Mit großen Schritten geht es auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zu. Grund genug, einmal die Torhüter der deutschen Gruppengegner unter die Lupe zu nehmen.
Australien: Marc Schwarzer
Schwarzer wurde am 6. Oktober 1972 in Sydney als Sohn deutscher Auswanderer geboren. Er besitzt sowohl die deutsche als auch die australische Staatsbürgerschaft.
Nach seinem Profidebüt für die Marconi Stallions Sydney im Jahr 1989 kam er im Jahr 1994 zu Dynamo Dresden. Nach nur einer Saison bei den Ostdeutschen wechselte Schwarzer zum 1. FC Kaiserslautern, für den er auch einige Begegnungen in der Bundesliga absolvierte. Anschließend ging er in die Premier League. Zunächst landete er bei Bradford City, 1997 dann beim FC Middlesborough, bei dem er bis 2008 zwischen den Pfosten stand. Mit dem Verein gewann Schwarzer 2004 den englischen Ligapokal und erreichte in der Saison 2005/2006 das UEFA-Pokalfinale. Seit 2008 steht er beim FC Fulham unter Vertrag. Für die australische Nationalmannschaft absolvierte er bislang 71 Länderspiele. Besondere Popularität erlangte Schwarzer, als er im Entscheidungsspiel für die WM 2006 gegen Uruguay den entscheidenden Strafstoß im Elfmeterschießen hielt.
Status: Nationalheld
Ansehen: Sehr guter Torhüter mit viel internationaler Erfahrung
Kuriosum: könnte theoretisch auch für Deutschland spielen
Serbien: Vladimir Stojković
Stojković wurde am 28. Juli 1983 in Loznica geboren. Seine Geburtsstadt gehörte damals noch zur Republik Jugoslawien, heute ist sie Teil von Serbien.
Stojković begann seine Torwartkarriere im Jahr 2003 beim serbischen Klub FK Zenum. Er galt als großes Torwarttalent und wechselte in der Saison 2005/2006 zu Roter Stern Belgrad. Nach nur einer Saison wechselte er von dort nach Frankreich zum FC Nantes. Nach nur einem halben Jahr verlieh ihn der Verein in die Niederlande zu Vitesse Arnheim. Seit Sommer 2007 steht Stojković Sporting Lissabon in Portugal unter Vertrag. Im Januar 2010 wurde er allerdings an den englischen Erstligisten Wigan Athletic ausgeliehen.
Als Nationalspieler nahm Stojković sowohl an der U21 EM 2004 in Deutschland als auch 2006 in Portugal teil. Mit der A-Nationalmannschaft war er auch bei der WM 2006 in Deutschland dabei. Zudem nahm er mit der serbischen Olympiamannschaft nahm an den Olympischen Spielen 2008 in Peking teil.
Status: Wandervogel
Ansehen: guter Torhüter mit wenig internationaler Erfahrung
Kuriosum: spielt im selben Verein wie Ghanas Torhüter Kingson, beide sind dort aber nur Ersatz
Ghana: Richard Kingson
Kingson wurde am 13. Juni 1978 in der ghanaischen Hauptstadt Accra geboren.
Seine Karriere begann er in Ghana bei Great Olympics. Für den Verein spielte er von 1996 bis 1998. Danach wechselte er in die Türkei, wo er lange Jahre spielte. Zunächst spielte er in der Saison 1998/99 bei Sakaryaspor, dann für zwei Jahre bei Göztepe Izmir. 2001 wechselte er zu Antalyaspor, ein Jahr später dann zu Elazigspor. Von 2003 bis 2005 stand Kingson bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag. Anschließend ging er zu Ankaraspor. Im April 2007 wurde er an den schwedischen Verein Hammarby IF ausgeliehen. Zur Saison 2007/08 wechselte er für ein Jahr zu Birmingham City.
Mit der ghanaischen Nationalmannschaft nahm Kingson an der WM 2006 in Deutschland teil. Bereits 1996 spielte er für sein Heimatland bei den Olympischen Spielen in Atlanta.
Seit seinen Tagen in der Türkei besitzt Kingson auch den türkischen Pass. Dort spielte er unter dem Namen Faruk Gürsoy. Sein Bruder Laryea Kingston spielt bei Heart of Midlothian in Schottland.
Status: Weltenbummler
Ansehen: durchschnittlicher Torhüter mit wenig internationaler Erfahrung
Kuriosum: Kingson heißt eigentlich Kingston und spielte früher auch unter diesem Namen, seit der WM 2006 nennt er sich Kingson
Fazit: alle drei Torhüter haben schon Erfahrung bei einer WM gesammelt, für die deutschen Stürmer sollten sie jedoch keine unüberwindbaren Hindernisse darstellen
Oliver Schönhube
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