Burkaverbot

Es geht nicht ums Kopftuch, die Burka ist viel schlimmer Die Burka ist ein Ganzkörper-Kleidungsstück, das traditionell von Musliminnen in Afghanistan, teilweise auch in Pakistan und Indien, getragen wird. Die Vorstellung, die Reize ihrer Frauen ganz den lüsternen Blicken anderer Männer zu entziehen, gefällt aber auch Muslimen in anderen Ländern.

burkp.jpgEs geht nicht ums Kopftuch, die Burka ist viel schlimmer

Die Burka ist ein Ganzkörper-Kleidungsstück, das traditionell von Musliminnen in Afghanistan, teilweise auch in Pakistan und Indien, getragen wird. Die Vorstellung, die Reize ihrer Frauen ganz den lüsternen Blicken anderer Männer zu entziehen, gefällt aber auch Muslimen in anderen Ländern. Es trifft daher nicht zufällig einen marokkanischen Staatsangehörigen, dem aktuell der französiche Staat die beantragte französische Staatsangehörigkeit verwehrt, weil er darauf besteht, dass seine Frau nach außen durch diesen Sack über Kopf und Körper am öffentlichen Leben nur extrem eingeschränkt teilnehmen kann.

Bei der afghanischen Burka kann die Frau durch einen kleines Gitter, das in den Überwurf in Augenhöhe eingebaut ist, wie aus einem Privatgefängnis heraus durch “schwedische Gardinen” die Welt außerhalb ihrer häuslichen Umgebung mit den Augen erkunden. Sie kann hören, was draußen geschieht. Auch kann ihre Stimme vernommen werden, sodass sie beim Einkaufen sagen kann was sie haben will. Die Burka lässt der Frau sogar die Freiheit, durch seitliche Schlitze ihre Hände nach außen zu strecken, um gekaufte Ware auch annehmen zu können. Eine Mimik oder Gestik ist nicht möglich, damit keine menschenübliche Kommunikation. Die pakistanische Burka lässt die Augen frei, ist sonst aber eine gleich schwere Behinderung der Kommunikation.

Die Burka wird in der öffentlichen Diskussion in allen europäischen Ländern zu Recht als Symbol der Unterdrückung der Frauen angeprangert und in einen Kontext gestellt mit anderen überkommenen Ritualen, meist durch Bezugnahme auf die Lehren des Islam verbrämten Praktiken und Überzeugungen wie der unsäglichen Beschneidung der weiblichen Genitalien, dem verblendeten Ehrenmord und der Zwangsverheiratung. Tatsächlich schreibt der Islam den Gläubigen nichts dergleichen vor.

Diese Art der Freiheitsberaubung gehört verboten

Im Tierschutzgesetz ist das Gebot zur artgerechten Tierhaltung verankert. Käme ein Bauer auf die verrückte Idee, seine Haustiere unter Säcken zu verstecken, damit etwa der Bulle die Kuh, wenn sie in Hitze ist, nicht mehr sehen kann, müsste ihm das im Interesse eines artgerechten Lebens der Rinder verboten werden (eigentlich, ich weiß, dass mit Tieren viel schlimmere Sachen geschehen). Aber eine Gepflogenheit, dass Frauen aus Familien mit sehr eigenwilligem Umgang unter den Geschlechtern so radikal von der Außenwelt abgeschnitten werden, sollen wir hinnehmen?

Die bürgerliche Freiheit ist ein hohes Gut, in das der Staat nur auf Grund eines sinnfälligen Gesetzes eingreifen darf. So wie der Staat in unseren Rechtssystemen in Europa den Bürgern die Selbstverstümmelung verbieten darf oder verbieten dürfte, was da an Ungeheuerlichem in Rotenburg o.d. Tauber geschah, wo sich zwei zum Verzehr eines von ihnen verabredeten, so darf der Staat auch solche menschenverachtenden Bräuche wie die Vollverschleierung von Frauen verbieten.

In Frankreich argumentiert die Regierung ungeschickt mit der Erklärung, die Gleichheit €“ la Liberté €“ gebiete das Verbot der Burka. Aber die französiche Revolution hat nur erfochten, dass der Staat alle Bürger gleich behandeln muss. Untereinander sind sie frei, Unterschiede zu machen. Aber der Staat darf auch materielle Ziele setzen und darf die Praktizierung archaischer menschenfeinlicher Prakitken verbieten.

Weit mehr zu rügen ist das Getue der Hüter einer Pseudomoral, die schon erkennen, dass die Burka ein Symbol der Frauenverachtung ist, die aber unterstellen, dass die Gegner dieses gemeinen Mummenschanzes in Europa nur auf die unbeliebten weil fremden Muslime einschlagen wollen. Dass Le Pen über das Burkaverbot in Frankreich jubelt, ist nur ein Anlass, besonders gründlich zu prüfen, ob es wirklich gerechtfertigt ist.

Am Ende kann eine unvoreingenommene Prüfung aber nicht zu einem anderen Ergebnis kommen, als dass die Burka nicht nur die Würde und die Geschlechtsehre der betroffenen Frauen verletzt, sondern sie in unverzichtbaren Freiheitsrechten auf üble Weise beschneidet.

Photo Quelle/Copyright: Michel Langendijk, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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  1. “..Dass Le Pen über das Burkaverbot in Frankreich jubelt, ist nur ein Anlass, besonders gründlich zu prüfen, ob es wirklich gerechtfertigt ist. ”

    Dieser wenig intelligente Satz ist eigentlich überflüssig und läßt nur erkennen daß der Autor auch nicht wirklich neutral eingestellt ist.