Vergaukelt und verschaukelt

Vielleicht steht es mir als Fan des 1. FC Köln nicht zu, das Aus im Viertelfinale des DFB-Pokals hauptsächlich am offensichtlichen “Amoklauf” des Herrn Thorsten Kinhöfer festzumachen. Deshalb ein paar versöhnliche Worte vorneweg: Der FC Augsburg bot am vergangenen Mittwoch eine tolle kämpferische und auch spielerische Vorstellung und hat sich

Vielleicht steht es mir als Fan des 1. FC Köln nicht zu, das Aus im Viertelfinale des DFB-Pokals hauptsächlich am offensichtlichen “Amoklauf” des Herrn Thorsten Kinhöfer festzumachen. Deshalb ein paar versöhnliche Worte vorneweg: Der FC Augsburg bot am vergangenen Mittwoch eine tolle kämpferische und auch spielerische Vorstellung und hat sich den Einzug ins Halbfinale durchaus auf dem Platz verdient. Die Einschränkung folgt jedoch auf dem Fuße: Dem 1. FC Köln wurde überhaupt keine Chance gegeben, nach frühem Rückstand wieder in die Partie zu finden.

Gezielte Eliminierung?

An dieser Stelle sind wir schon mitten in der Beurteilung der komischen Entscheidungen von FIFA-Schiedsrichter Kinhöfer und seinem Gefolge: Die Gastgeber gingen von Beginn an äußerst rustikal in die Zweikämpfe und hätten bei korrekter Regelauslegung bereits nach 20 Minuten mit einigen Gelben Karten, wenn nicht ihrerseits mit einem Platzverweis gemaßregelt gehört. Stattdessen sah Herr K. nach Rücksprache mit dem 4. Offiziellen eine Tätlichkeit von Adil Chihi, dem Lieblingsopfer der kampfkräftigen Augsburger, beim Kampf um den Ball. Tatsache ist, dass Chihi versucht hat, sich von seinem Gegenspieler loszureißen, nachdem dieser ihn mit unaufhörlichen Tritten in die Waden malträtiert hatte und sich bei der als “Attacke” gewerteten Szene theatralisch fallen ließ. Mit Chihi war denn auch der beste Offensivspieler des FC aus dem Spiel genommen, just zu einem Zeitpunkt, als die Gäste besser ins Spiel fanden und sich gerade einige vielversprechende Torchancen erarbeiten konnten.

Herr K. bringt Farbe ins Spiel

Den zweiten Akt offenkundig verfehlter Unparteilichkeit eröffnete Herr K. mit der Hinausstellung von Lukas Podolski, der wenige Minuten nach seiner Einwechslung für ein Foul an ihm selbst zunächst die Gelbe Karte sah und diese Entscheidung mit ironischer “Daumen-Hoch”-Geste kommentiere. Herr K. hatte offensichtlich genug vom Kurzeinsatz des Prinzen und schickte ihn mit Gelb-Rot in die Katakomben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der FC dieses Spiel offensichtlich nicht gewinnen durfte. Als Herr K. kurz vor Ende der Partie auch noch so lange wartete, bis sich der Portugiese Petit, offensichtlich ganz nach dem Geschmack des Herrn K., mit einer abfälligen Handbewegung zu den obskur erscheinenden Entscheidungen des Referees äußerte, um schließlich den dritten Kölner vom Platz zu stellen, war die Moral endgültig gebrochen und das Spiel entschieden.

Augen zu und durch

Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich dürfen auch Schiedsrichter einen schlechten Tag erwischen, aber dann bitte auf beiden Seiten. Die Einseitigkeit, mit der Herr K. diese Partie leitete, im Zusammenhang mit den Enthüllungen um den neuesten Bestechungsskandal vor einigen Wochen und die seltsam anmutenden Wett-Quoten vor der Partie (Augsburg war sogar leichter Favorit in den Augen der Buchmacher), lassen jedenfalls sämtliche Alarmsirenen schrillen. Das öffentlich so gelobte Frühwarnsystem des DFB blieb dagegen stumm, dabei bedarf dieses legendäre Spiel auf jeden Fall einer intensiven Nachbearbeitung.

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