“Die Enkel fechtens besser aus”, glaubten die Vorbeter der Weltrevolution bis hin zu den Mitgliedern der RAF, doch sie irrten sich schwer, wie der gerade eröffnete Blog der Militanten Gruppe Leipzig zeigt. Auf der Internetseite in zünftig revolutionärem Schwarz bekennt sich die selbsternannte Terrororganisation zu zwei Brandanschlägen auf Polizeifahrzeuge. Man habe “einmal den PKW in der Tiefgarage und den Sattelschlepper (der 2 Polizeifahrzeuge transportieren sollte) in Brand gesetzt”, schreiben die Freizeitbomber, die nicht gewillt scheinen, die revolutionäre Tradition der durchweg kleingeschriebenen Bekennerschreiben fortzuführen.
Sie haben ihre eigene Art, sich mitzuteilen. Sympathie für Anarchie zeigt sich durch konzeptuelle Nichtbeachtung aller Rechtschreibregeln.
So heißt es zum Anschlag weiter: “Dies gielt einmal als Zeichen gegen die verdammten Bonzen, die Ihr Fahrzeug Makre Cabrio und Vergleichbares als Statussymbol ihres Reichtums verwenden und einmal gegen die Polizei, welche immerwieder Brutal u.a. gegen friendliche Linke AktivistInnen vorgeht durch Faustschläge, Pfefferspray und dergleichen”.
Angst davor, durch die Datenspuren vom Bloggen gefasst zu werden, hat die hochspezialisiert agierende “MG-Leipzg” (Zitat) dennoch nicht. Man verfüge “über mehrere gecrackter WLAN-Hotspots, um anonym im Internt zu verkehren. Zusätzlich wird TOR als Anonymisierungsdienst verwendet. Es besteht eine redundante Infrastruktur, um auch im Internet tätig zu werden”, schreiben die Verfasser, denen die Bedeutung des Wortes “redundant” offensichtlich nicht bekannt ist.
Nur wo der Feind steht, dass weiß man hier ganz genau “Es ist vorstellbar, dass die BILD Leipzig aufgrund fehlerhafter oder unvollständiger Berichterstattung ebenfalls zum Ziel der MG-Leipzig wird”, droht es weiter unten. Möglich sei, dass PKW der Mitarbeiter in Brand gesetzt, Scheiben der BILD-Zentrale eingeworfen oder das gesamte Bild-Hauptquartier in Brand gesetzt werde, falls “dieser Artikel nicht vollständig oder gar nicht der öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und nach Aufforderung keine Veröffentlichung durch kommende Anschläge sttafinden wird” (Rechtschreibung im Original).
Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, heißt es in einem “Update”, wurde “die Bonzenkarre eines BMW-Fahrers in der Berhnhardstraße in Leipzig” angezündet. “Wir haben die Kiste durch Einwerfen mittels Pflasterstein zunächst geöffnet und anschließend einen brennbaren Gegenstand in den Bonzenkarren geworfen. Wir hoffen, es brannte die gesamte Dreckskarre aus.”
Die Spirale der Gewalt ist verbal aber schon weiter: “Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werden Polizeifahrzeuge in Brand gesetzt. Sollten uns Bullen daran hindern, werden sie mittels Schusswaffen niedergeschossen”, drohen die MG-Mitglieder, die aller Erfahrung nach noch vor Abgabe des ersten Schusses mit dem Generalbundesanwalt Bekanntschaft werden schließen dürfen.
Das Bekennerschreiben endet stilecht mit falschgeschriebenen “unausstehichen Grüßen”, der Blog sorgt bereits für große Diskussionen. Die militante Linke fühlt sich verraten und wegen der vielen Rechtschreibfehler schlimm in Verruf gebracht, Verschwörungstheoretiker sehen den Verfassungsschutz hinter der Einrichtung des Links-Comedy-Blogs. Eventuell, glaubt die Szene in Connewitz, steckten aber auch Rechtsextreme hinter den Aktionen, die letztlich dazu dienen sollten, die Linke zu kriminalisieren.
Quelle: politplatschquatsch.com
Offene Gewalt hift der Sache nicht. Nur das Wort versetzt Berge. Und der Geist dahinter.
Es gilt den Rechtsstaat zu verteidigen. Bürger aufwachen. Sie rauben euere Demokratie aus.