Sind wir alle Klimaskeptiker?

Nein, das sind wir mit Sicherheit nicht. Es gibt einige, und zwar nicht wenige Menschen, welche die Entwicklung unseres irdischen Klima sehr skeptisch betrachten. Die werden von den Klimaskeptikern als Klimaalarmisten bezeichnet. Und es gibt ein langsam größer werdendes Spektrum an Menschen, welche die Klimaentwicklung nicht so skeptisch sehen und

Nein, das sind wir mit Sicherheit nicht. Es gibt einige, und zwar nicht wenige Menschen, welche die Entwicklung unseres irdischen Klima sehr skeptisch betrachten. Die werden von den Klimaskeptikern als Klimaalarmisten bezeichnet. Und es gibt ein langsam größer werdendes Spektrum an Menschen, welche die Klimaentwicklung nicht so skeptisch sehen und die bezeichnen sich deswegen selbst als Klimaskeptiker.

Woher kommt so viel Skepsis? Die Optimisten, die sich selbst als Skeptiker bezeichnen, weil sie wahrscheinlich nicht als blauäugig oder naiv betrachtet werden wollen, stellen sich skeptisch gegenüber den Warnungen, welche von den sogenannten Klimaalarmisten kommen. Und daran ist nichts auszusetzen. Denn gesunde Skepsis ist nun mal nachweislich gesund.

Indem die Klimaskeptiker mit ihrer Skepsis die oft sehr pessimistischen Warnungen der sogenannten Klimaalarmisten negieren, manifestieren sie damit unverhüllt auch ihren unbeugsamen Optimismus. Also sind sie eigentlich für jeden leicht durchschaubar und erkennbar echte Klima-Optimisten und keine “Klimaskeptiker”. Deswegen werde ich den Begriff “Klimaskeptiker” nur noch mit Einführungszeichen benutzen, was ich eigentlich schon immer gern täte. Nur aus Sorge vor Missverständnissen habe ich dieser Versuchung bislang widerstanden. Es sollte nämlich nicht der Eindruck entstehen, dass ich die “Klimaskeptiker” nicht ernst nehme, nur weil ich sie begründeter Weise für Optimisten halte.

Die Mehrheit der Gesellschaft besteht weder aus den Optimisten noch den Pessimisten oder Skeptikern. Sie besteht bekanntlich aus den Gleichgültigen. Die Spezies der Gleichgültigen verhält sich in den meisten Fragen sehr neutral, argumentiert am Liebsten nur mit gekonntem Schulterzucken und folgt mit vorbildlicher Unauffälligkeit ihren alltäglichen Aufgaben und Interessen. Deswegen stehen sie praktisch nie zur Debatte, wenn sich eine ernsthafte Diskussion zwischen den optimistischen “Klimaskeptikern” und den sehr skeptischen “Klimaalarmisten” entwickelt.

In dieser Auseinandersetzung sind die sogenannten Klimaalarmisten immer im Vorteil. Sie warnen nämlich nur vor den möglichen negativen Folgen unseres ungehemmten Konsums an fossilen Rohstoffen. Ob die negativen Folgen auch wirklich eintreten oder ob die Gefahren, vor denen die “Klimaalarmisten” warnen, auch wirklich so ernst sind, ist unwichtig. Die “Klimaalarmisten” warnen uns wenigstens davor. Und wenn die Gefahren, vor denen sie warnen, gar nicht eintreten, dann sind alle übrigen Menschen deswegen nicht enttäuscht, sondern sie freuen sich sogar darüber.

Das, was für die “Klimaalarmisten” ein eindeutiger Vorteil ist, ist für die optimistischen “Klimaskeptiker” ein ernsthafter Nachteil. Sie müssen mit ihrer Skepsis gegenüber den Warnungen der “Klimaalarmisten” recht behalten! Weil falls doch irgendwelche negativen Folgen des Klimawandels eintreten, dann bekommen sie von allen Seiten nur Vorwürfe zu hören: “Ihr habt uns davon abgehalten, wichtige Vorkehrungen zu treffen!”

Wir dürfen nämlich diejenigen nicht vergessen, die in unserer Diskussion gar nicht zur Debatte stehen €“ die Gleichgültigen. Die warnenden “Klimaalarmisten” werden von den Gleichgültigen nicht zur Rechenschaft gezogen, falls nicht schlimmes passiert. Warum auch? Es ist doch alles bestens gelaufen! Dagegen müssen sich die optimistischen “Klimaskeptiker” auf allgemeine Verachtung und Verhöhnung einstellen, falls doch etwas Unangenehmes oder sehr Beschwerliches im Zusammenhang mit dem Klimawandel eintreten sollte.

Nun könnten wir auch noch ein wenig darüber nachdenken, ob die Selbstbezeichnung als “Klimaskeptiker” nicht ein wenig überheblich ist. Ein echter Skeptiker ist in seiner skeptischen Haltung eher zurückhaltend. Er geht nie in die Offensive, weil er genauso die Aussagen der “Klimaalarmisten” wie auch der “Klimaskeptiker” anzweifelt. Seine Skepsis ist nämlich durch mehr oder weniger berechtigte Zweifel begründet. Und Zweifel sind an sich keine Überzeugung, für die es sich lohnt zu kämpfen.

Ein echter Skeptiker ist meistens auf dem Weg der permanenten Suche nach Argumenten, die seine Zweifel zerstreuen könnten. Nur zweifelt dann der echte Skeptiker diese Argumente meistens gleich wieder an, so dass er immer weiter suchen muss. Ein Mensch, der zu einer vertretbaren Überzeugung gelangt ist, dass z.B. die Warnungen der “Klimaalarmisten” gar nicht stimmen können, ja sogar wissenschaftlich nicht ausreichend begründet sind und damit praktisch unbegründet, kann sich nicht mehr als Skeptiker bezeichnen. Denn ein solcher Mensch hat endlich seine Gewissheit erlangt und er weiß auch, was zu tun ist. Er muss sich den Klimaalarmisten mit Entschiedenheit entgegen stellen.

Ein echter Skeptiker fragt sich dagegen, welchen Sinn das macht, unstimmige Behauptungen zu widerlegen, wenn sie doch unstimmig sind. Man nimmt sie einfach nicht ernst. Dagegen ist eine Warnung nie eine unstimmige Behauptung. Auch dann nicht, wenn sie nicht stimmen sollte. Warnung ist einfach nur Warnung. Und Windmühlen sind Windmühlen. Wenigstens in Holland.

Kommentare

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  1. 1. Schön. Nur kennst Du die Entstehungsgeschichte des Begriffs Klimaskeptiker nicht. Den gaben die sich nicht selbst. Es kommt von einer Verschwörungstheorie der Alarmisten. Exxon bezahlte Zweifeltreiber pla pla.
    2. Und nein, ein Skeptiker ist nicht zwingend gleich ein ULTRAskeptiker, der jeglichen Pieps anzweifelt und geistig im Dauerzustand auf einer Zweifelachterbahn lebt.


    “Weil falls doch irgendwelche negativen Folgen des Klimawandels eintreten, dann bekommen sie von allen Seiten nur Vorwürfe zu hören: “Ihr habt uns davon abgehalten, wichtige Vorkehrungen zu treffen!”

    Oh Mann, hatten wir doch in den letzten 40-Jahren Glück. Wir sind die Überlebenden der schlimmsten Weltkatastrophen in noch nie dagewesen kurzen Abständen der Menschheitsgeschichte. So viele globale Katastrophen, so viele Pandemien brachen über uns herein. Dagegen war der 2.Weltkrieg nur ein Schluckauf. Und die Zweifler der EXTREMEN Betrachtungsweise mussten sich meistens immer das danach anhören: “”
    Nix. Schweigen. Wurde unter dem Tisch gekehrt und €˜ne neue Sau durchs Dorf getrieben. Eine gesunde Skepsis würde manchen nichts schaden. Das hätte uns Unsummen von schwachsinnigen Maßnahmen erspart.

    1. Nein, sie werden LEIDER de facto nicht aufgehalten.
    2. Dienen die meisten Maßnahmen der vorgegebenen Gründe kaum bis wenig.