Rückt Schweinsteiger in die Zentrale? Die derzeit wohl interessanteste Frage in der Besetzung der WM-Elf wird sein, wer an der Seite von Kapitän Michael Ballack (Chelsea) die zweite Position im zentralen, defensiven Mittelfeld einnehmen wird. Nach der Ausbootung von Torsten Frings (Bremen) schien Simon Rolfes von Bayer Leverkusen bis zu seiner Verletzung die besten Karten gehabt zu haben – nun wird neu gemischt.
Denkbar und vor allem sinnvoll wäre es, Bastian Schweinsteiger (Bayern) wie seit geraumer Zeit im eigenen Verein, als zweiten Sechser einzuplanen. Dort kann er seine Stärken wie Übersicht, Passsicherheit und Zweikampfstärke bedeutend effektiver einbringen als auf der rechten Offensivposition, die er im DFB-Team bisher zumeist ausfüllte. Mit den Stuttgartern Sami Khedira und auch Träsch, der aufgrund seiner Flexibilität eine defensive Allzweckwaffe verkörpert, besteht allerdings großer Konkurrenzdruck.
Alle Kandidaten machen derzeit einen starken Eindruck und somit sollte diese Position, von wem auch immer, stark besetzt sein. Hitzlsperger (Lazio) und Gentner (Wolfsburg) stehen dagegen auf der Kippe und müssen um ihre Nominierung bangen.
Wer flankiert Özil?
An Mesut Özil (Bremen) führt als zentraler, offensiver Mittelfedlspieler kein Weg vorbei – trotz jüngster Formkrise setzt Löw zurecht auf den dribbelstarken Offensivwirbel, der als einer der wenigen deutschen Spieler durch seine Genialität Spiele im Alleingang entscheiden kann. Vermutlich wird Löw während des Turniers auf das kompakte 4-2-3-1 System zurückgreifen, offen ist also noch die Besetzung der beiden offensiven Außenbahnen. Auf links zeigte Lukas Podolski während der vergangenen EM konstant gute Leistungen und hat sich seither auch in der Defensivarbeit weiterentwickelt. Ihm im Nacken sitzt vor allem Marcel Jansen (HSV), der sich zuletzt in bärenstarker Form präsentiere und eine defensivere Variante darstellen würde. Rechts kämpfen Marko Marin (Bremen) und Piotr Trochowski (HSV) um einen Platz in der Startelf.
Mit Aaron Hunt (Bremen) und den beiden Neulingen Kroos und Müller hat der Bundestrainer hier eine große Auswahl flexibler Spieler, die alle die drei besagten offensiven Mittelfeldpositionen bekleiden könnten und den Konkurrenzdruck erhöhen. Auch auf diesen Positionen scheint das deutsche Team gut bestückt und vor allem sehr variabel und nur schwer ausrechenbar.
Klose kämpft um seinen Platz
Im Angriff scheint alles auf ein Duell der beiden Bayern-Stürmer Miroslav Klose und Mario Gomez um den wohl einzigen Platz hinauszulaufen. Obwohl Klose zuletzt im Klub das Nachsehen hatte, genießt er das volle Vertrauen von Löw und besticht, ähnlich wie Podolski, durch eine überragende Trefferquote im Nationalteam. Gomez dagegen schlüpfte bei der letzten EM in die Rolle des Pechvogels und Chancentods und geht als leichter Außenseiter ins offene Rennen. Mit dem zuletzt überragenden Cacau (Stuttgart) und Stefan Kießling (Leverkusen), immerhin der Führende der Torjägerliste in der Bundesliga, ist auch hier der Konkurrenzkampf riesig.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wohl nur vier Akteure derzeit ihren Stammplatz sicher haben: Adler, Mertesacker, Ballack und Özil – die restlichen sieben Posten werden bis zum Beginn der Weltmeisterschaft wohl heiß umkämpft bleiben.
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.