Netzdienst “Blippy”: Ist der Missbrauch vorprogrammiert?
Gruppe Piratenpartei: Steuerhinterziehung, Daten-CD, Ahndung und Konsequenzen der Misere - das sind die Themen dieser Woche. Eine VZ-Nutzerin hat nun einen Artikel über einen Netzdienst ausgegraben, der vielen Lesern den Atem stocken lässt.
Die Thread-Eröffnerin zitiert: “Blippy ist ein neuer Netzdienst, in dem Leute sich gegenseitig zeigen können, wo, wofür und wie viel Geld sie ausgegeben haben. Es ist ganz einfach: man gibt seine Kreditkartendaten (’Visa, Mastercard, and more’) oder seine Zugangsdaten bei iTunes, Amazon oder anderen Einkaufsportalen an – und alle können sehen, wofür man sein Geld ausgibt. Web 2.0-gerecht können die Ausgaben natürlich auch kommentiert werden. Ist doch klasse, oder?” Die StudiVZlerin sieht das allerdings ganz anders. Von Begeisterung keine Spur. Vielmehr schreibt sie nun: “Daten-GAUs und Missbrauch vorprogrammiert… wobei schon die Existenz des ‘Dienstes’ ein schlechter Scherz sein muss… ist es leider nicht.” Ernsthaft fragt sie sich: “Wie kann man nur an sowas teilnehmen? Sind die Leute alle hirnverbrannt?”
Ein VZ-Nutzer fallen hierzu nur die Worte Albert Einsteins ein: “Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.” Ein anderer sieht die Angelegenheit jedoch sichtlich entspannt und schreibt: “och ich kann mir schon vorstellen, das Leute mit dem Motto ‘Ich habe nix zu verbergen’ daran gerne teilnehmen mit der Hoffung das ihre Einkäufe von anderen bewertet werden und sie somit mitbekommen wo sie hätten sparen können oder wo es günstigere angebote gibt.” Er merkt allerdings an: “insgesamt gesehen ist blippy aus datenschutzaspekten natürlich die reinste Katastrophe, aber selbst Schuld wer daran teilnimmt.”
Ein zentrales Portal, auf dem alle Zugangsdaten und Kreditkartendaten vermerkt sind, das hält auch ein weiterer Kommentator der Runde für bedenklich. Ist eine Blippy-CD etwa das nächste, was dem Staat angeboten wird? Oder ist der gar nicht das Problem, wie die Thread-Eröffnerin meint. Schließlich gäbe es noch viel “feinere Sachen”, die mit den Daten angestellt werden könnten. Hierauf wird ihr entgegnet: “Naja.. sieh es mal so.. meistens sind die Passwörter eh alle gleich.. die Email ist in Amazon auch hinterlegt. Und wenn jetzt der Terrorist bei Amazon ein Buch über Bombenbau kauft, kann man gleich die Daten nutzen um seine Emails auszuspionieren. Ich glaube der Staat hat da grosses Interesse dran.”











Michael Dehn
Man sollte eigentlich annehmen, dass jeder normale Mensch in Zeiten von Datenklau und Kreditkartenbetrug das ganze Geschäftsmodell von Blippy.com für einen schlechten Scherz hält.