Ausweidung der Ausweitung

Über die Macht des medialen Zauberstabes “gilt” bei der Herstellung amtlicher Verlautbarungen, die nicht amtlich sind, hat das Wolf-Schneider-Gedenkboard PPQ bereits vor Monaten berichtet, auch die zunehmend zunehmende Bedeutung der Fügung “weitet sich aus” für Agenturjournalismus und Schlagzeilenschmiede ist kürzlich beleuchtet worden. Völlig zu Recht und nicht von ungefähr weist

Über die Macht des medialen Zauberstabes “gilt” bei der Herstellung amtlicher Verlautbarungen, die nicht amtlich sind, hat das Wolf-Schneider-Gedenkboard PPQ bereits vor Monaten berichtet, auch die zunehmend zunehmende Bedeutung der Fügung “weitet sich aus” für Agenturjournalismus und Schlagzeilenschmiede ist kürzlich beleuchtet worden.

Völlig zu Recht und nicht von ungefähr weist Die Anmerkung heute aber darauf hin, dass die Ausweitung der Anwendung der Ausweitung am Wochenende des Sturmes “Xynthia” eine erneute enorme Ausweitung erfahren hat. Inzwischen, so Die Anmerkung, “weiden die Qualitätsmedien jedes noch so kleine und unwichtige Thema dermaßen aus, daß es einem Himmel, Angst und Bange werden muß”. Da geht, was eigentlich gar nicht geht: “Ausweidung durch Ausweitung, das scheint deren Geheimnis wiederverwertbarer Textbausteine zu sein”.

Tagesaktuell schlägt der Einfallsreichtum der Qualitätsexperten sich in folgenden Liste gleichlautend formulierter Ausweitungswasserstände nieder:

Missbrauchsskandal in Ettal weitet sich aus
Sponsorenaffäre bei der CDU weitet sich aus
Ölpest weitet sich aus
Pfusch-Verdacht gegen Bilfinger weitet sich aus
Sky Deutschland: Verlust weitet sich aus
Affäre um die Bespitzelung prominenter Politiker weitet sich aus
Discounter-Streit weitet sich aus
Deutsche Behörden weiten Ermittlungen aus
Behörden weiten Hochwasserwarnung aus

Ausgeweitet haben sich des Weiteren die “Vorwürfe gegen Amerell” (Tagesspiegel), die “Regenfälle von Westen” (dpa) auf ganz Deutschland, “Hungerstreiks von Asylbewerbern” (Bild) und “Piraten ihren Aktionsradius” (dpa). Nicht ausgeweitet hat sich der Schnapsskandal um die Lalleluja-Bischöfin Kässmann, von der nach ihrem verehrungswürdigen Rücktritt nie bekannt werden wird, dass sie eher regelmäßig sehr tief ins Glas zu schauen pflegte. Doch stolz ein Land, das soviel Weite hat.

Quelle: politplatschquatsch.com

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