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Vermischtes + Internetkultur

Die Flamme der Freiheit raucht nicht mehr

Montag, den 8. Februar 2010 um 10:01 Uhr von Holger Finn

Für anderhalb Wochen war der “junge Mann aus Barth” ein Star, der Zehntausende magisch in seinen Bann zog. Kaum in der Lage, geradeaus zu sprechen, zeigte der übergewichtige Rechtsradikale, wie man auch völlig ohne Talent, Idee und Charisma seine fünf Minuten Ruhm haben kann.

Mehr als 50.000 Zuschauer versammelte der Rechtsradikalist im weißen T-Shirt, Google findet inzwischen 33.000 Fundstellen zu seinem Künstlernamen und überall hagelte es verheerende Bewertungen für seine Versuche, Deutschland per Rapgesang zu türkischen Diskorhythmen von allem Fremden zu befreien.

Der blitzblöde Kamerad aus Barth wurde ausgelacht und niedergemacht

Ein Schlag gegen die rechtsextreme Szene, die seit der Veröffentlichung der Homosexualität des Chefs der Wehrsportgruppe Hoffnung nicht mehr soviel Hohn und Spott zu ertragen hatte. Statt Angst zu verbreiten und den Qualitätsmedien Gelegenheit zu geben, die ausgeklügelte “Web 2.0″-Strategie der intellektuellen Rechten zum Anlass für angestrengt ausgedachte Analysen zu “No-Go-Areas” und der unmittelbar bevorstehenden Errichtung des Dritten Reiches durch Verfassungsschutz und BND zu nehmen, wurde der blitzblöde Kamerad aus Barth ausgelacht und niedergemacht. Die von ihm beschworene “rauchende Flamme der Freiheit” drohte, die gesamte Neue Rechte in einen tiefen Abgrund aus kollerndem Gelächter zu ziehen.

Bis die Kämpfer gegen Rechts endlich eingriffen. Weil der junge Mann aus Barth mit seinem holpernden Hiphop-Hymnen dem Ruf der Rechten mehr schadete als alle Aussteigerprogramme der vergangenen zehn Jahre, ließ man das mit Herzblut und völlig ohne Hirn hergestellte Video jetzt wegen “eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen” sperren. Die “Flamme der Freiheit”, nun “raucht” sie nicht mehr. Nur hier, doch wer weiß, wie lange noch:


Quelle: politplatschquatsch.com

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    am 8. Februar 2010 um 11:04 Uhr | Link | Kommentar melden

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