Enttäuscht und geläutert: StudiVZ-Stimmen zur FDP
Artikel von nicole oppelt vom 03.02.2010, 17:46 Uhr im Ressort Vermischtes, Internetkultur | 2 Comments
Edelprofil FDP: “[1] Die hundert Chaos-Tage der Schwarz-Gelben Koalition” titelte RE-Autor Georg Erber heute Mittag. Auch einige StudiVZler geben in den vergangenen Tagen verschiedene Urteile zur FDP-Politik ab. Sie reichen von belustigt bis völlig verärgert.
Schon am vergangenen Sonntag äußert sich ein Diskutant zur kürzlich publik gewordenen Spendenaffäre. Er schreibt: “…Ich kriege eine wunderbare Schadenfreude-Email über die FDP und ihren Hoteliers-Steuererlass. Die Mail kommt von einem Insider aus dem Hotelgewerbe und beschreibt die Lage wie folgt: Bisher steht auf der Rechnung Übernachtung plus Frühstück als Paket, nennt sich “Arrangement”. Grund: die Firmen zahlen vielfach das Frühstück nicht mit, nur die Übernachtung. Jetzt muß das dank der FDP getrennt werden. Also sparen sich die Leute das Frühstück und nehmen unterwegs beim Bäcker was mit. Das Hotel macht also unter dem Strich Verlust.Zusammengefasst kann man also sagen, dass die FDP sogar für Korruption zu inkompetent ist :)”
Ein anderer kann seine Enttäuschung über das bisherige Gebaren nicht verbergen und richtet folgende Zeilen an die Leserschaft: “Ich habe bei der letzten BT-Wahl die FDP gewählt, weil ich die Hoffnung hatte, dass es nun besser wird und wieder bergauf geht. Ich bin sehr enttäuscht und geläutert, was da momentan abgeht. Es fehlt gänzlich an liberalem Profil und Ideen. Ich habe den Eindruck, dass sich die FDP in den Koalitionsverhandlungen ganz schön hat verarschen lassen. Guckt man sich die Ministerienverteilung an, so wird das auch deutlicher. Es erscheint, dass es Herrn Westerwelle scheißegal war, wer welches Ministerium bekommt, so lange er Außenminister wird. Dieser Eindruck drängt sich einfach auf! Was im Wahlkampf mit viel Glaubwürdigkeit vermittelt wurde, bricht nun wie ein Kartenhaus im Wind ein. Das ist absolut frustrierend und ernüchternd. Ich kann nur hoffen, dass sehr bald eine Besserung eintritt… sonst werde ich mir massiv überlegen müssen, ob sich mein Kreuzchen noch mal bei den Liberalen verirrt.”
Neben Kritik gibt es jedoch auch mahnende Worte. Wie sollte die Bundesregierung eine “vermurkste” Politik der vergangenen elf Jahre binnen drei Monaten ändern?, wird in die Runde gefragt. Es brauche einfach Zeit. Bisher hätten die Ausschüsse kaum getagt. Das kann den nachfolgenden Kommentator allerdings wenig beeindrucken. Er stellt fest: “Wer seine Wähler so hintergeht wie die FDP momentan, darf sich dem Verlust der Wählerstimmen sicher sein.” Darüber hinaus wird geurteilt: “die fdp ‘die freiheitsstatue der republik’, guido westerwelle der anwalt des kleinen mannes. das ist doch nur noch zynisch. wohl eher die ‘freiheitsstatue der hoteliers’. seit wann sind diese kleine leute?” Anstatt so viel Kohle zu verschwenden, so die VZ-Nutzerin weiter, hätte man vielleicht mal die Mehrwertsteuer für Medikamente senken sollen. Dann hätte man etwas für alle Menschen in diesem Lande getan. Die FDP jedenfalls bleibe das, was sie in den Neunzigern sein wollte: “die partei für besserverdiener”. Für sie selbst sei es unbegreiflich, wie man sich verleiten lassen konnte diese FDP, und diese Politik zu wählen. Sie schreibt weiter: “die fdp versorgt die lobbies und nicht mehr, sieht man ja in der partei sind sie dank guido ja alle privatversichert und bald kommen die großen unsozialen reformen im gesundheitswesen. wenn das hier die freiheitsstatue der republik ist, dann ist die BRD dem untergang geweiht. soziale kälte und ungerechtigkeit regieren das land, dank westerwelles fdp noch mehr als vorher! auf dass die 4 jahre schnell umgehen!”
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[1] Die hundert Chaos-Tage der Schwarz-Gelben Koalition: http://www.readers-edition.de/2010/02/03/die-hundert-chaos-tage-der-schwarz-gelben-koalition/