Carrotmob in Berlin: Verbraucher machen ernst

Artikel von nicole oppelt vom 09.02.2010, 14:11 Uhr im Ressort Vermischtes, Nachhaltigkeit, Internetkultur | 3 Comments

carrot.jpgDer Valentinstag steht vor der Tür. Die Blumenindustrie läuft auf Hochtouren und die Männerwelt rotiert mit ihr um die Wette. Was der Liebsten geschenkt wird, ist klar. Wo und wie allerdings nicht. Reflektion? Meist Fehlanzeige. Pünktlich, einen Tag vor dem rosaroten Großereignis drehen deshalb findige Verbraucher den Spieß einfach um. Mit Hilfe eines so genannten [1] Carrotmobs machen sie ernst und wenden sich am kommenden Samstag, 13. Februar von 09.00 bis 18.00 Uhr gegen den unüberlegten Konsum.

Carrotmob, diese Bezeichnung mag auf den ersten Blick zurecht etwas albern klingen. Was genau kann sich der Verbraucher aber unter dieser ursprünglich aus dem fernen San Francisco kommenden Umweltbewegung vorstellen? Ganz einfach: “Alle reden von der Macht der Verbraucher (…) Wir drehen das Prinzip des Boykotts um und belohnen Geschäfte, die bereit sind, etwas zum Positiven hin zu verändern”, schreiben die Veranstalter auf ihrer [2] Website .

Nach zwei erfolgreichen Aktionen im Juni und Oktober vergangenen Jahres fordern die Initiatoren nun dazu auf, die Blumen für die Liebsten bei “Floristik Männertreu”, [3] Bornholmer Straße 78 im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg zu kaufen. “Blumen für die Liebe. Geld für den Klimaschutz”, lautet also diesmal das Motto, das sich derzeit rasch über die von der [4] BUNDjugend Berlin organisierten [5] Facebook-Gruppe verbreitet. “Der Laden wird unglaubliche 56% des in dieser Zeit erzielten Umsatzes dazu verwenden, seinen Laden energieeffizienter umzubauen und fair gehandelte Blumen anzuschaffen”, erklären sie die weiterreichenden Folgen dieser Aktion und fassen zusammen: “So wird langfristig seine CO2-Bilanz gesenkt und damit das Klima geschützt. Wenn du dabei bist, können wir wirklich etwas verändern. Jeder zählt!”

Bei “Glühwein Happy Hour” von 15.00 bis 18.00 Uhr, Kaffee, Kuchen und Musik gemeinsam für eine Sache kämpfen. [6] Das klingt gar nicht mal so schlecht. “Für uns heißt unser Ziel, den ‘Erfolg und Misserfolg am Markt’ mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu verbinden, erreichen!”, erklären die Initiatoren weiter. Wenn Möhre auf Blume trifft, kann da ja wohl nichts mehr schiefgehen.

Bis es soweit ist, hier ein Rückblick in den letzten Sommer. Am 13. Juni 2009 stand die Wiener Straße 40 im Zentrum des Interesses. Damals hatte sich der Spätkauf Multikulti dazu entschlossen, 35 Prozent seines an diesem Tag erzielten Umsatzes in eine energieeffizientere Umgestaltung zu stecken.

In diesem Sinne: Hingehen und mitmachen!


Artikel aus "Readers Edition": http://www.readers-edition.de

Link zum Artikel: http://www.readers-edition.de/2010/02/09/carrotmob-in-berlin-verbraucher-machen-ernst/

Links im Artikel:
[1] Carrotmobs: http://de.wikipedia.org/wiki/Smart_Mob#Carrotmob
[2] Website: http://www.carrotmobberlin.com/derzweite/das-prinzip
[3] Bornholmer Straße 78: http://www.facebook.com/event.php?eid=298797931440
[4] BUNDjugend Berlin: http://www.bundjugend-berlin.de/neu/index.php?option=com_content&task=view&id=182&Ite
mid=168

[5] Facebook-Gruppe: http://www.facebook.com/event.php?eid=298797931440
[6] Das klingt gar nicht mal so schlecht: http://carrotmob.org/

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