Dass Griechenland seinerzeit nicht in der Lage war, den Voraussetzungen zu genügen, die Bedingung für eine Einführung des Euro gewesen wären, war allen Verantwortlichen in der Europäischen Union klar. Doch es ging darum, Einigkeit zu demonstrieren, niemanden zurückzulassen, ein Europa zu schmieden, dass in Konkurrenz treten konnte mit dem großen nordamerikanischen und mit dem hungrigen asiatischen Wirtschaftsraum.
Griechenland fälschte sein Visum und erhielt augenzwinkernd Einlass. Die Führer der Union setzten darauf, dass die Einheitswährung die Fußlahmen über kurz oder lang schon fit werden lassen, das Tempo der an der Spitze Marschierenden aber durch elf Millionen in einem maroden Staat gefangene Griechen nicht allzu sehr beeinträchtigt würde.
Kein ganzes Jahrzehnt hat die Spekulation gehalten – und nun ist zumindest die medial vorgetragene Empörung darüber groß, wie sehr man doch von den Griechen betrogen worden sein. Nichts gewusst habe man davon, dass der Euro den Hellenen das Geldverschwenden noch erleichtert habe. Alle löffeln aus demselben Euro-Eintopf, wo unterschiedliche Währungen fehlen, fehlt es auch an den von Frankreichs Präsident Sarkozy erst kürzlich zu Teufelszeug erklärten Währungsspekulationen. Gäbe es die Drachme noch, gäbe es die. Dann ginge es Griechenland schlecht. Es gibt sie nicht mehr, also leidet ganz Europa.
Selbst Frankreich, das große Hoffnungen auf die Griechen setzt, auch wenn in den endlosen amtlichen Mitteilungen der amtlichen Nachrichtenagenturen und Qualitätsmedien nicht die die Rede davon ist. Doch auch wenn das nirgendwo erwähnt wird: Die maladen Griechen sollen nicht nur sparen, sondern auch sechs Kriegsschiffe von Frankreich kaufen und 2,5 Milliarden Euro dafür bezahlen. Griechenland braucht die Schiffe angeblich dringend “zur Bekämpfung von Überwasserschiffen und U-Booten, aber auch für die Vernichtung von Boden- und Luftzielen”, wie es bei Novosti heißt. Frankreich wiederum braucht das Geld, um Löcher im Staatshaushalt zu stopfen und selbst sechs Ersatzfregatten zu kaufen.
Da riecht es nach Rettung, so teuer sie auch wird, denn ein gerettetes Griechenland rettet Frankreich und ein gerettetes Frankreich rettet die Union. Flottenmanöver im Euro-Eintopf. Erst später gibt es dann vermutlich Krieg bei den Spartanern: Im vergangenen Jahr hat das nur noch von europäischen Kreditversprechen aufrechterhaltene Griechenland 3,16 Milliarden Euro für den Erwerb neuer Waffen ausgegeben, für 2010 sind 2,72 Milliarden Euro geplant.
Das Land, dem niemand mehr etwas leihen will, kauft damit derzeit für 0,2 Prozent der Weltbevölkerung rund vier Prozent aller Waffen, die auf den Weltmarkt kommen. Mal sehen, gegen wen es gehen soll.
Quelle: politplatschquatsch.com
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.