Ist Globalisierung ein Vorurteil?

Es ist gut, wenn jemand gleich am Anfang ein praktisches Beispiel verspricht, damit ich ihn endlich verstehen kann. Es ist für mich sehr enttäuschend, wen das Praktische dann ausbleibt. Weil ich dann nur verständnislos in die Welt schauen muss. Noch schlimmer wird es für mich, wenn dann zum Beispiel auch

Es ist gut, wenn jemand gleich am Anfang ein praktisches Beispiel verspricht, damit ich ihn endlich verstehen kann. Es ist für mich sehr enttäuschend, wen das Praktische dann ausbleibt. Weil ich dann nur verständnislos in die Welt schauen muss. Noch schlimmer wird es für mich, wenn dann zum Beispiel auch noch der Begriff “Globalisierung” aufgegriffen wird, von dem wir uns noch kein ausreichendes Bild gemacht haben, um unsere wage Vermutungen und Andeutungen zu diesem Begriff ernsthaft unter die Lupe nehmen zu können. Und trotzdem wollen einige aufrichtige Beobachter bereits zahlreiche Vorurteile gegenüber dem Begriff “Globalisierung” bei der globalen Mehrheit der Menschen ausgemacht haben.

Ein praktisches Beispiel klingt meiner Meinung nach so: Hänsel und Gretel sind alleine im Wald… Und dann kann man vorzüglich alle gängigen Vorurteile von Hänsel und Gretel gegenüber der Hexe an dem weiteren Verlauf des Märchen auflisten. Solches Beispiel finde ich sehr praktisch, weil ich mich dann gut in die geschilderten Bilder hinein denken kann.

Der Begriff “Globalisierung” wurde von irgendwem einfach so in unsere gesellige Runde geschmissen, genauso wie schon vor langer Zeit der Begriff “Dämon”. Und wir müssen nun genauso wie bei dem Begriff “Dämon” abwarten, wie sich der Begriff “Globalisierung” in unseren globalen Kulturen einbürgert. Abgesehen von unserem Globus hängt dieser Begriff sehr wahrscheinlich mit den globalen Interessen einiger großen Konzerne zusammen, die in der gängigen, weit verbreiteten, also fast globalen Engstirnigkeit nicht eingeklemmt bleiben wollen, sondern ihren Horizont tagtäglich erweitern, um den Globus aus allen denkbaren Himmelsrichtungen betrachten zu können. Weil sie nur so herausfinden können, in welchen Teilen der global gesehenen Welt ihre Interessen noch nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Und wir wissen noch nicht genau, ob die Globalisierung der globalen Interessen einiger großer Konzerne auch in unserem eigenen globalen Interesse ist, oder ob die internationalen Interessen der großen Konzerne mit den lokalen Interessen der Menschen in Afrika, dem südamerikanischen Urwald oder in der australischen Wüste ernsthaft kollidieren.

Weiter ist noch unklar, ob wir den Sex-Tourismus auch als ein Ergebnis der fortschreitenden Globalisierung betrachten müssen. Und es ist auch noch unklar, wie vorteilhaft und wohltuend der Sex-Tourismus für die globale Entwicklung der Menschheit sein kann. Warten wir es ab.

Seitdem wir wissen, dass jede Münze zwei Seiten hat, ähnlich wie bei einem Blatt Papier, wissen wir auch, dass jede Erscheinung gut oder schlecht für uns sein kann.

Das ist kein Vorurteil, sondern genauso süße wie auch sehr bittere Erfahrung. Wenn sich dann viele Menschen spontan die Frage stellen, ob die Globalisierung mancher Einzellinteressen für uns gut ist oder wahrscheinlich eher schlecht, dann kann dies nicht mit unserer Vorliebe für Vorurteile zusammenhängen, sondern nur mit der erworbenen Erkenntnis, dass jede Münze zwei Seiten hat. Und Erkenntnis ist bekanntlich kein Vorurteil.

Niemand bemüht sich ernsthaft um die Globalisierung der Vorurteile,

es sei denn, derjenige sieht darin einen eigenen Vorteil.

Deswegen müssen wir auch gegenüber globalen Vorurteilen sehr vorsichtig sein.

Glosse zu Wie können Vorurteile und schnelle Schlussfolgerungen wirksam verhindern, das eigentliche Problem zu erkennen?

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Danke. Gute Satire. Die un die Luft geworfene Münze ist weiter am fliegen und noch nicht auf eine ihrer Seiten herunter gefallen.