Es ist Winter. Ein richtiger Winter. Ein Winter mit viel Eis und Schnee, so wie es ihn eigentlich gar nicht mehr geben dürfte, jedenfalls den Prognosen einiger Klimaforscher nach.
Er kam heftig und vielerorts unerwartet. Das Streusalz neigt sich nun dem Ende, viele Straßen weisen Frostschäden auf, alte Leute kommen nicht mehr aus ihren Häusern und das schon seit Wochen. Der Bus- und Bahnverkehr wurde teils eingestellt und viele Schulen blieben geschlossen. Zu gefährlich sind einfach die eisigen und glatten Straßen. Die Zahl der Unfallopfer steigt.
Aber nicht nur die Menschen sind betroffen, sondern auch die Natur. In vielen Wäldern sind die Böden verschneit und vereist. Die Tiere haben ein Problem Nahrung zu finden. Deshalb gibt es in weiten Teilen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern jetzt eine Zufütterung.
Im Winter ist Energiesparen groß geschrieben, auch in der Tierwelt. Gerade im hohen Schnee verbrauchen Wildtiere viele Kalorien. Schon in Ruhezeiten brauchen Rehe und Hirsche in etwa fünf Kilo Futter am Tag. Wenn sie denn welches finden. Dafür sorgen jetzt die Förster und Jäger durch Zufütterung. Eigentlich ist Zufütterung streng verboten. Aber in strengen Wintern ist der Futterbedarf groß und die Tiere finden nicht mehr ausreichend Nahrung. Die letzte echte Notzeit war der Extremwinter 1978/79. Der aktuelle Winter steht dem im nichts nach. Deshalb haben die Jagdbehörden die Zufütterung jetzt auch erlaubt.
Das Problem für das Wild ist nicht die Kälte, sondern die geschlossene Schneedecke. Diese ist einfach zu fest für die Hufen der Tiere. Auch andere Wald und Wiesenbewohner finden nicht mehr genügend Nahrung und zu Fressen. Vom Schnee befreite Wiesenflächen können da Abhilfe leisten. Greifvögel und Eulen trifft es als erstes. Die verhungern aufgrund des Umstandes, dass sich die Mäuse unterhalb der Schneedecke bewegen und die Raubvögel keinen Zugriff mehr auf diese haben. Verhungerte Bussarde und Rehe wurden bereits stellenweise aufgefunden. Während der Notzeit sind Jäger verpflichtet dem Wild im ihren Revier zu helfen. Zu diesem Zweck wurden Maisfelder im Herbst stehen gelassen. Diese sind nun kahlgefressen. Nachschub in Form von Futterstellen, z.B. für Rebhühner, kann da Abhilfe leisten.
Ein schlechter Winter für Klimaschützer
Dieser Winter passt so gar nicht in das Bild der globalen Erwärmung. Der Januar 2010 ist bundesweit in etwa um drei Grad zu kalt ausgefallen.
Viele Klimaforscher als auch Klimaschützer versuchen nun den aktuellen Winter herunter zu spielen. Darunter auch ein Herr Kachelmann. Er spricht in diesem Zusammenhang gerne von den “richtig kalten” Wintern und Wintermonaten, die bis zu elf Grad zu kalt ausgefallen sind. Wann und wo das gewesen sein soll, erzählt er allerdings nicht. Vermutlich meint er die Winter in der kleinen Eiszeit. Die Berliner Zeitreihe gibt jedenfalls nicht anderes her.
Auch ein Herr Rahmstorf spricht gerne von den “richtig kalten” Wintern und Wintermonaten und bezieht sich dabei auf den kältesten Januar der Potsdamer-Aufzeichnungsgeschichte, den Januar 1940. In Potsdam lag der Januar 1940 um -9°C unter dem langjährigen Januar-Mittelwert von 1961-90. Der Januar 2010 lag “nur” um -4°C darunter. Damit nimmt der Januar 2010 immerhin den neunten Rang in der Potsdamer Zeitreihe, die seit 1893 geführt wird, ein. Das wird dabei gerne verschwiegen. Und für diesen Winter zeichnet sich bisher kein Ende ab.
Im Osten der USA / Washington haben sie derzeit wenig Freude
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