Convenience Food: Krank im Lekkerland

Das nenne ich Konsequenz: die Lekkerland AG & Co KG verdient nicht nur kräftig am großen Markt der Zwischenmahlzeiten. Sie hat daraus eine richtige Philosophie gemacht. Diese gipfelt in ihrer Vision, die lautet “Wir machen einfachen und bequemen Genuss möglich – wherever, whatever, whenever.” Man beachte besonders das”whatever”! Lekkerland ist

vide.jpgDas nenne ich Konsequenz: die Lekkerland AG & Co KG verdient nicht nur kräftig am großen Markt der Zwischenmahlzeiten. Sie hat daraus eine richtige Philosophie gemacht. Diese gipfelt in ihrer Vision, die lautet

“Wir machen einfachen und bequemen Genuss möglich

– wherever, whatever, whenever.”

Man beachte besonders das”whatever”!

Lekkerland ist wirtschaftlich überaus erfolgreich. Das Unternehmen “beliefert in elf europäischen Ländern 134.000 Tankstellenshops, Convenience-Stores, Fast-Food-Ketten, Bäckereien, Kantinen etc. mit einem Vollsortiment aus Süßwaren, Getränken, Snacks, Convenience-Sortimenten usw.” Das Unternehmen erzielte 2008 einen Umsatz von 11,6 Mrd. Euro.

Große Umsätze und große Sprüche reichen der erfolgreichen Firma aber nicht. Sie geht ihren Erfolg wissenschaftlich an. Zu diesem Zwecke hat sie an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel im Rheingau den weltweit ersten Lehrstuhl für Convenience-Food gestiftet. Lehrstuhlinhaberin ist die Marketingexpertin Prof. Dr. Sabine Möller, die auch das “Competence Center for Convenience” leitet, das als “Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis” dient. Dieses “Center” hatte 2008 eine erste Studie über den “Convenience-Konsumenten” und seine Motive herausgegeben und hat nun die Ergebnisse einer vertiefenden Studie zu diesem Thema aus dem Jahre 2009 veröffentlicht, auch auf einer Website namens Café Future.net – Die Plattform für den Ausser-Haus-Markt.

Brav hat sich aber auch die Tagespresse des Themas angenommen und berichtet breit über die gewonnenen Erkenntnisse, gern auch mittels eines Interviews mit der Frau Professorin, so heute in der NRZ unter der Rubrik “Leben!” Dort erklärt die Fachfrau auch, dass ihre aktuelle Studie “deutlich zeige”, dass “auch Convenience Fans, die sich häufig unterwegs mit Essen und Trinken versorgen, keinen höheren Body-Mass-Index haben als andere.” Gesundes Essen und “To Go” schlössen sich nicht aus. Toll!

Die Ergebnisse der Studie sind indessen kaum erwähnenswert. Die “Unterwegsversorgung” ist doch tatsächlich bei Männern und Frauen etwas unterschiedlich. Die Österreicher lieben morgens mehr süße Snacks als die Schweizer, die zu dieser Zeit mehr zu Energy-Drinks greifen, während bei den Deutschen ganztags die belegten Brötchen die Nase vorn haben. Was solls!

Zwischenmahlzeiten machen aber krank

Dennoch ist es beachtlich, wie akribisch am Markt der Zwischenmahlzeiten gearbeitet und für den Verzehr von Zwischenmahlzeiten geworben wird. Dabei ist das Wissen, dass zusätzliche Mahlzeiten außerhalb von Frühstück, Mittag- und Abenessen krank machen, längst allgemein. Ich habe hier erst am 16.12.2009 darüber referiert, dass wir zwangsläufig adipös werden, wenn wir nicht täglich lange Essenspausen einhalten.

Fernseh-Richterin Salesch hat so abgenommen!

Just am heutigen Tage wird über die Bild am Sonntag-Online die interessante Information verbreitet, dass die bekannte Fernseh-Richterin Barbara Salesch 20 kg abgenommen hat.

Anders als im Fall Lekkerland, wo das Credo der Firma alles andere als toll ist und nur die Tatsache, dass sie es in der Öffentlichkeit hoch hält, berichtenswert ist, ist die Tatsache des Abnehmens von Frau Salesch nicht wirklich von Interesse – wohl aber die Gründe für diesen Erfolg.

Die äußeren Fakten sind, dass Frau Salesch zuletzt 98 Kilo wog bei nur 1,59 m Körperlänge. Sie war ständig krank, hatte viermal im Jahr Bronchitis. Außerdem hatte sie plötzlich einen Cholesterinspiegel von fast 300 und einen höchst gefährlich hohen Blutdruck von 200 zu 120. Besonders der um 40 Punkte zu hohe diastolische Blutdruck gab ihr zu denken. Kein Wunder, dass sie Angst davor hatte, einen Schlaganfall zu erleiden. Kandidatin für ein chronisches metaboles Syndrom und Diabetes mellitus war sie allemal.

Frau Salesch erklärt zum Grund ihres Erfolges: “Ich nasche jetzt nicht mehr zwischendurch und halte konsequent die Aufteilung in drei Mahlzeiten am Tag ein.”

Mehr braucht sie tatsächlich nicht zu tun, um schlank und gesund zu bleiben!

Jamie Olivers flammendes Plädoyer für das häusliche Kochen

Wem noch nicht bewusst sein sollte, wie sehr das ständige Zwischendurchessen von billigen und vitalarmen Snacks die Gesundheit der Menschen ruiniert und die Gesundheitskassen gleich mit, schaue sich doch einmal das flammende Plädoyer des munteren englischen Fernsehkochs Jamie Oliver für das häusliche Kochen an, das über die große Gesundheitsseite des engagierten amerikanischen Volksaufklärers (und Großverdieners) Dr. Joseph Mercola verbreitet wird:

Wo bleibt die deutsche Politik?

Leider existiert die Rede Jamie Olivers nur in englischer Sprache, sie kann daher weder von Oettinger, unserem Mann in Brüssel, noch von unserem im Inneren so betanen Außenminister Westerwelle verstanden werden.

Es bleibt daher zu befürchten, dass Deutschland das letzte Land sein wird, in dem die Politik begreift, dass sie durch die konsequente Förderung der Prävention gegen die “Volkskrankheiten” durch richtige Ernährung enorm viel Geld einsparen kann. Würden diese Möglichkeiten genutzt, brauchte unser Staat weder den “Leistungsträgern” noch den leistungswilligen und den leistungsunwilligen Beziehern sozialer Hilfen tiefer in die Tasche zu greifen, um das Geld zurück zu holen, das er zur Aufrechterhaltung des verkommenen Banken-Casinos verschleudert hat.

Kaum zu hoffen ist, dass unsere Politik mal solchen Konzernen wie Lekkerland, deren erklärtes Firmenziel es ist, immer mehr ungesunde Mahlzeiten zum Verzehr zur falschen Zeit, nämlich “zwischendurch”, an die Bürger – besonders an die Kinder – zu verkaufen, mal auf die Finger schaut. Sie könnte ihnen ja mit ein wenig Nachdruck nahe legen, doch im Interesse der Wiederherstellung der allgmeinen Volksgesundheit den Schwerpunkt ihrer Bemühungen am Markt mehr auf gesunde Kost und gesunde Essweisen zu legen.

Photo Quelle/Copyright: JaBB, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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  1. Warum nur ist es so schwer, einfach 1 und 1 zusammen zu zählen und endlich die
    Summe zu ziehen? Jeder weiß doch, dass wir in den westlichen Ländern uns so erbärmlich schlecht ernähren, dass wir krank und kränker werden. Insbesondere platzen wir immer mehr aus den Nähten.

    Das Wissen, was zu tun ist, um das massenhafte Übergewicht vergessen zu machen, ist da. Wir wissen auch, dass seine Umsetzung das Gesundheitswesen im Sinne einer extremen Verbilligung revolutionieren würde. Ist das der Grund, weshalb die etablierten Kräfte in den Gesundheitsministerien und den Gesundheitsgesellschaften das Wissen nicht umsetzen?