Kampf gegen professionelle Währungsspekulanten hat begonnen

Nach langer Zurückhaltung gegenüber den Aktivitäten professioneller Währungsspekulanten, die systematisch rund um den Globus ihr Geschäft durch Marktmanipulationen derart machen, dass sie mittels Derivate versuchen die Wechselkurse für andere Marktteilnehmer oftmals unerwartet in eine bestimmte Richtung zu drängen, hat sich jetzt die EU-Kommission und die amerikanische Regierung dazu entschlossen, gegen

Nach langer Zurückhaltung gegenüber den Aktivitäten professioneller Währungsspekulanten, die systematisch rund um den Globus ihr Geschäft durch Marktmanipulationen derart machen, dass sie mittels Derivate versuchen die Wechselkurse für andere Marktteilnehmer oftmals unerwartet in eine bestimmte Richtung zu drängen, hat sich jetzt die EU-Kommission und die amerikanische Regierung dazu entschlossen, gegen derartige Manipulationen vorzugehen.

Damit greift man zum entsprechenden Mittel schädlichen Spekulationen insbesondere derzeit auch gegen den Euro entgegenzutreten. Hedgefonds, Großbanken und andere Finanzinvestoren machen teilweise riesige Gewinne, wenn es ihnen gelingt den Wechselkurs einer Währung durch Hebeleffekte mittels Derivate kurzfristig aus dem Gleichgewicht zu bringen. Einer der berühmtesten Währungsspekulanten der Vergangenheit ist George Soros, dem es gelang das britische Pfund aus dem EWS zu zwingen. Dabei verlor die Bank von England Milliarden, von denen einen erheblichen Teil George Soros mit seinem Quantum Hedgefond einstrich. Inzwischen ist er vom Saulus zum Paulus geworden und kritisiert derartige Marktmanipulationen als schädlich für die Weltwirtschaft.

Derzeit droht eine Spekulationswelle im Weltwährungssystem

Nicht nur der Euro, sondern zahlreiche andere Währungen drohen derzeit wegen schwieriger Wirtschaftslage in den jeweiligen Ländern zum Ziel von Spekulationsattacken zu werden. Die sowieso schon schwierige Lage der Weltwirtschaft könnte so zusätzlich noch außer Kontrolle geraten. Es ist eine bekannte Tatsache, dass es für die kurzfristigen Wechselkursbewegungen keine rationale, d.h. an Fundamentalwerten orientierte Erklärung gibt. Im Prinzip folgen die kurzfristigen Wechselkursbewegungen einem Random Walk. Dieses Verhaltensmuster impliziert zugleich, dass es keine inhärente Tendenz gibt, dass die Kurse automatisch gegen ihren langfristigen Gleichgewichtswert, der beispielsweise als gewichtetes Mittel aus der Differenz der Kaufkraftparitäten und dem nominal Zinsdifferential, d.h. den Differenzen zwischen den Leitzinsen der jeweiligen Zentralbanken der Länder, bestimmen lässt. Stattdessen ist die Volatilität, d. h. die Fluktuation um ein solchen Gleichgewichtspunkt weitgehend durch spekulative Devisenmarkttransaktionen bestimmt.

Während teilweise wegen Außenwirtschaftsbeziehungen ein reales Bedürfnis nach Wechselkursabsicherung mittels Derivaten existiert, gibt es jedoch die so genannten Noise Trader.

Deren Ziel ist es nicht die Devisenmärkte in die Richtung der durch Fundamentaldaten gegeben Zusammenhänge zu treiben, sondern genau das Gegenteil herbeizuführen. Die Destabilisierung hat für sie den Vorteil, da sie ja selbst die Verursacher solcher irrationaler Übertreibungen sind, durch den Devisenterminhandel mittels short selling am besten noch mittels naked short selling extrem hohe Gewinne innerhalb kürzester Zeit zu realisieren. Versucht eine Zentralbank gegenüber einer solchen Attacke den Kurs entsprechend dem fundamentalen Gleichgewichtspunkt zu stabilisieren, dann können manchmal wie im Falle Soros gegen die Bank von England, deren finanzielle Mittel nicht ausreichen, um sich gegenüber der Spekulationswelle durchzusetzen.

Die Niedrigzinspolitik der Zentralbank – quasi nahe Null – führt jedoch dazu, dass insbesondere den internationalen Großbanken und Hedgefonds gleichsam unbegrenzte Mittel zufließen, die sie genau für die Zwecke einsetzen. Man kann mittels gezielter spekulativer Attacken gegen Währungen, einzelne Unternehmen oder auch auf Rohstoffmärkten sehr schnell hohe Gewinne erzielen, wenn es an einer countervailing power, d.h. einer korrigierenden Gegenmacht fehlt. Beim Euro sollte diese Sorge nicht allzu groß sein, da die EZB als eine der großen Weltreservewährungen über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, um einer solchen Attacke letztendlich standzuhalten. Sie könnte, wenn sie wollte, sogar als Gegenspekulant gezielt die Spekulanten auf den Terminmärkten durch Wechselkursinterventionen scheitern lassen. Am Ende könnten so für diese dann horrende Verluste entstehen, die sie aufgrund unzureichenden Eigenkapitals in die Insolvenz triebe. Ein gutes Beispiel war zuletzt der Versuch von Spekulanten den VW-Aktienkurs nach unten zu treiben. Wegen unzureichender Kenntnisse über verdeckt gehaltene Positionen der Porsche AG gingen diese Spekulationen nicht auf. Die Spekulanten verloren Milliardenbeträge, da sie sich plötzlich gezwungen sahen zu jedem Preis ihre offenen Termingeschäfte zu decken.

Derartige Verhältnisse, die am Ende so oder so das Gemeinwohl schädigen, sollten durch eine entsprechende Marktregulierung unterbunden werden. Die USA und der EU haben die Mittel dazu, wenn sie nur wollen.

Kommentare

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  1. Ja, die Hedgefonds, Großbanken und andere Finanzinvestoren machen teilweise riesige Gewinne auf unsere Kosten. Irgendwer muss ja die Gewinne bezahlen, anders geht es gar nicht.