Warmzeit – zieht sich eine ausgeprägte Gletscherdynamik mit Phasen des Wachstums und des Rückgangs. Warmzeiten, in denen Pflanzen gewachsen sind, wo bis heute Gletscher sind, finden sich z.B. in den Alpen vor ca. 1.200 Jahren (Mittelalterliches Optimum), vor ca. 2.000 Jahren (Optimum der Römerzeit) und vor ca. 4.000-5.000 und 7.000 Jahren (2. und 1. Optimum des Holozän). (Holzhauser et al. 2005).
Die Katastrophenszenarien der “Klima-Apokalyptiker” halten einer wissenschaftlichen überprüfung nicht stand: Zum einen wird immer wieder behauptet, dass die Temperatur auf den höchsten Stand seit langem gestiegen ist. Und zum anderen ist immer wieder zu hören, dass die momentane Erwärmung schneller vor sich geht denn jemals zuvor. Beides ist falsch, wie die Alpengletscher zeigen.
Wissenschaftler haben anhand von Gletscher- und Waldgrenzenschwankungen, durch Jahresring-Analyse von Holzresten und mit Hilfe von Pollenanalysen, die Klimageschichte der Alpen der letzten 10.000, bzw. 16.000 Jahre rekonstruiert. Es zeigte sich: Temperaturschwankungen um 1,5 bis zwei Grad innerhalb einiger Jahrzehnte waren in den letzten Jahrtausenden völlig normal.

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Nicolussi & Patzelt 2006

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Nach Bortenschlager aus Kral 1979
Die Legende von Ötzi als Beleg für das heutige, warme Klima
Von “Klima-Apokalyptikern” wird gerne der Ötzi-Fund als Beleg für das einzigartig, warme heutige Klima herangezogen. Dieser Vergleich hinkt allerdings:
Ötzi hat vor etwa 5.300 Jahren gelebt, im 2. Klimaoptimum des Holozän. Diese Warmzeit ist auf der Nordhalbkugel (Alpen) und der Südhalbkugel (Anden) durch Pflanzenfunde unter den Gletschern gut belegt. Zu dieser Zeit war die Sahara noch eine Savanne in der Ackerbau betrieben wurde. Die Wüstenbildung setzte am Ende des Klimaoptimums ein und ist bis heute fortschreitend. In der heutigen Warmzeit könnte die Sahara nach den Aussagen der Klimawissenschaftler aber wieder feuchter und grün werden, wie zu Zeiten des Holozän-Optimums.
Im März 1991 hatten Stürme feinsten ockerfarbenen Sand aus der Sahara bis in die Alpen geweht, welcher sich im Mai auf dem Similaun Gletscher ablagerte. Unter der Sommersonne schmolzen die mit diesem höchst wirksamen Lösungsmittel bestäubten Gletscher nur so dahin, mit bis zu 10 cm pro Tag. Allein in Tirol gab das vermeintlich ewige Eis ein halbes Dutzend Leichen frei, Ötzi als sechste am 19. Sep. 1991. Der Saharastaub einhergehend mit der starken Sonneneinstrahlung war der Grund dafür, dass Ötzi freigelegt wurde und nicht die “außergewöhnliche” Wärme. Der Similaun Gletscher unterhalb der Ötzifundstelle ist heute noch vorhanden, somit kann der Ötzi-Fund nicht als Beleg für ein einzigartig, warmes heutiges Klima heran gezogen werden.
@ Rudolf Kipp
Die Gletschergeschichte ist doch nun wirklich schon mehrfach hier aufgebrüht worde. Ihr Beitrag ist eine Mischung aus zum Großteil längst wiederlegten Un-und Halbwahrheiten. Im Mai letzten Jahres haben Sie noch verkündet, das arktische Meereis erhole sich wieder zunehmend, eine Trendwende sei erreicht. Wenige Monate danach (und auch heute) erleben wir die zweitniedrigste arktische Meeresausdehnung seit Beginn der Aufzeichnungen. Herr Kipp, der Wahrheitsgehalt Ihrer Beiträge hat eine verdammt kurze Halbwertzeit.