Darwintag 12. Februar 2010

Am 12. Februar ist Darwin-Tag (anlässlich des Geburtstags des Begründers der Evolutionstheorie, Charles Darwin). Wie in jedem Jahr ruft antitheismus.de daher dazu auf, gerade zu dieser Gelegenheit vermehrt Darwin-Fische zu verbreiten. Darwin-Fische sind eine Reaktion auf die nahezu allgegenwärtige christliche Bildpropaganda, die neben Splatterskulpturen (“Kruzifixen”) überwiegend als Ichtys-Symbol, als stilisierter

darw.jpgAm 12. Februar ist Darwin-Tag (anlässlich des Geburtstags des Begründers der Evolutionstheorie, Charles Darwin).

Wie in jedem Jahr ruft antitheismus.de daher dazu auf, gerade zu dieser Gelegenheit vermehrt Darwin-Fische zu verbreiten. Darwin-Fische sind eine Reaktion auf die nahezu allgegenwärtige christliche Bildpropaganda, die neben Splatterskulpturen (“Kruzifixen”) überwiegend als Ichtys-Symbol, als stilisierter Fisch (oft mit der Inschrift “Jesus”) vor allem als Autoaufkleber zu finden ist. Der Darwin-Fisch dagegen ist evolviert, weiterentwickelt: er verfügt in den meisten Varianten über Beine oder über eine Denkblase, die dem Glauben diametral gegenüberstehende Denkfähigkeit repräsentiert.

Immer mehr Menschen, denen nicht jegliche Bildung verwehrt wurde, ist klar: wir sind keineswegs durch einen Schöpfungsakt eines Demiurgen, eines mit magischen Kräften ausgestatteten (jedoch offenbar selbst oft keines Schöpfers bedürfenden) Handwerkers wie Jahwe, Allah, Brahman, Rangi und Papan, Ahura Mazda oder auch des Osterhasen oder des fliegenden Spaghettimonsters entstanden (schon deshalb, weil diese alle gleichermaßen ihrerseites Geschöpfe menschlicher Phantasie sind), sondern haben uns durch Evolution entwickelt.

Das Bewusstsein dafür, dass Menschen und Affen gemeinsame Vorfahren haben (populär fälschlich als “der Mensch stammt vom Affen ab” verkürzt), wächst: laut einer demoskopischen Umfrage vertraten 2009 fast zwei Drittel (63%) aller Deutschen diese Ansicht, was einen kontinuierlichen Anstieg der Vernunft seit 1970 (38%) bedeutet. Beängstigenderweise bestritt auch im 21. Jahrhundert jedoch immer noch jeder fünfte Deutsche eine Verwandtschaft zwischen Menschen und Affen, jeder dritte Katholik (32%) und jeder fünfte Protestant (21%) vertraten die kreationistische Auffassung: “Der Mensch wurde von Gott geschaffen, wie es in der Bibel steht.” und ordnete sich somit geistig dem finsteren Mittelalter zu (das das Attribut “finster” immerhin der damals noch viel stärkeren Hegomie der Kirche verdankt).

Darüber hinaus leugnen noch fast alle Speziesisten, was mittlerweile in jedem seriösen Werk der Biologie zum Thema nachzulesen ist: Menschen sind Affen, Menschenaffen wie Bonobos, Schimpansen, Gorillas und Orang Utans; Menschen und andere Affen haben gemeinsame Vorfahren.

Ist das ein Wunder, in einer Gesellschaft, in der die Bundesministerin für “Forschung und Bildung[sic!]“, Annette Schavan (CDU) zugleich Honorarprofessorin für Katholische Theologie[sic!] an der Freien[sic!] Universität Berlin ist, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken etc. war? Einer Gesellschaft, in der einer der mächtigsten Männer der Welt, Führer der katholischen Christenheit, der amtierende Papst Joseph Ratzinger alias Benedikt XVI. im vergangenen Jahr beklagte, dass “im öffentlichen Leben sich das Vertrauen in den wissenschaftlichen und den wirtschaftlichen Fortschritt behauptet” habe und der 1990 den Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei als “gerecht” und “vernünftig” bezeichnete? Einen Prozess, weil dieser das kopernikanische Weltbild vertrat, nach dem die Erde sich – kaum zu glauben für geo- und anthropozentrische Theisten – um die Sonne dreht, was natürlich dem biblisch festgehaltenen Glaubenssystem von einer unbeweglichen Erde widerspricht (vgl. 1 Chr 16:30 (VUL), “terra ipse enim fundavit orbem inmobilem”, auch wenn neuere “Übersetzungen” das zu vertuschen versuchen), einer Weltsicht, die Jahrtausende zuvor zusammen mit den Grundlagen des christlichen Gottesbildes ungebildete Wüstennomanden halluziniert hatten.

Es gilt also, Zeichen zu setzen gegen diese Hindernisse auf dem Weg in eine von (wirklicher) Wissenschaft und Vernunft geprägten Gesellschaft, Zeichen, die auch in diesem Jahr wieder auf antitheismus.de dokumentiert werden sollen: eben beispielsweise Darwin-Fische.

Kommentare

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  1. Ich leugne aber doch gar nicht, daß ich ein Affe bin. Und tatsächlich auch vom Affen abstamme, denn der gemeinsame Vorfahr von Mensch und Schimpanse war ganz sicher: ein Affe.

    Da ich ein Affe bin, bin ich ein Raubtier und esse Fleisch. Es nicht zu tun, hieße ja, meine äffischen Wurzeln zu verleugnen.

    Hatte heute einen hervorragenden Gulasch. Vom Schwein. Echt lecker.

    Sobald Sie anfangen, wie ein Raubtier zu denken und zu leben, Herr Stößer, können wir ernsthaft über Tierschutz diskutieren. Vorher nicht.

    Ich versichere Ihnen, solange Sie gesund und munter durch den Dschungel tapern, wird kein Schimpanse Sie angreifen (denn Schimpansen mögen das Risiko nicht). Wenn Sie aber verletzt auf dem Boden liegen und geschwächt sind, tja, dann können Sie würfeln, ob der Panther oder die Schimpansen Sie zuerst erwischen. Oder vielleicht auch Balu. Die Schimpansen interessieren sich echt nicht dafür, ob Sie nun ein Affe sind, oder nicht. Nöö, die verhalten sich so, wie Darwin es niedergeschrieben hat.

    An Darwin glauben und vegan leben und für “Tierrechte” (also “Beuterechte”) kämpfen – als Hominide, als Primat?

    Ist schon ein bißchen schizophren, finden Sie nicht?

  2. jeder brfaetst, der nicht selbststandig denken will oder kann. Ich hatte mich bereits 2008 mit der Auswirkung von navigationsorientierten Suchanfragen auf SERP-Klickstudien