Drei Viertel der Deutschen unzufrieden

Miese Noten für die Bundesregierung: Drei von vier Deutschen halten der Koalition vor, sie mache ihre Arbeit nicht gut, schreibt das ehemalige Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” voller Inbrunst. Es ist der Dezember 2006, die Bundestagswahl ist noch keine zwei Jahre her und schon hat die Agentur Infratest für das ARD-Morgenmagazin herausgefunden,

dreib.jpgMiese Noten für die Bundesregierung: Drei von vier Deutschen halten der Koalition vor, sie mache ihre Arbeit nicht gut, schreibt das ehemalige Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” voller Inbrunst. Es ist der Dezember 2006, die Bundestagswahl ist noch keine zwei Jahre her und schon hat die Agentur Infratest für das ARD-Morgenmagazin herausgefunden, dass “74 Prozent der 1000 Befragten” die Arbeit der Bundesregierung als “ziellos und uneffektiv” empfinden.

Knapp vier Jahre später ist alles anders. Statt “Umfrage-Tief” schreibt der “Spiegel” diesmal “ARD-Deutschlandtrend”, statt “Drei Viertel der Deutschen mit Großer Koalition unzufrieden” heißt es “Drei Viertel der Deutschen sind unzufrieden mit Merkels Team”. In den folgenden Zeilen aber gelingt es den Nachrichtenprofis aus Hamburg, verheerende Prozentzahlen aneinanderzureihen, als habe es die noch niemals in der deutschen Geschichte gegeben. “72 Prozent der Deutschen bemängeln die Arbeit der Regierung”, haben die Infratester herausgefunden – zwei Prozent weniger als seinerzeit etwas an der Arbeit der Großen Koalition auszusetzen hatten. Und dennoch: Für 62 Prozent stehe fest, dass Union und FDP einfach nicht mehr zusammenpassen, schreibt der “Spiegel”. Eine Zahl, die vor vier Jahren gar nicht erfragt worden war.

Aber seit das ehemalige Nachrichtenmagazin seinen Redakteuren verbietet, auf das eigene Archiv zuzugreifen, besteht ohnehin keine Gefahr unzulässiger Vergleiche oder atemberaubender Verallgemeinerungen. Die liegen nahe, denn drei Viertel der Deutschen sind traditionell immer mit irgendetwas unzufrieden, wie die unbestechliche Google Timeline zeigt. Ist es nicht die deutsche Regierung, dann eben wie im November 2004 die amerikanische. “Drei Viertel der Deutschen sind laut einer Umfrage unzufrieden mit dem Ausgang der Wahlen in den USA”, hieß es damals. Das korrelliert auffällig mit den Antworten auf eine Frage, die neuerdings nicht mehr gestellt wird. 2006 aber dachte immerhin ein Viertel der Bevölkerung, es sei eigentlich egal, wen man wähle, weil ohnehin alle Parteien gleich seien.

Quelle: politplatschquatsch.com

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Ihr Artikel lässt mich darüber grübeln, ob denn die Zahl 3/4 magisch sei. Denn 75% kann man gut als Windmacher in die passende Rubrik einer Politikzeitung stellen ohne viel Wind um den Erwerb dieser Gemengelage zu machen. Somit erübrigt sich die Sonntagsfrage. Vielen Dank für die Anregung.