Flattr – Ein “Rettungsanker” für geistiges Eigentum?

StudiVZ Buschfunk: Erst heute morgen ereilte die Musikfreunde der Welt eine erschreckende Nachricht. Warner Musik, immerhin das drittgrößte Musik-Label überhaupt, “kündigt Streamingdiensten die Freundschaft“. Gratis-Musik im Internet, etwa bei Last.fm und Co.? Nicht mit CEO Edgar Bronfman. Er ist sich sicher: “Kostenlose Streamingdienste sind eindeutig nicht positiv für unsere Branche.”

StudiVZ Buschfunk: Erst heute morgen ereilte die Musikfreunde der Welt eine erschreckende Nachricht. Warner Musik, immerhin das drittgrößte Musik-Label überhaupt, “kündigt Streamingdiensten die Freundschaft“. Gratis-Musik im Internet, etwa bei Last.fm und Co.? Nicht mit CEO Edgar Bronfman. Er ist sich sicher: “Kostenlose Streamingdienste sind eindeutig nicht positiv für unsere Branche.” Künftig wolle der Konzern nur noch kostenpflichtige Downloads anbieten. Betroffen davon wäre unter anderem Musik von REM, Jimi Hendrix, den Red Hot Chilli Peppers oder auch Frank Sinatra.

Doch es scheint eine Lösung aus dem Buschfunk zu ertönen. “Unglaublich guter Ansatz und potenzieller Rettungsanker für geistiges Eigentum”, lässt am frühen Donnerstagabend ein Nutzer seine Leser wissen. Worauf er anspielt: Flattr – “ein soziales Mikrobezahlsystem“, mit dem Pirate Bay-Mit-Gründer Peter Sunde den Paid Content revolutionieren möchte. Gerade mal mit einem einzeiligen Tweet hat dieser heute auf seine Idee hingewiesen. Wie das Ganze am Ende funktioniert, erklärt André Vatter von basicthinking.de wie folgt: “Jeder Internetnutzer zahlt einen festen Betrag im Monat. Besucht er nun die Seite eines Bloggers, Podcasters, Musik- oder News-Anbieters findet er dort neben den Inhalten einen Flattr-Button, ähnlich den Social Boookmarks, die wir heute von Facebook, Digg oder Twitter her kennen. Wenn der Inhalt gefällt, wird geklickt einmal, zweimal €“ vielleicht sogar dreimal.” Am Ende des Monats würden, so Vatter weiter, die Klicks des Nutzers dann gezählt und der eingezahlte Betrag entsprechend geteilt und am Ende unter allen Empfängern verteilt. Auf diese Weise bekomme der einzelne Publisher vielleicht pro Nutzer nur ein paar Cent, doch Sunde sei überzeugt: “Aus vielen Bächen wird ein großer Strom!”

Es gibt kaum noch eine Hemmschwelle für den Nutzer

Der Autor jedenfalls scheint schon jetzt überzeugt, wenn er weiter schreibt: “Vergleicht man dieses Bezahlprinzip mit den heute am Markt vertretenen Lösungen für Micropayment (PayPal, Kreditkarte, Kontoeinzug et.al.), wird schnell klar, wo hier die Vorteile liegen: Es gibt kaum noch eine Hemmschwelle für den Nutzer, seinem anfänglichen Bedürfnis (‘Hm, eigentlich wär mir dieser Song / dieser Artikel / dieses Foto XY Cent wert.’) auch wirklich nachzugeben.” Sundes Problem, das räumt er ebenso ein, werde es allerdings nun sein, ein anständiges Netzwerk mit großer Reichweite aufzubauen. Je mehr Leute sich Flattr in der Startphase anschließen würden, desto schneller könnte dieses Bezahlnetzwerk etabliert werden.

Flattr.com – How Flattr Works from Flattr on Vimeo.

Um einen Account bewerben können sich Interessierte hier.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. . . .und wer kontrolliert Herrn Sunde, wenn er oder potentielle Mitarbeiter nach einigen Jahren über aussagekräftige Profile verfügen?
    Da werden bei der Wirtschaft wieder Begehrlichkeiten geweckt!