Die Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland gibt die monatlichen Mittelwerte der bodennahen Lufttemperatur in Deutschland wieder. Die Messwerte umfassen den Zeitraum von 1761 bis heute. Die Mittelwerte werden aus den jeweiligen Wetterstationen aus dem täglichen Mittelwert und der Gesamtzahl der Tage des jeweiligen Monats ermittelt. Abgesehen von den Anfangsjahren der Messreihe wurde die Temperatur einheitlich in zwei Meter Höhe über Grund in der Englischen Hütte gemessen. Die Englische Hütte ist ein weiß angestrichener, in Messhöhe angebrachter Kasten, der mit Schlitzen zur Luftzirkulation versehen ist.
Die Ermittlung der Tagesdurchschnittstemperatur war im Beobachtungszeitraum nicht immer einheitlich, basiert aber fast durchgängig auf der Berechnung mit den Mannheimer Stunden. Dazu wird zu den Beobachtungszeiten um 7, 14 und 21 Uhr Ortszeit die Temperatur ermittelt. Diese Messwerte werden addiert, wobei der 21-Uhr-Wert doppelt in die Berechnung eingeht, und durch vier geteilt. Seit dem 1. April 2001 wird die Tagesmitteltemperatur aus 24-Stunden-Sätzen ermittelt. Die Unterschiede in der Messmethodik wurden bei der Homogenisierung der Daten berücksichtigt.
Die folgende Abbildung zeigt die Temperaturentwicklung in Deutschland der letzten zehn Jahre. Verzeichnet sind die Monatsmittelwerte (die graue Linie) und ein gleitender Jahresmittelewert (die rote Linie). Der gleitende Jahresmittelwert wird durch Mittelung von Zeitabschnitten aus 12 Monaten gebildet. Z.B. Januar 2000 bis einschließlich Dezember 2000, oder Februar 2000 bis einschließlich Januar 2001, usw.

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Der Jahresmittelwert liegt im Jahre 2000 bei 10°C und sinkt bis 2006 auf etwa 8°C ab. Zwischen 2006 und 2007 steigt der Jahresmittelwert dann deutlich an, auf über 11°C. Verantwortlich dafür sind vor allem der warme WM-Sommer 2006, direkt gefolgt vom warmen Winter 2006/07. Der wärmste Sommer der letzten zehn Jahre, gefolgt vom wärmsten Winter der letzten zehn Jahre. Ab 2007 sinkt der Jahresmittelwert dann wieder deutlich ab, auf heute etwa 9°C. Der Temperaturabfall ist vor allem in den kalten Winter der Jahre 2008/09 und 2009/10 begründet.
Die wärmsten Sommer der letzten zehn Jahre waren der Sommer 2003 und der Sommer 2006. Die kältesten Winter der letzten zehn Jahre waren der Winter 2002/03, 2005/06, 2008/09 und 2009/10. Der Winter 2009/10 war der kälteste der letzten zehn Jahre.
Ein beschleunigter Temperaturanstieg, wie er vielfach in der Fach-Presse propagiert wird, ist über die letzten zehn Jahre hinweg, in Deutschland, als auch global, nicht feststellbar. Ein signifikanter Trend ist auch nicht feststellbar, da der langfristige Temperatur-Anstieg, bzw. -Abfall, im Anbetracht der interdekadischen Variabilität zu gering ist, um auf einen Trend schließen zu können. Oder anders gesagt, die langfristige Temperaturveränderung ist gering gegenüber den kurzfristigen Schwankungen, so gering, dass man sie über zehn Jahre nicht fest machen kann. Solange sich das nicht ändert besteht auch kein Grund zur Sorge.
Quellen
Herr Krüger,
Sie haben versehentlich zum Vergleich mit der lokalen Entwicklung für die globale die Temperaturreihe der Unteren Troposphäre verlinkt. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, sind die Zeitreihen aller vier Institute im Vergleich am besten geeignet.
Weiterhin bietet sich auch die “Global Analysis – January 2010″ des National Climatic Data Center der National Oceanic and Atmospheric Administration an.
http://www.ncdc.noaa.gov/sotc/?report=global&year=2010&month=1&submitted=Get+Report
Und natürlich, da Sie mit Ihrer Auswertung der Daten zu einem “anderen Ergebnis” als der Deutsche Wetterdienst kommen, hierzu auch der Link zum DWD und zu deren Artikel “Das vergangene Jahrzehnt war das wärmste seit 130 Jahren”.