Aberglaube, Klimakatastrophen und Eigennutz

Bei den Warnungen vor den negativen Folgen der von uns Menschen mitbeeinflussten Klimaveränderung handelt es sich nicht um Volksglauben oder Aberglauben, sondern um Ängste und Sorgen. Uralte Gefühle, die schon immer auch religiös ausgenutzt wurden und heute auch noch werden. Nicht nur von den Kirchen sondern auch von einer ungeheuren

Bei den Warnungen vor den negativen Folgen der von uns Menschen mitbeeinflussten Klimaveränderung handelt es sich nicht um Volksglauben oder Aberglauben, sondern um Ängste und Sorgen. Uralte Gefühle, die schon immer auch religiös ausgenutzt wurden und heute auch noch werden. Nicht nur von den Kirchen sondern auch von einer ungeheuren Vielfalt von Esoterikern. Wenn wir jedoch die Ängste und Sorgen unserer Kinder nicht ernst nehmen, werden sie irgendwann den Esoterikern mehr vertrauen als uns.

Es ist unsere besserwisserische Überheblichkeit und unsere verächtliche Haltung gegenüber den Sorgen und Ängsten der kleinen Unwissenden, welche sie in die Arme der Prediger und Esoteriker treiben. Schließlich tun wir auch nichts anderes, als die Weisheit und das Wissen zu predigen, nur tun wir es ein wenig zu forsch und unsensibel. Natürlich sind die Wahrheit und das Wissen auf unsere Sensibilität nicht angewiesen, die Menschen sind es. Sie brauchen unser Verständnis und Einfühlungsvermögen.

Und wenn wir schon beim Verständnis und Einfühlungsvermögen sind, dann können wir uns gleich fragen, ob das Verständnis und Einfühlungsvermögen auch bei der Erkenntnis der Wahrheit oder dem Erlangen des Wissens notwendig sind. Natürlich kann jeder gescheite Leser bei dieser Frage gleich mit seinem IQ auftrumpfen, aber auch das IQ funktioniert nicht selbstständig, genauso wie es unsere Rechner bis heute nicht tun. Auch die müssen eingeschaltet werden und sie müssen dann auch entsprechende Anweisungen oder Aufgaben bekommen.

Unsere Intelligenz wird von unseren Gefühlen gesteuert. Sie wird dadurch gelenkt, was wir wollen, was wir erreichen wollen. Das ist notwendig, damit unsere Intelligenz für uns arbeitet und sich nicht selbstständig machen kann. Ungefähr so, wie sich unsere Rechner irgendwann selbstständig machen werden, was wir ja tagtäglich befürchten. Unsere Intelligenz bekommt von uns, von unseren innersten Gefühlen vorgeschrieben, was sie tun soll und auch wie sie es tun soll. Sie kennt sogar das gewünschte Ergebnis, auf das sie hinarbeiten soll. Würde sie das nicht wissen, dann wäre unsere Intelligenz ganz schön doof. Sie wäre für uns praktisch unbrauchbar, unnütz.

Wir können nun leicht erkennen, dass wir in der Auseinandersetzung um die Gefahren des Klimawandels genauso vorgehen, wie es uns die Funktionen unserer Intelligenz vorschreiben. Nicht nur dass wir bei der Argumentation auf ein gewünschtes Ergebnis hinzielen, wir suchen sogar von vornherein auch nach den gewünschten Argumenten. Und wir würden selbstverständlich kein Argument nutzen, das uns nicht ins Kram passt.

Haben wir dabei womöglich etwas aus dem Blick verloren?

Wenn ja, was könnte das sein? Haben wir dabei womöglich den Eigennutz, das eigene Interesse aus dem Gesichtsfeld verloren? Wir opfern uns entweder gemeinnützig oder ehrenamtlich für Fakten, Fakten Fakten, für die Wahrheit oder für die Wissenschaft. Ja, in der Auseinandersetzung über die möglichen Gefahren des Klimawandels und unseres Einflusses darauf scheint für uns nur noch das vollständig objektive Wissen im Vordergrund zu stehen. Der Eigennutz und das Eigeninteresse steht dabei scheinbar hinten an. Mit ungewöhnlicher Bescheidenheit.

Es ist aber auch möglich, dass wir im Gefecht der Debatte das Eigeninteresse einfach nur verlagert haben. Das passiert uns sehr oft und fast bei jeder Diskussion. Wir wollen irgendwann nur noch recht behalten, alles andere wird für uns zweitrangig.

Der Eigennutz

Ehrlich gesagt, unser Eigennutz besteht darin, dass wir die Vorteile unseres gekonnten Wissens weiterhin gemütlich nutzen wollen. In der Debatte über den Klimawandel und seine Gefahren besteht unser Eigennutz in unserem Interesse an den fossilen Rohstoffen, die wir nur mühsam entdeckt, mir großem Aufwand aus der Erde gewonnen haben und die wir mit ausgefeilter Klugheit zu unserem Wohl friedlich nutzen. Und wir wollen dabei kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir die fossilen Rohstoffe friedlich zu unserem Wohl nutzen.

Wenigstens, so lange es sie noch gibt.

Und es scheint mindestens für unsere eigene Lebenszeit genug davon zu geben.

Einige Amerikaner machen sich jedoch Gedanken auch mit der Zeit danach, wenn die fossilen Rohstoffe zu Ende gehen. Wir haben Gott sei dank die Solarzellen erfunden, aber für deren Herstellung brauchen wir viel zu viel von der wertvollen Energie. Und so haben die amerikanischen Wissenschaftler für die Zeit danach einen ausgeklügelten Modell ausgedacht: Wir bauen mit den ersten Solarzellen eine Fabrik, die nur Solarzellen herstellt. Mit diesen Solarzellen bauen wir erneut Fabriken, die Solarzellen herstellen. Weil dann die wertvolle Energie für die Herstellung nicht mehr aus Öl, Kohle oder Gas genommen wird, wird die Herstellung der Solarzellen immer billiger, beziehungsweise wird sie von dem Preis für Öl, Kohle und Gas unabhängig. Die Herstellung der Solarzellen wird sogar davon unabhängig sein, ob es Öl, Kohle und Gas überhaupt noch gibt. Das Projekt liegt aber teilweise noch auf Eis.

In Australien werden Algen zur Energiegewinnung bereits fleißig gezüchtet. Der Vorteil dabei: Die Algen entziehen der Luft das CO2, trennen den Sauerstoff von dem Kohlestoff und blasen den Sauerstoff zurück in die Luft. Die Algen, welche den Kohlestoff in sich gelagert haben, lässt man dann einfach faulen und dabei entsteht Methangas. Ein Gas, das wir Deutschen gegenwärtig aus Russland beziehen müssen.

Das sind nur zwei Beispiele dafür, wie einige freie und unabhängige Menschen mit dem Ressourcen-Problem umgehen. Auch wenn uns Deutschen diese Gedanken und Ideen als zu ökologisch anmuten, sie sind vor allem logisch und eigennützig. Deswegen sind sie nicht in den Köpfen der Umweltschützer oder Klimaalarmisten entstanden, sondern in den Köpfen amerikanischer Wissenschaftler und australischer Praktiker und Bodenständler.

Die Idee mit den Algen wurde in Deutschland sogar noch viel besser verarbeitet. Wir könnten doch das CO2 aus den Verbrennungsanlagen gleich für die Algenzucht nutzen, und damit an der Senkung der Emissionen verdienen, dachten sich einige Energiekonzerne. Die Idee wurde gefeiert, biss man sich entschieden hat, das CO2 lieber zurück in die Erde zu pumpen. Wahrscheinlich aus ökonomischen Gründen, weil man Angst hatte, dass die Algen und das Methangas durch die Massenherstellung irgendwann zu billig sein werden.

Der Sinn unserer Argumentation

Wir müssen ja nicht gleich nach dem Sinn des Lebens fragen, wenn wir uns unser Eigeninteresse bewusst machen wollen. Ganz gleich, ob wir ökonomisch, ökologisch oder nur logisch argumentieren, wir sollten in der Lage sein, zu erkennen, dass der Streit über die Gefahren des Klimawandels sinnlos ist. Es ist nur Ablenkung, die sich im Verlauf unserer Gegenwart einfach so entwickelte und verselbständigte. Und wenn wir zu dem Schluss kommen, dass der Klimawandel keine Gefahren mit sich bringt, dann brauchen wir auch nichts zu tun und wir müssen auch nicht mehr nachdenken. Weil die Sache bereits klar ist, sie wurde längst aufwendig geklärt.

Und dabei gibt es so viel zu tun und so viel zum Nachdenken.

Wir können zwar die Sorgen und Ängste der Klimaalarmisten dank unserer Autorität sehr wohl verbieten, leider aber nur erfolglos. Die Ängste werden bleiben. Und andere Probleme bleiben dabei auch unerledigt. Und damit sind wir dann wieder bei den Windmühlen. Lohnt es sich gegen die Ängste der anderen Menschen anzukämfen? Oder haben wir etwas Besseres zu tun?

Kommentare

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  1. Ja, die Ängste werden bleiben und scheinen fester Bestandteil der menschlichen Psyche zu sein. Die Frage sollte jedoch sein, ob man sich seinen Ängsten stellt und versucht zu ergründen, ob diese denn auch berechtigt sind, oder ob man man sein Handeln bedingungslos seinen Ängsten unterordnet.

    Und letzteres scheint nicht nur die Devise von Herrn Albern zu sein, sondern auch zur Handlungsmaxime unserer Regierenden geworden zu sein. So schrieb das Bundesinstitut für Risikobewertung schon 2007:

    Auch gefühlte Risiken erfordern staatliches Handeln

    Unter dieser Maxime lässt sich dann jede noch so unsinnige Handlung als sinnvoll verkaufen, und das auch unabhängig davon, was diese kostet.