Dieter Althaus’ neuer Job: Darf er das?

Artikel von nicole oppelt vom 03.02.2010, 17:05 Uhr im Ressort Vermischtes, Internetkultur | 1 Comment

Gruppe Die Linke: Seit Ende letzter Woche ist es raus - Thüringens Ex-Ministerpräsident Dieter Althaus hat einen [1] neuen Job als Top-Manager. Autozulieferer Magna wird sein neuer Arbeitgeber, für den Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow ist das ein “eklatanter Fall von Lobbykratie”. Seit vergangenen Sonntag äußern sich nun auch die StudiVZler zum künftigen Posten des Politikers. Doch die Meinungen sind gespalten.

“Auch hier wieder eingekauft Sessel in der Chefetage. Zum kotzen!”, entfährt es einem Nutzer in Anbetracht der gelesenen Zeilen. “Wenn das geklappt hätte, das Magna Opel kaufen kann, dann würde Althaus Opel-Chef werden”, spinnt ein Nächster den Faden weiter. “Und dann gibt er sein Mandat nicht Zeitgleich ab, es ist wirklich eine Frechheit!”, urteilt eine Dritte.

Ein Diskutant in der Runde sieht die Angelegenheit allerdings so: “Selbst wenn er es täte würde er ja weiterhin seine alten Seilschaften nutzen, denn das ist auch das einzige was ihn zu diesem Job qualifiziert und weswegen er wohl ein fürstliches Salär erhalten dürfte. Selbiges gilt doch auch für Clement, ein Lobbyist der Zeitarbeit und anderer Ausbeuter, der u.a mit Hartz1 maßgeblich die Reformen mit durchgesetzt hat, die aktiv Vollzeitstellen zugunsten prekarisierter Arbeit vernichten. Danach ist er dann auf schnellsten Wege in den Schoß seiner Auftraggeber, von Addeco, gekrochen.”

Neben der bisher geäußerten Entrüstung gibt es jedoch auch anders lautende Stimmen. So meint ein Diskutant, dass es doch durchaus begrüßenswert sei, wenn zwischen Politik und Wirtschaft alles so reibungslos laufen würde. Er fügt jedoch hinzu: “Wenn Althaus politisch wieder auf die Beine käme, würde er eine Einladung zum nächsten Bilderbergtreffen bekommen, da bin ich mir sicher.”  Ihm wird hierauf entgegnet: “Das glaube ich nicht. Dafür ist er zu unbedeutend und bei der Masse zu unbeliebt. Er erfüllt jetzt seinen Zweck als Rädchen in der Wirtschaft. Eine absolute Marionette, die für Geld alles macht. Ansonsten kann ich nur sagen: Typisch CDU. Und zu seinem gutbezahlten neuen Job bekommt er zusätzlich weiter die Abgeordnetendiät und die Ministerpräsidentenrente. Ich bin für ein Gesetz, dass eine Doppelkarriere in Politik und Wirtschaft untersagt. Und eine Rente sollte man erst bekommen, wenn man auch wirklich in Rente geht und nicht, wenn man noch arbeitet und schon gar nicht, bei zwei überzahlten Jobs. Ich bekomme auch keine Rente, wenn ich den Arbeitgeber wechsel.”

Andere versuchen sich in Althaus hineinzuversetzen. Wie hätte man selbst auf ein solches Jobangebot reagiert? Solange es keine anders lautenden gesetzlichen Regelungen gäbe, sei sein Handeln doch völlig nachvollziehbar. Doch prompt wird hier entgegengesetzt: “Klar denken die Menschen auch an ihr Leben nach dem Leben als Ministerpräsident. Aber erst sich für diese Firma stark machen und staatliche Hilfe fordern und dann einen Job dort annehmen, obwohl man noch in der Politik ist? Das stösst ja nicht nur den Linken sauer auf.” Doch es geht noch dreister, wirft ein VZ-Nutzer ein. Er verweist auf die Frankfurter Rundschau, die titelt: “[2] Doppelrolle - Lobbyist Hoff bleibt Abgeordneter


Artikel aus "Readers Edition": http://www.readers-edition.de

Link zum Artikel: http://www.readers-edition.de/2010/02/03/dieter-althaus-neuer-job-darf-er-das/

Links im Artikel:
[1] neuen Job als Top-Manager: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=12647475
30545&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546

[2] Doppelrolle - Lobbyist Hoff bleibt Abgeordneter: http://fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/2235257_Ex-Europaminister-in-der-Doppelr
olle-Lobbyist-Hoff-bleibt-Abgeordneter.html

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