Am vergangenen Freitag hat Bundestrainer Joachim Löw das Aufgebot für das letzte Länderspiel am Mittwoch in München gegen Argentinien vor der endgültigen Nominierung für die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika bekannt gegeben. Mit von der Partie sind erstmals die beiden Jungstars Toni Kroos und Thomas Müller von den Meisterschaftsfavoriten Bayer Leverkusen und Bayern München.
Adler klarer Favorit um die Nummer 1
Mit Rene Adler (Leverkusen), Manuel Neuer (Schalke) und Tim Wiese (Bremen) hat sich der Bundestrainer bereits frühzeitig auf seine drei Kandidaten für den Platz zwischen den Pfosten festgelegt. Dabei fiel bereits eine erste Vorentscheidung durch die Verletzung von Wiese, der nicht am richtungsweisenden Test gegen die “Gauchos” teilnehmen kann und somit als klarer Außenseiter für die Nummer 1 und großer Favorit als Nummer 3 gilt. Neuer zeigte zuletzt zwar die konstantesten Leistungen der Auserwählten in der Bundesliga, Adler hat jedoch durch seine starken Auftritte in den entscheidenden Qualifikationsspielen gegen Russland die Nase vorn. Selbst wenn nach offizieller Sprechart alle Torhüter die gleichen Chancen haben, dürfte Adler der Platz im Kasten nur durch eine Verletzung oder gravierende Patzer im Verlauf der Rückrunde zu nehmen sein.
Gesucht wird der Mann neben Mertesacker
In der Innenverteidigung ist derzeit nur Per Mertesacker von Werder Bremen gesetzt. Der Schlacks verfügt über große internationale Erfahrung und ist der Taktgeber in der Viererkette, der die Kommandos gibt und auf dessen Wort gehört wird. Bis zu seiner Verletzung hatte Schalkes Heiko Westermann die besten Karten an der Seite Mertesackers aufzulaufen, nun streiten sich in erster Linie Arne Friedrich (Berlin) und Serdar Tasci (Stuttgart) um den vakanten Platz. Mit Jerome Boateng (HSV) hat der Bundestrainer eine weitere Option für die Zentrale, die jedoch eher für die rechte Außenbahn eingeplant wird. Wer am Mittwoch in der Münchner Allianz-Arena aufläuft, hat auf jeden Fall beste Aussichten, auch bei der WM den begehrten Platz einzunehmen. Derzeit spricht einiges für den erfahrenen Arne Friedrich, der sich mit der Hertha zuletzt stabilisiert hat und zudem ebenfalls auf der rechten Seite zum Einsatz kommen könnte. Tasci gilt zwar als einer der Lieblingsschüler Löws, lieferte aber bei seinen letzten Einsätzen im DFB-Trikot höchstens durchschnittliche Leistungen. Allerdings könnte er vom allgemeinen Aufschwung des VfB in der Bundesliga profitieren und hat außerdem noch die Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau gegen Barcelona in der Champions League zu präsentieren und für höhere Aufgaben zu empfehlen. Der Ausgang dieses Rennens ist also wohl bis zur WM völlig offen.
Lahm links oder rechts?
Auf den beiden Positionen der Außenverteidiger hat seit Jahren nur Philipp Lahm (Bayern) seinen Platz sicher. Fraglich scheint nur, ob ihn der Bundestrainer, wie zuletzt eigentlich immer, auf der linken, oder etwa doch auf Lahms präferierten Seite, wie im Verein, rechts einsetzen wird. Entscheidend für diese Frage wird sein, wer den zweiten Platz neben Lahm einnehmen soll. Boateng hat derzeit die besten Karten rechts in der Kette aufzulaufen, wodurch Lahm links gebunden wäre. Sollten Marcel Schäfer (Wolfsburg) oder Christian Träsch (Stuttgart) allerdings überraschend links auflaufen, so wäre der Weg frei für Lahm auf seine Lieblingsposition. Derzeit spricht allerdings nicht viel dafür, dass Joachim Löw auf dieser Position weitere Experimente wagen wird. Lahm muss sich also wohl weiter auf der ungeliebten linken Seite tummeln und den Ball auf dem Weg nach innen auf den starken Fuß legen.
Weiter geht’s gleich in Teil II
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