Glückwunsch zum Internationalen Frauentag…

Heute, liebe Leserinnen – aber auch: liebe Leser – am 8. März ist Internationaler Frauentag. Herzlichen Glückwunsch dazu, den Mädchen und Frauen, den Leserinnen von Readers Edition! Auch von dieser Stelle aus. Einst, im Jahre 1910, regte Clara Zetkin die Schaffung eines solchen Tages an. Ein weiteres Jahrzehnt und der

8marchrallydhaka_(55).JPGHeute, liebe Leserinnen – aber auch: liebe Leser – am 8. März ist Internationaler Frauentag. Herzlichen Glückwunsch dazu, den Mädchen und Frauen, den Leserinnen von Readers Edition! Auch von dieser Stelle aus.

Einst, im Jahre 1910, regte Clara Zetkin die Schaffung eines solchen Tages an. Ein weiteres Jahrzehnt und der Erste Weltkrieg mussten jedoch erst noch vergehen, bis ihr Wunsch halbwegs Gestalt annahm. Von Beginn an war der Internationale Frauentag ein Kampftag für die Rechte der Frauen. Ein Kampftag für die Gleichstellung von Frau und Mann. Ein Kampftag für die gleiche Bezahlung von Frau und Mann.  Und – obgleich wir heute konstatieren können, dass sich in der Zeit von 1921 bis 2010 in puncto Frauenrechte durchaus einiges wesentlich verbessert hat (nicht zuletzt durch den mutigen – und leider auch blutigen – Kampf starker Frauen überall auf der Welt) – ist auch heute, im Jahre 2010, der Internationale Frauentag kein reiner Feiertag (in einigen Ländern, sh. Wikipedia-Artikel, ist der 8. März zwar gesetzlicher Feiertag) – sondern nach wie vor immer noch vorrangig ein Kampftag für die Rechte der Frauen. Was wohl bedauerlicherweise für die meisten Menschen weiblichen Geschlechts auf unserer Erde zutrifft – und nur als große Schande für die gesamte Menschheit bezeichnet werden kann.

Frauenrechte werden nicht nur in der Dritten Welt mit Füßen getreten…

Wenn es um die Missachtung von Frauenrechten geht, müssen wir freilich zuallererst in die so genannte Dritte Welt blicken. Wo Mädchen und Frauen tagtäglich Hunger leiden, verkauft und versklavt, vergewaltigt und verprügelt, oder an ihnen unmenschliche Genitalverstümmelungen vorgenommen werden. Deshalb sollten wir nicht nur dies am 8. März im Auge behalten, sondern auch das in vielen Ländern der Welt Mädchen und Frauen zur Prostitution gezwungen, oder als weibliche Kindersoldaten zum Morden und Brandschatzen in Bürgerkriege gezwungen werden.

… sondern auch bei uns im wohlhabenden Europa

All das ist fürchterlich genug, als dass man es weiter so hinnehmen könnte bzw dürfte. Nicht abzusehen davon, müsste es uns jedoch gleichzeitig die nicht wegradierbare Tatsache die Schamröte in die Gesichter treiben und unbändig wütend machen, dass auch hier bei uns im wohlhabenden Europa – ja: selbst im so reichen Deutschland – Frauenrechte nach wie vor noch mit Füßen getreten werden! Viel schlimmer noch: diese sogar hier und da wieder peu á peu zurückgedrängt werden! Ein anderes Trauerspiel findet in unseren Tagen seine unrühmliche Fortsetzung: In weiten Teilen der deutschen Wirtschaft und anderen Arbeitsbereichen unseres Landes können auch im Jahre 2010 die dort beschäftigten Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen nach wie vor nur davon träumen, irgendwann einmal den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit wie Männer zu erhalten. Der Kampf der Frauen dafür ist sogar heute höchstwahrscheinlich noch viel schwerer geworden.

Schließlich gilt in Zeiten von allgemeinem Sozialabbau und auf dem Weg in eine Art Postdemokratie nicht einmal mehr der einmal als Konsens geltende Grundsatz des equal pay - gleicher Lohn für gleiche Arbeit – unter Männern.

Feiern und innehalten

Die Mädchen und Frauen, Leserinnen der Readers Edition, wo auch immer auf der Welt, sollen heute feiern, wenn sie etwas zu feiern haben. Und wir Männer sollten unseren Frauen, Töchtern und den Kolleginnen heute eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen. Aber am 8. März auch einmal daran denken: Frauentag sollte überall auf der Welt und das ganze Jahr über sein. Der deutschen Politik aber stünde es  heute gut zu Gesicht, einmal innezuhalten und sich zum Internationalen Frauentag den blauen Brief aus Brüssel durchzulesen. In selbigem wird Deutschland betreffs der Erfüllung bzw. der Garantie von Frauenrechten nämlich ein Armutszeugnis ausgestellt. Handlungsbedarf?!

Um noch einmal daran zu erinnern: Wir leben inzwischen im Jahr 2010. Nicht mehr im Jahre 1921! In welche Richtung wollen wir uns bewegen?

Photo/Quelle: Frauen am 8. März in Dhaka; Soman via Wikipedia.org GNU-Lizenz

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