Ein Fall aus dem Alltag mit letalen Folgen
Auf der Gartenparty kommt Barbara plötzlich zu Fall. Sie stolpert über einen Stein €“ wie sie sagt wegen ihrer neuen Schuhe. Ob ihr was fehle? Ob sie zum Arzt wolle? Nein, sie sei okay, sagt sie. Sie kommt den anderen ungewohnt still vor, bleibt aber bei der Party bis in den Abend.
Zuhause angekommen fühlt sich sich sehr elend. Der gerufene Arzt sorgt sofort für ihren Transport ins Krankenhaus. Dort verstirbt sie. Sie hatte einen Schlaganfall erlitten, was keiner erkannt hatte.
Der gleiche Fall aus dem Alltag ohne schwere Folgen
Barbara spürt nach dem Fall, dass ihr die Worte schwer fallen. Sie erinnert sich daran, was sie über die vier Anzeichen eines Schlaganfalls gehört hat. Auch die Umstehenden kennen die Anzeichen.
· S – Satz :
Einer bittet sie, einen zusammenhängenden Satz zu sagen, z.B. “Mir ging es nie besser als heute” Sie stockt mitten im Satz.
· A – Arme:
Dann sagt er: “Heb doch einmal beide Arme hoch.” Sie schafft es nicht. Ein Arm bleibt immer unten.
· L- Lächeln :
Dann wird sie gebeten: “Lächle doch einmal!” Sie kann es nicht, ihr Mund wird schief.
· Z – Zunge:
Zuletzt wird verlangt: “Zeig mal Deine Zunge!” Die Zunge kommt hervor, ist aber gekrümmt und windet sich von einer Seite zur anderen.
Sofort rufen die Umstehenden per Handy die Notfallambulanz 112 und sagen, dass wohl ein Schlaganfall vorliegt. Barbara kommt in die spezielle Schlaganfalls-Abteilung (“stroke unit”) des Krankenhauses. Die frühzeitige Akuttherapie führt mit thrombolytischen Medikamenten zur Auflösung des Blutpfropfs in der Arterie, der die Blutversorgung eines ganzen Hirnareals unterbunden hatte. Es schließt sich eine Rehabilitation an. Barbara ist wieder gesund. Jetzt helfen vorbeugende Maßnahmen, dass es so schnell nicht wieder zu einem Blutgerinnsel in einer Arterie kommt.
S €“ A €“ L – Z: Vier (4) Anzeichen, die Leben und Gesundheit retten
Beim Schlaganfall spielt die Zeit bis zur Einlieferung ins Krankenhaus die alles entscheidende Rolle. Noch bis zu drei Stunden nach dem Schlaganfall kann das Schlimmste verhindert werden. Erfolgt die Einlieferung schon binnen einer Stunde nach dem Schlaganfall, ist die Chance sehr groß, dass auch gar nichts zurückbleibt vom schlimmen Ereignis. Je später die Akuttherapie beginnt, desto eher ist damit zu rechnen, dass das Gehirn teilweise irreversibel geschädigt ist und der Betroffene zwar lebt, aber in eine hoffnungslose hilflose Lage kommt.
US-Mediziner haben auf der 27. Internationalen Schlaganfall-Konferenz der American Stroke Association einen Standardtest zur einfachen Schlaganfall-Diagnose vorgestellt. Forscher unter der Leitung von Amy S. Hurwitz von der University of North Carolina/Chapel Hill modifizierten diesen Test so, dass ihn auch medizinische Laien einfach handhaben können. Der Test, der den hier vorgestellten vier Fragen entspricht, ist bekannt als Cincinnati Prehospital Stroke Scale (CPSS). In der Praxis zeigte sich, dass Laien tatsächlich mit diesem Test außerordentlich sicher einen Schlaganfall diagnostizierten. Eine Schwäche der Arme wurde zu 97 Prozent, Sprachdefizite zu 96 Prozent einwandfrei erkannt. Aufgrund des Lächelns identifizierten 74 Prozent eine Gesichtsmuskelschwäche die oft die Folge des Schlages ist. Eine Mimik lässt sich eben schlechter deuten.
Dass bei einem Schlaganfall die herausgestreckte Zunge zu der Körperseite abdreht, die durch den Schlag gelähmt ist, ist schon lange bekannt.
Dieser Test war bisher in Europa wenig gebräuchlich. Da er aber sehr leicht auszuführen ist und die Störung sehr deutlich zeigt, macht seine Propagierung in der Allgemeinheit Sinn.
Ausgehend von Nordamerika wandern derzeit Kettenbriefe um die Welt. In diesem besonderen Fall, wo es sehr wertvoll ist, wenn jedermann davon gehört hat, wie der Schlaganfall zu erkennen ist, macht die durch die endlose Kette mögliche lawinenartige Weitergabe ausnahmsweise einmal einen Sinn.
Ich habe den Text des Kettenbriefes frei übersetzt und umgestaltet und die vier Tests so aufgereiht, dass man sich alle vier anhand eines einfachen deutschen Wortes leicht merken kann: SALZ.
Photo Quelle/Copyright: pilot micha, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr
Danke für den tollen Beitrag. Einfach und prägnant gemacht. Und was lernt man daraus noch? Die NATUR kann mehr und schneller helfen als jeder Chemiker. Leute aufwachen, informiert euch selbst, dann wird euch geholfen.