Dies bewegt ganz Deutschland: Islamfeindschaft, Erhöhung von Sozialleistungen, jüdische Wurzeln in der deutschen Sprache. Hier einige Leseempfehlungen, welche sich mit diesen Themen ausführlich beschäftigen: I Fall Benz und Absurditäten in der Kritik an der Konferenz “Feindbild Muslim – Feindbild Jude”, II Vom Staatspaternalismus zum totalitären Staat, III Hebräische Wörter im deutschen Wortschatz
I Benz und Absurditäten in der Kritik an der Konferenz “Feindbild Muslim – Feindbild Jude”
Viel Kritik musste sich der Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung seit der Konferenz zum Thema “Feindbild Muslim €“ Feindbild Jude” vom 8. Dezember 2008 gefallen lassen. Zwei Tage danach beschuldigte der Journalist Henryk M. Broder in seinem Beitrag für die Achse des Guten Aliens und Antisemitismus Benz, dass dieser Juden als “Alibigeber und Kaschrut-Erteiler” benutzen würde und er sich somit selbst zum Antisemiten machen würde. “Antisemitismusforschung ist keine akademische Disziplin, sondern Kaffeesatzleserei mit Wünschelrutengängern”, so Broder weiter.
Schon vor der Konferenz hagelte es heftige Kritik. Der Politikwissenschaftler Dr. Clemens Heni warf dem Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) in seinem Blogbeitrag Antisemitismus ist eine Gefahr €“ €šIslamophobie€˜ ein Phantasma (1.12.2008) vor, mit der Konferenz zum Thema Islamfeindschaft die Bedrohung des Irans zu relativieren €“ sowie mit dem Vergleich von Islamophobie und Antisemitismus den Holocaust:
“Eine solche Konferenz wie jene des ZfA ist ein Zeichen gerade für Studenten oder jüngere Menschen: seht, Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus gab es schon früher und es hat fürchterliche Konsequenzen. Die Juden waren nur ein Beispiel. Damit wird von einem staatlich sehr gut ausgestatteten Zentrum ganz offensiv die Relativierung des Holocaust vorangetrieben und Antisemitismus völlig unspezifisch mit Rassismus gleichgesetzt. Es ist noch nicht einmal €ºnur€¹ ein Vergleich, nein, es wird ohne Fragezeichen gleichgesetzt in der Ankündigung.
Weitere Beispiele mögen verdeutlichen, wie stark dieses Phantasma der “Islamophobie€ ist:
Wo sind heute Debatten über die Gefahr welche von türkischen Gemüsehändlern ausgehe?
Wo sind explizite (!) Antitürken oder Antimuslim-Parteien in Deutschland, die gar ins Parlament gewählt werden?
Wird nicht vielmehr auch in rechtsextremen Periodika wie der Jungen Freiheit durchaus mit Islamisten wie den Brüdern Özoguz vom berüchtigten Muslim-Markt diskutiert (siehe Junge Freiheit vom 20. August 2004), da doch beide €“ Nazis und Islam-Faschisten €“ die gleichen Feinde hätten, nämlich die USA und die Juden/Israel?
Oder wo sind die Muslim-Zählungen bei der Bundeswehr, wenn wir an die €ºJudenzählung€¹ von 1916 denken?”
Um weltpolitisch zu reden: wenn ein Präsident eines mächtigen Staates wie Iran eine antisemitische Rede halten kann vor den Vereinten Nationen und danach sogar von einem über 80jährigen Nicaraguaner geherzt wird und viele Delegierte klatschen und NUR die USA und Israel von vornherein der Rede dieses Holocaustleugners und obsessiven Antisemiten fern blieben: leben wir dann in einer Zeit der Bedrohung für Muslime?
Inwieweit die Ankündigung des ZfA Antisemitismus mit Islamophobie gleichsetzt und woher Heni den Begriff Islamophobie nimmt (die Ankündigung des ZfA benutzt einen anderen Begriff, nämlich “Islamfeindlichkeit”), bleibt schleierhaft und unbeantwortet. Zudem ist es methodisch fragwürdig, inwieweit eine Bewertung einer noch nicht stattgefundenen Konferenz rein auf Basis einer Ankündigung sachlich und vorurteilsfrei möglich ist. Den gleichen Vorwurf könnte man auch dem Kollegen Henis, Dr. Matthias Künzel , machen, der in seinem Beitrag Wissenschaftler auf Abwegen. Wie das “Zentrum für Antisemitismusforschung” das “Feindbild Islam bekämpft (23.11.2008) Benz Abgrenzungskriterien zwischen Islam und Islamismus kritisiert.
Im Folgenden möchte ich auf Basis der hier beschriebenen Anfänge der Kritik an Wolfgang Benz drei Sachverhalte diskutieren: Im ersten Teil gehe ich auf den Inhalt der von Benz in der vieldiskutierten Konferenz “Feindbild Muslim €“ Feindbild Jude” gehaltenen Einführungsrede ein, im zweiten Teil möchte ich die Termini Islamophobie, Antisemitismus und Islamfeindschaft klären und zum Schluss die Frage stellen, ob Benz tatsächlich, wie immer wieder behauptet wird, Antisemitismus mit Islamfeindlichkeit bzw. Islamophobie gleichsetzt.
Weiter: http://freiegedanken.info/wolfgang-benz-und-die-vorurteilsforschung
II Vom Staatspaternalismus zum totalitären Staat
Es ist dringend notwendig, den ethischen Wert der individuellen Freiheit und der Eigenverantwortung neu zu entdecken.
Kaum ein Tag vergeht in einem westlichen Land, ohne dass ein neues Gesetz den Bürgern vorschreibt, was sie essen, trinken, rauchen, sehen oder lesen dürfen, oder eben auch nicht. Der Güteraustausch, Finanztransaktionen und der Arbeitsmarkt werden so zunehmend reguliert €” angeblich um die Individuen vor sich selbst zu schützen.
Die Schweiz ist hier keine Ausnahme. Der Bundesrat machte jüngst von sich reden, als er die Kinderbetreuung durch Nahestehende einer Bewilligung unterstellen wollte. In eine ähnliche Richtung zielt auch sein Gesetzesentwurf zur Gesundheitsförderung und -prävention.
Schritt für Schritt drohen die sich stets ausweitenden Massnahmendieses Staatspaternalismus zu einem neuen Totalitarismus auszuwachsen. Paternalistische Interventionen sind umso gefährlicher, weil sie auf guten Absichten beruhen. Die unvermeidbare Folge ist eine Infantilisierung der Bürger: Individuen werden für ihre Taten nicht mehr als verantwortlich betrachtet, und müssen deshalb immer weiteren Präventionszwangsmassnahmen ausgesetzt werden. So entsteht ein Teufelskreis, denn die paternalistischen Massnahmen führen zu einer Schwächung der individuellen Anreize, sich verantwortungsvoll zu verhalten.
Wie geht man aber in einer freien Gesellschaft mit Leuten um, die sich durch eigene Entscheide in Not bringen?
Weiter: http://www.libinst.ch/?i=vom-staatspaternalismus-zum-totalitaren-staat
III Hebräische Wörter im deutschen Wortschatz
“Hebräischen Wörtern begegnen die Deutschen jeden Tag, ob sie richtig malochen (melacha = Arbeit), jemanden für meschugge halten (meschugga = verrückt), weil er Stuss redet (Schtut = Unsinn), oder ihn dufte finden (tov = gut). Und wer hat sich nicht schon mal über einen Ganoven geärgert (ganav = Dieb), dessen Geschäfte nie ganz koscher (kascher = rein, einwandfrei) sind.”
…:)