Ob er es ernst meint, das steht bei Martin Sonneborn, Satiriker, Ex-Chefredakteur der “Titanic” und Bundesvorsitzender der Partei “Die Partei“, meist auf einem anderen Blatt. Dass er jedoch immer den Zeitgeist trifft, das ist unbestritten. Trocken wie ein Stück Knäckebrot verkündet er nun auch seine jüngsten Visionen und ein Internetnutzer ist bereits überzeugt: “Der Mann sagt die Wahrheit und nichts als die Wahrheit!”
Martin Sonneborn lässt seinen Blick diesmal ins benachbarte Ausland schweifen. Die Schweiz erregt seine Aufmerksamkeit. Denn: “Den deutschen Arbeitsmigranten geht es immer schlechter”, so sein Eindruck. Der einzige für ihn in Frage kommende Ausweg: “die deutschsprachige Schweiz mittels Volksabstimmung an Deutschland anzuschließen.” Wie das geht? Ganz einfach, Herr Sonneborn fängt schon mal mit einem Ableger seiner “Partei” im Land von Heidi und Co. an. Nicht nur die bis dato rund 500 Youtube-Zuschauer zeigen sich von diesem Vorstoß angetan. Auch Alexander Becker von meedia.de schreibt: “Der Satiriker sticht in ein Wespennest, denn wie der ehemalige Sat.1-Boss Roger Schawinski in der Welt berichtet, nehmen die Ressentiments gegenüber den ‘arroganten Deutschen’ immer stärker zu.” Das weiß auch der Parteivorsitzende, der schildert: “Deutsche werden schräg angeguckt, wenn sie an Schweizern vorbei gehen, wenn sie irgendwo in der Schlange stehen. Es gibt Unhöflichkeiten ihnen gegenüber. Man benimmt sich nicht mehr so als ob sie die besseren Ausländer sind hier.”
Doch damit ist jetzt Schluss. “Hopp, Schwiizer!“, heißt es bereits auf den Internetseiten von “Die Partei”. Um die Schweiz mittels Volksabstimmung an Deutschland anzuschließen, sucht diese in Zürich und Umgebung “Schweizer und Deutsche, die als Aktionisten, Strohmänner, Mitläufer mitwirken wollen.” Einen irritiert das Ganze jedoch ein wenig: “Sind die Dütsche dann Schweizer, oder die Schweizer Dütsche?”, will Kollege Eduard Erne von 3sat wissen und entwirrt gleich selbst: “das ist ja alles nur ein Sprachproblem – und lösbar.”
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