Jagen – der spezifisch männliche Beitrag zur Menschwerdung.

Der Mensch ist das einzige Tier, das aufrecht geht. Das einzige Tier, das Städte baut. Das einzige Tier, das nach seinem Dasein fragt… Und Homo sapiens ist die einzige Spezies, in der der männliche Teil der Population eine eigene, geschlechtsspezifische Rolle in der Reproduktionsweise der Gattung spielt. Nämlich als Jäger.

Alget.jpgDer Mensch ist das einzige Tier, das aufrecht geht.

Das einzige Tier, das Städte baut.

Das einzige Tier, das nach seinem Dasein fragt…

Und Homo sapiens ist die einzige Spezies, in der der männliche Teil der Population eine eigene, geschlechtsspezifische Rolle in der Reproduktionsweise der Gattung spielt.

Nämlich als Jäger.

Auch unsere nächsten Verwandten, Schimpansen und Bonobos, jagen. Aber nur gelegentlich, wenn die Situation sich ergibt. Zu selten, als dass sich daraus innerhalb der gemeinsam jagenden Gruppe eine fortwährende Arbeitsteilung ausbilden könnte. Und zu unregelmäßig, als dass sich die individuell unterschiedlichen Jagdfertigkeiten auf die Rangordnung innerhalb der Gruppe auswirken würden. Es ist ein okkasionelles Beiwerk zum vorherrschenden Aufsammeln von Nahrung.

Erst Homo habilis jagt regelmäßig. Die Jagd in der offenen Savanne unterscheidet sich qualitativ von der Jagd auf kleinere Tiere im Urwald. Denn hier trifft der Mensch auf Nahrungskonkurrenten, die stärker sind als er. Das gilt schon und sogar besonders für die Anfangszeit, wo der Mensch noch nicht selber Beute reißt, sondern erst an der verlassenen Rissen der Großkatzen mitzehrt; denn hier trifft er außer auf die Katzen auch auf einen besonders gefährlichen Konkurrenten – die im Sozialverband jagenden* Hyänen. Die Verteidigung gegen die Rivalen im offenen Feld erfordert Organisation. Kooperation wird regulär; während das Sammeln der Frauen im Umreis des Lagers individuell und unkoordiniert geschehen kann.

Dem Menschen ist das Jagen im Verbund nicht, wie Hyänen und weiblichen Löwen, genetisch angestammt. Es war eine gattungsgeschichtliche Neuerwerbung. Das fehlende genetische Programm musste durch ein allgegenwärtiges Medium der Verständigung ersetzt werden. Die Entwicklung eines dauerhaften Systems von Lautsymbolen war eine Voraussetzung für die Habitualisierung der Jagd.

Auf der andern Seite ermöglichte erst die erhebliche Steigerung der Eiweißaufnahme, die durch Fleischkost möglich wurde, jene Vergrößerung der Hirnmasse in der Familie Homo, die ihrerseits die Voraussetzung für die Entwicklung der Sprache war, die uns zu sapientes macht.

Ohne das Jagen wären wir nicht zu Menschen geworden. Ohne die Jäger kein Sapiens.

*
Nachzutragen wäre noch dies: Das Jagen hat mit dem Spiel (und der Kunst) mehr gemein als mit der Arbeit. Der Arbeiter nimmt sich ein bestimmtes Pensum vor oder bekommt es auferlegt, das er in einer bestimmten Zeit zu erledigen hat. Sie ist doppelt bestimmt, erstens durch den Zweck, den sie zu erfüllen hat, und zweitens durch die vorgebene Dauer. In diesem Sinne mag man rund um das Lager ein gewisses Quantum Früchte sammeln, das man brauchen wird. Aber jagen kann man so nicht. Anders als bei der Arbeit, aber wie im Spiel ist bei der Jagd der Ausgang offen. Und anders als bei der Arbeit (und beim Sammeln), aber wie im Spiel ist mit Fleiß und mit Gründlichkeit nicht viel zu besorgen. Man braucht Intuition und Phantasie.Man wollte ein Wildschwein erlegen, aber dann wurde es ein Hirsch. Man suchte nach einem Reh und musste sich mit ein paar Hasen begnügen. Und zwar muss man sich für die Jagd auf Großwild besonders vorbereiten und die Rollen verteilen; aber es kann sich auch die Flucht als die weiseste Jagdtechnik ergeben. Ja, und so weiter. Kurz und gut, es schwebt einem schon vor, was es werden soll. Aber es kann völlig anders kommen. So im Spiel, so in der Kunst.

Anders bei der Arbeit. Irgendetwas wird sie schon hervorbringen, das dem anvisierten Zweck dient. Aber sie mag zu lange dauern, und das Produkt mag den Zweck nur unzureichend erfüllen, weil es bricht. Das ist nicht Pech, sondern Vergeudung – von Zeit und von Material. Das darf nicht sein. Man braucht Ausdauer und Gründlichkeit.
Und so beim Sammeln. Man mag in der vorgegebenen Zeit – bis die Männer von der Jagd zurückkehren – nicht genug zusammengetragen haben, und nicht das, was man eigentlich suchte. Aber irgendwas wird sich noch immer anfinden, man kann vom Sammeln nicht mit leeren Händen zurückkehren wie von der Jagd. Und darf nicht! Denn beim Jagen braucht man Glück, und darauf ist kein Verlass. Auf das Sammeln dagegen muss man sich verlassen können. Man kann einige Zeit ohne Fleisch auskommen. Aber nur, wenn ersatzweise genügend Pflanzenkost da ist.

Das Sammeln ist das Standbein der Wildbeuterkulturen, die Jagd ist das Spielbein. Das eine ist weiblich, das andre ist männlich.

____________________________________________________
*) Es ist ein Irrtum, dass Hyänen feige wären und sich nur von Aas ernährten. Sie sind kühne und gefährliche Jäger.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. 1. Das einzige Tier, das aufrecht geht? Nein: das Känguruh ist in Ruhpolding zum aufrechten Gang gezwungen worden, damit der Beutel nicht einfriert und die Frucht zum Urmel aus dem Eis wird. Poltern mußte es mit den stärker isolierenden Hinterbeinen, um beim Werben um einen Partner bis Australien gehört zu werden. So spricht man heute noch vom Polterabend, da zum Scherz noch ein letzes Mal vor der Einfahrt in den sicheren Hafen der Ehe gen Down Under getrommelt wird.
    2. Auch die zweite Behauptung ist kulturhistorisch nicht zu rechtfertigen.
    Termiten bauen schöner über fünf Meter als der Mensch zaghaft über fünfhundert.
    In Ehrung der besten Baumeister auf Erden weiten wir den Einsatz des Thermitverfahrens aus und schmelzen damit ein paar Gletscher mitten in der Antarktischen Haldbinsel weg, da wo die Anden ins ewige Eis wachsen, um das Klima zu retten mit der Revitalisierung von Humboldt- und Golfstrom in einer einzigen Baumaßnahme, die nur mit dem Beispiel der technischen Kühlung von Termitenbauten angedacht werden konnte. Dank an die ersten Städtebauer!
    3. Ich habe das Melkerdiplom in Weihenstephan erworben und im Landwirtschaftsstudium alle Praktika an Rinderbetrieben gemacht. Zudem bin ich zwischen den Kuhfladen aufgewachsen und habe im Skalpeltierer- und Seziererpraktikum sehr genau durch die Linse einer Kuh geblickt und mit den schlachtwarmen Muskeln daran gespielt. Ich möchte behaupten, daß die Kuh der erste Philosoph im Tierreich ist, und daß der Mensch noch nicht wirklich weiter gekommen ist als ein Rindviech beim Wechseln des anfermentierten Knödels im Schlund. Wiederkauen statt nach Vorne schauen, war alle Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts, und ich habe es noch äußerst schwer, wenn ich als einer derr Ester den Versuch unternehme, ein paar Jahrzehnte im Voraus das Leben der Menschen wieder in gottesfürchtige Pfade zu lenken, weil Scientology alle klassische Philosophy zu Hurenböcken gemacht hat.
    Jetzt werde ich zu 4. überschüttet von meiner Frau und unserem Fünfjährigen, der aus seinen zwei Bibliotheken, den Bilderbüchern und Filmen uns Vorträge über wirklich systematisch jagende Tiere hält. Schaut der Tiger den ganzen Tag blöd drein und wartet, bis an seinem Versteck eine Gobigazelle vorbeihüpft? Das ist doch alles absurd! Was ist das hier überhaupt für eine Internetzeitung? Die ist doch nicht für richtige Menschén gemacht, die nach Bildung jagen. Eher wie ein Randzonenbeobachtungsfleck einer ökologistischen Zensur wirkt das hier, wenn in einer Klimawandelecke zwei Blöde und ein Gescheiter schreiben, damit die einzig heilige Angelegenheit dieser Entbildungs- und Forschungsverhinderungszeit also die Demokratur, oder wie das da so immer heißt, sich übermächtig verfassungsgebend mit zwei Dritteln pfundig proporzig durchsetzt.
    Warum erwacht der gesunde Jagdinstinkt jetzt nicht im Menschen, wenn er über sein Überleben als Ganzes nachdenkend sehen muß, daß da um Edmund de Rothschild und Mauris Strong eine Sekte gewachsen ist, die alle Demokratien und alle Diktaturen beherrscht und erklärt, mit nur 500 Millionen der Gattung Mensch un dafür mehr burmesischen Grünvipern weiter die Erde bevölkern zu wollen. Bei gut sechs Milliarden Menschen heißt das jetzt, daß höchstens jeder Zwölfte von Rothschild und Strong einen C02-Atmerpaß bekommt und die anderen Elf als sechs Killiarden sterben werden. Dafür hat sich Mauris Strong in Peking eingenistet und experimentiert, wie er unsere Killiardenkinder und Sportler also Jäger und Sammler nach sportlichen Würden, wie eigentlich auch die Wehrhaftigkeit einer zivilen Gesellschaft umschreiben sollten, mit Melamin statt Eiweiß unauffällig umbringen kann. Unverständlich ist mir das, warum die Nachrichtenjäger sich das ein Jahrzehnt lang in der Tagesschau anschauen, wie die Kinder an Melamin sterben, ohne daß sie den Mut faßten diese Sensationsjäger, daß sie über die Art des NichtÖkoMenschen phsilosophierend den Krieg erklären, um alle Ökos, Scientology und Rothschildsekten und Strongwucherer auf den Mars zu schießen oder in der Afarsenke einzusperren ohne Sonnenschutz.