Heldentod
Des Helden Kleinod ist der Tod,
Ein warmer Schal hilft in der Not,
Es spendet Trost der Abt im Kleid,
Dass er in unserer Mitte bleibt.
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Das Kleinod lockte bis ins Nass,
Der Vater kommt nicht wieder, blass
Schimmern seine Locken und
Es bellt in Treue fern ein Hund.
Die arme Frau, das arme Kind
Nun ganz und gar alleine sind,
Die Zuschauer sind nicht allein,
Sie stehen nicht auf einem Bein.
Das Leben geht, das Leben kommt,
Der guten Frau die Liebe frommt,
Damit sie sich nicht ganz allein
An ihrem Helden muss erfreu`n.
Es denken viele, die ihn kannten
Und gerne seinen Namen nannten,
An ihn und an sein gutes Herz,
Das tröstet unsern großen Schmerz.
Klaus Grunenberg
Kritik
Wir kennen das, es stirbt ein Mensch, den wir liebten, denken wir z.B. an einen bestimmten Fußballhelden oder innerhalb der Familien an einen Kriegshelden, immer ist es ein Verlust, den man eigentlich nicht verstehen kann und auch nicht möchte. Und trotzdem wird und wurde der so von uns gegangene Mensch im Leben und in der Literatur als ein Held vorgestellt. Ja, im germanischen Sprachgebrauch muss der Held sogar scheitern, sonst ist er kein Held, sondern der Sieger. Ist das nicht irgendwie komisch oder ist es angelegt in den männlichen Lebewesen, den Menschen, eventuell sogar in den Genen? Forscher auf diesem Gebiet meinen, dass es so wäre, denn entweder kann sich das männliche Wesen in dieser kämpferischen Welt einbringen (durch Erfolg z.B.), oder er muss scheitern. Das Gedicht hier schildert einen solchen Vorgang sowie die Betroffenheit der Angehörigen und der Zuschauer, wobei sich Distanziertheit (Beobachtung) und innerliche Anteilnahme (Liebe) die Waage halten. Der Dichter sagt hier: “Dass er in unserer Mitte bleibt.” Ein warmer Schal schützt die Trauergemeinde, den Abt schützt sein Kleid (Habit).
Ed Moercke
Der Umstand, dass ein Scheitern im Leben möglich ist, macht nicht zur Bedingung, dass man dem Scheiternden etwas nachtragen muss. Im Gegenteil, es wird neben der Trauer auch Verständnis aufgebracht. Das Verhalten der Witwe ist dann oftmals das Wertvolle und trägt den Wert des von uns Gegangenen weiter.
Mark Beil €“ Ritzi
Photo Quelle/Copyright: Jenzig71, via pixelio.de
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