“Eine bis dato beispiellose öffentliche Selbst-Zerfleischung der Branche hat begonnen”, urteilt Stefan Winterbauer über die Wellen, die der “stern”-Bericht von Hans-Martin Tillack und seinem Kollegen Johannes Röhrig über die Spitzelaufträge der “Bunten” derzeit schlägt. “Am Ende, so steht zu befürchten, wird die ganze Medienbranche an Glaubwürdigkeit einbüßen”, ist sich der Medienjournalist sicher. Auch Medien-Professor Bernhard Pörksen hat eine Analyse des Vorgangs parat. Er meint: “Eine solche Recherche hat nichts mit einer journalistischen Recherche zu tun, wenn sie tatsächlich in dieser Form stattgefunden hat. (…) Aber wenn die Sache stimmt, haben wir es hier mit einer neuen Geschäftsidee zu tun: Outsourcing von publizistischer Drecksarbeit, die keine öffentliche Relevanz besitzt.”
Doch wie beurteilen die Journalisten, die die Debatte in Gang gesetzt haben, das Geschehene selbst? In einem Youtube-Video, das als Zugabe zum radioeins-Medienmagazin vom 27.02.2010 online gestellt wurde, äußert sich nun einer der stern-Reporter, Hans-Martin Tillack zum Grenzbereich zwischen Recherche und Spitzelei am Beispiel der “Bunten”, die nach seinen Recherchen Details über das Privatleben von Lafontaine, Münterfehring, Seehofer ausspionieren ließ.
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