Eine Reise in die Zukunft

Haben wir wirklich alle über unsere Verhältnisse gelebt? Ist unser Wohlstand daran schuld, dass es uns bald viel schlechter gehen muss? Straft uns die geheimnisvolle Gerechtigkeit Gottes für unseren vorschnellen Wohlstand? Nein! Wir leben bereits in der Zukunft. Wir leben bereits heute so gut, wie es uns erst dann problemlos

Haben wir wirklich alle über unsere Verhältnisse gelebt? Ist unser Wohlstand daran schuld, dass es uns bald viel schlechter gehen muss? Straft uns die geheimnisvolle Gerechtigkeit Gottes für unseren vorschnellen Wohlstand?

Nein! Wir leben bereits in der Zukunft. Wir leben bereits heute so gut, wie es uns erst dann problemlos möglich wäre, wenn wir das Geld dazu hätten. Das Geld dazu haben wir uns aber geliehen. Nur dank dem geliehenen Geld können wir heute so leben, wie wir es sonst erst in einigen Jahren oder sogar Jahrzehnten dürften. Wir sind der Wirklichkeit vorausgeeilt. Und trotzdem ist das alles keine Fiktion. Uns geht es wirklich schon heute so gut, wie wir es erst in der Zukunft verdienten, wenn uns niemand das Geld dazu geliehen hätte. Ohne das geliehene Geld wäre das Bruttoinlandsprodukt in den ganzen Jahren nicht so beständig gestiegen und wir stünden ziemlich blöd da. Ohne das geliehene Geld stünde auch manches von unseren Häuschen nicht dort, wo es gerade steht, und wir säßen ziemlich blöd da: In einer knappen Wohnung oder im Regen. Ohne das geliehene Geld wären auch unsere Straßen nicht so voll von rasenden Autos, und wir säßen ziemlich blöd da: In der Straßenbahn oder auf einem Fahrrad. Ohne das geliehene Geld hätten wir nur alte Fernseher und Computer zu hause, oder wir hätten auch gar nichts zum Spielen. Nur dank dem geliehenen Geld ist die Welt heute so wie sie es ist, so wie wir sie gerne haben wollten, wenn wir das Geld dazu hätten.

Wir haben bereits hier und heute eine Welt geschaffen, die es eigentlich erst in einer ferner Zukunft hätte geben dürfen.

Mit dem geliehenen Geld haben wir sogar die Mehrwertsteuer bereits bezahlt, die wir erst in der Zukunft hätten zahlen können. Wir leben bereits heute so, wie es uns eigentlich nur dann möglich wäre, wenn wir das Geld dazu hätten.

Die Ungeduld unserer Herzen kann die Zeit verschieben. Wir können bereits jetzt in einer Wirklichkeit leben, die wir uns nach der Meinung mancher Ökonomen und Staatsführer erst erarbeiten müssten. Obwohl diese Wirklichkeit eindeutig keine Täuschung ist, sondern bereits erarbeitet wurde, wie wir uns davon mit eigenen Augen überzeugen können. Nur der ungläubige Thomas würde die Häuser, Autos, Fernseher und Computer gerne antasten wollen, um sich davon zu überzeugen, dass es diese Dinge auch wirklich gibt. Unser gegenwärtiger Wohlstand ist real. Wir haben bereits hier und heute Dinge zustande gebracht, die es erst in einer ferner Zukunft hätte geben dürfen. Weil wir das Geld für diese Dinge gar nicht haben. Wir haben uns das Geld dafür nur geliehen. Also dürfte es nach Meinung derjenigen, die da meinen, dass wir über unsere Verhältnisse leben, diese Dinge gar nicht geben.

Und kein Physiker kann uns erklären, wie so etwas möglich ist. Was sind eigentlich die Verhältnisse, in denen wir leben? Sind sie wirklich real, oder schweben wir mit unseren Vermutungen und Irrtümern über den tatsächlichen Verhältnissen? Bilden wir uns nur ein, dass es uns gut geht? Oder können wir den Wohlstand auch dann herbeiführen, wenn wir ihn gar nicht bezahlen können? Weil wir die Fähigkeiten und das Werkzeug dazu haben? Leben wir wirklich über unseren Verhältnissen oder ist das Geld einfach nur zu langsam? Wird das Geld auf seinem langen Weg in unsere Taschen irgendwo ausgebremst oder womöglich sogar abgezweigt? So dass es bei uns gar nicht oder nicht rechtzeitig ankommen kann? Hindert uns der geheimnisvolle Fluss des Geldes daran, bereits heute so zu leben, wie wir es problemlos können, weil wir die Fähigkeiten und das Wissen dazu haben? Fehlt uns vielleicht nur noch das Wissen über den geheimnisvollen Fluss des Geldes? Wenn unsere Zukunft von dem Geld so sehr abhängig ist, wie es uns bereits klar geworden ist, müssten wir dann dem Geld nicht auch etwas mehr Aufmerksamkeit widmen, als wir es bislang getan haben?

Müssen wir das Geld womöglich etwas gründlicher unter die Lupe nehmen?!

Weil sich sonst unsere Zukunftsreise, die wir gerade hinter uns haben, nicht richtig erklären lässt. Wir brauchen kluge Wissenschaftler, die sich nicht damit abgeben, die Zukunft zu deuten, sondern die uns helfen, die Wirkung des Geldes auf uns und unsere Geschicke so zu verstehen, damit wir unsere Zukunft auch ohne Schulden gestalten können. Und zwar so, wie wir es bereits heute dank dem Stand der Technik und unseres Wissen ziemlich realistisch können. Nur der Geldmangel hindert uns daran. Das schöpferische Potential in uns Menschen ist deutlich größer, als es uns das Geld gegenwärtig erlaubt.

Kommentare

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  1. Viele Fragen, wenig Antworten. Geld ist nur ein Werkzeug. Natürlich lohnt es sich, sich mit seinen Möglichkeiten zu befassen wie der Schneider auch die Schärfe seiner Schere bedenken muss. Aber Wunder sind von der gründlichen Untersuchung des Werkzeugs nicht zu erwarten.

    Unsere Konsumwelt ist real, auch wenn wir die Mittel zu ihrem Erwerb geliehen haben und später zurückzahlen müssen. Es gibt nicht die zwingende Verknüpfung zwischen dem was wir an vorhandenen Vermögenswerten einsetzen können und dem was wir daraus und aus Wechseln, die wir auf zukünftiges Vermögen ziehen, aufbauen. Jeder Unternehmer setzt darauf, dass er mit Eigenkapital und hinzukommenden Kreditmitteln merh Ertrag erwirtschaften kann als mit dem Eigenkapital allein. Die Erwartung ist, dass er mit dem Mehrerlös auch die Lasten der aufgenommenen Kredite tragen kann. Wenn man es nicht übertreibt, klappt das doch auch!