Das Alte Testament und die Finanzkrise

Ja, bereits im Alten Testament zerbrechen sich Gott und seine Propheten ihre Köpfe über die Geldnot. Auch Gott findet Schulden auf Dauer nicht gut. Und als Gebieter hat er entschieden, dass nach einer gewissen, überschaubaren Zeit und in regelmäßigen Abständen alle Schulden erlassen werden müssen. Gott will keine Schuldner auf

Ja, bereits im Alten Testament zerbrechen sich Gott und seine Propheten ihre Köpfe über die Geldnot. Auch Gott findet Schulden auf Dauer nicht gut. Und als Gebieter hat er entschieden, dass nach einer gewissen, überschaubaren Zeit und in regelmäßigen Abständen alle Schulden erlassen werden müssen. Gott will keine Schuldner auf dem Boden kriechen sehen, gequält durch ihre Schuldenlast, nach einem Ausweg suchend durch selbst herbeigeführten Tod. Nein, das will Gott auf keinen Fall.

Wenn schon jemand ewige Schuld tragen soll, dann bitteschön nur gegenüber ihm, dem Ewigen und Erhabenen, aber nicht gegenüber einem Sterblichen. Das hat auch gute Gründe: Mit der Schuld gegenüber Gott quälen wir uns selbst, Gott schickt uns keinen Gerichtsvollzieher ins Haus. So kann sich jeder Mensch aus der Schuld gegenüber Gott dank seiner Vergesslichkeit befreien und einen Neuanfang wagen. Die weltlichen Schulden kann kein verschuldeter Mensch vergessen, weil er durch seine Gläubiger daran permanent erinnert wird. Und durch die weltlichen Gerichte, welche von den Gläubigern in Aktion versetzt werden.

Man nimmt an, dass Gott den Schuldenerlass deswegen wählte, weil er keine Sklaverei mag.

Er will freie Menschen um sich sehen, er will sich nur von freien Menschen dienen lassen, aus ihrem eigenen freien Willen. Niemand soll dazu gezwungen werden, Gott zu dienen. Und wenn ein Schuldner der Geldsucht eines anderen Menschen dienen muss, dann ist dieser Mensch nicht mehr frei. Früher mussten viele Menschen sich selbst oder ihre Kinder als Sklaven an den Gläubiger verkaufen, um ihre Schulden zu tilgen. Und genau das scheint dem Ewigen und Erhabenen zu missfallen.

Nun leben wir aber in modernen Zeiten. Die Schulden der verschuldeten Menschen sind dank unseren ausgeklügelten Gesetzen ewig und sie können sogar geerbt werden. Vor allem dann, wenn sich die Staaten verschulden. Früher war es einfach: Es hat sich nur der König oder der Kaiser verschuldet, heute verschulden die Regierungen nicht sich selbst, sondern alle Staatsbürger. Und die Regierenden können jederzeit abdanken und die Bürger mit den Schulden alleine lassen. So sind unsere modernen Zeiten. Jede Regierung kann ihre Bürger zu Sklaven der Geldverleiher machen und danach wohlbesonnen in Pension gehen, um ab da ein gottgefälliges Leben zu führen.

Gott findet aber keinen Gefallen an ewigen Schulden.

Seiner Meinung nach müssen alle Schulden nach einer gewissen, überschaubaren Zeit und in regelmäßigen Abständen erlassen werden. Damit die Unglücklichen wieder Aufatmen können. Deswegen hat er über die menschlichen Schulden ein Gesetz erlassen, das weder vom Vatikan noch von irgendwelcher Regierung einfach so übergangen werden darf. Weil sonst viele, sehr viele Menschen unglücklich werden.

Kommentare

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  1. Danke für diesen Artikel. Trifft genau des Pudels Kern.
    Der Sündenfall ist die Erbsünde des fehlbaren Menschen gegen sich selbst. Man könnte meinen wir wiederholen diese Geschichte immer wieder, weil unsere Führer nichts dazulernen wollen? Die Finanzelite von heute ruiniert die sozialen Staatengemeinschaften durch einen Liberalismus gemäß den Lehren der “freien Gesellschaftstheorie” die nur in die Hose gehen kann, weil man davon ausgeht, das nur Gutmenschen gut sind. Es gibt aber keinen geborenen Gutmenschen, diesen muss man durch Erziehung an gesunde massvolle Egoismen in die Gemeinschaft einbinden, im Beispiel durch eine regulierende Gesellschaftsethik von gestandenen Vorbildern. Also Ruder rumreißen.
    Was die Jugend derzeit vorgesetzt bekommt ist eine Gleichmachere im Sinne von entweder du folgst freiwillig mit Zuckerstückchen oder es folgt die Peitsche mit Wirtschaftsterror.
    Dagegen muss Widerstand geleistet werden. Freiheit mit Regeln gerne, Freiheit nur für Moneten nein Danke.
    Nicht wir sind die Herren auf Erden, sondern die Erde ist der Herr der Dinge.