Es ist schon ein wenig erstaunlich: Da rätselt die Kölner Fan-Seele seit Saisonbeginn, wann das potenzielle Traumduo im Sturm, die WM-Teilnehmer Lukas Podolski und Milivoje Novakovic, endlich in die Spur findet und plötzlich spielt der 1. FC Köln in Abwesenheit seiner beiden Superstars befreit auf und landet beim 2:1 in Frankfurt den zweiten Auswärtserfolg in Serie.
Novakovic auf der Bank, Poldi auf der Couch und vorne fluppt’s plötzlich
Zugegeben, etwas glücklich war der späte Erfolg nach dem Eigentor von Marco Russ schon, dennoch in der Gesamtbetrachtung nicht unverdient und die spielerische Entwicklung in der Offensive seit dem Start der Rückrunde ist in der Truppe von Zvonimir Soldo unverkennbar. Vor allem Eigengewächs Adil Chihi wirbelt derzeit die Abwehrreihen der Bundesliga gehörig durcheinander. Chihi galt bereits vor drei Jahren als der neue “Poldi”, konnte seine Leistung in den letzten Spielzeiten allerdings, wie für einen jungen Spieler nicht unüblich, nicht konstant genug abrufen und fiel schon bald in Ungnade bei den notorisch ungeduldigen Anhängern des FC. Mittlerweile ist der marokkanische Nationalspieler jedoch kaum noch aus der Startelf der “Geißböcke” wegzudenken und straft seine Kritiker mit jeder weiteren Gala-Leistung Lügen.
Maniche mit erstem Saisontor
Auch die portugiesische, von Spöttern bereits als Fußball-Rentner bezeichnete zentrale Mittelfeld-Abteilung mit Petit und Maniche, scheint sich mittlerweile an Tempo und Härte im Abstiegskampf assimiliert zu haben und sorgt zusammen mit dem jungen U-Nationalspieler Kevin Pezzoni für ein sicheres Bollwerk vor der Viererkette. Dass nun ausgerechnet Maniche mit seinem 1. Bundesliga-Treffer die Gäste in Frankfurt auf die Siegerstraße brachte, wird dem als “launische Diva” verschrienen Meister des Außenristpasses wohl zusätzliche Motivation verschaffen.
Tosic in der Pipeline
Ein weiterer Lichtblick deutet sich mit der Leihe des serbischen Nationalspielers Zoran Tosic von der zweiten Mannschaft von Manchester United an. Der technische beschlagene Linksfuß kam in der zweiten Halbzeit in die Partie und belebte diese spürbar mit seinen gefährlichen Tempodribblings und deutete seine Gefährlichkeit mehr als nur einmal an. Und so schaut es aus, als drücke die Kölner in Kürze ein Luxusproblem, von dem selbst die größten Optimisten vor Saisonstart nicht zu träumen gewagt hätten: Wohin mit Nova & Poldi? Doch der bisher so besonnene und souverän auftretende Trainer Soldo wird wohl auch für dieses Dilemma in aller Ruhe die richtige Lösung präsentieren. Der FC jedenfalls macht wieder richtig Spaß.
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