Friedensnobelpreis 2010 – Geht er an das Internet?

Als US-Präsident Barack Obama, erst kurze Zeit im Amt, den Friedensnobelpreis 2009 erhielt, spaltete das die Nationen. Für die einen wurde hiermit das richtige Signal und Ansporn für weitere Leistungen gesetzt. Für die anderen wurde ein Mann geehrt, der sich noch gar nicht beweisen konnte. Wie auch immer die Reaktionen

iweb.jpgAls US-Präsident Barack Obama, erst kurze Zeit im Amt, den Friedensnobelpreis 2009 erhielt, spaltete das die Nationen. Für die einen wurde hiermit das richtige Signal und Ansporn für weitere Leistungen gesetzt. Für die anderen wurde ein Mann geehrt, der sich noch gar nicht beweisen konnte. Wie auch immer die Reaktionen ausfielen, eine Überraschung war die Wahl des Komitees allemal. Ein Jahr später spitzen sich bereits im Vorfeld die Ohren der Weltbevölkerung. Wie unter anderem die BBC heute berichtet, ist nun das Internet selbst, neben 237 Personen und Organisationen, für den begehrten Preis nominiert.

Das Web fördert “Dialog, Debatten und Konsens”

Wie der Direktor des Nobel Institutes, Geir Lundestadt gegenüber BBC News verlauten ließ, habe man “tausende Nominierungen” für den Preis erhalten. “Einige wurden durch eine Person nominiert, andere von zehn, wiederum andere von 100″, erklärte er weiter. Wer im Einzelnen nominiert sei, war von der Organisation jedoch nicht zu erfahren. Manchmal würden, so BBC News, Nominatoren, so wie in diesem Fall die italienische Version des Wired Magazins, die das mit Hilfe einer Internetkampagne taten, ihre Wahl öffentlich machen. Deren Begründung: Das Web fördere “Dialog, Debatten und Konsens”.

Unterstützt wird diese Entscheidung auch von der Nobelpreisgewinnerin 2003, Schirin Ebadi und dem Gründer des 100-Dollar-Laptop-Projects, Nicholas Negroponte. Allerdings, das muss auch BBC News anerkennen: Wer den Preis im Falle einer Zusprechung entgegen nehmen sollte, sei unklar. Internet for Peace meint hierzu lapidar: der Preis sei “ein Nobelpreis für jeden und alle von uns”. In anderen Fällen könnte die Angelegenheit weniger problematisch sein. Denn “Andere Nominierte sollen beispielsweise die russische Menschenrechtsaktivistin Svetlana Gannuschkina und der chinesische Aktivist Liu Xiaobo sein”, fügt pressetext.at hinzu. Der Friedensnobelpreis-Gewinner 2010 würde schließlich am 8. Oktober bekannt gegeben. Das Preisgeld solle sich laut Lundestad in der selben Höhe bewegen wie 2009.

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Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar.

  1. “Das Internet” ist weder eine natürlich noch eine juristische Person. Natürlich ist es als Träger der Hoffnung auf Frieden und Freiheit der Menschen zu preisen, aber doch nicht mit der Verleihung eines Ordens! Es war schon ein übler Missgriff, Obama wegen einiger vager Versprechungen wie der Schließung des grauenvollen Internierungscamps Guantanamo und dem Abzug aus dem überfallenen und besetzten Irak zum Friedensnobelpreisträger zu machen. Nach dieser Dummheit wäre die Verleihung des Preises an das Internet eine Albernheit oder gar eine Blödheit.

    Warum soll nicht der Preis gleich “dem Frieder” oder “der Freiheit” oder der “Menschenwürde” gegeben werden? Wie weit wollen wir denn noch verkindschen?
    “Wir sind Frieden” ?