(http://www.infotrier.de) Die Jagd auf Delfine ist ein blühendes Geschäft – noch immer. Jährlich werden allein in Japan nach staatlichen Aussagen bis zu 13.000 Delfine gefangen und getötet. Diese werden bei Treibjagden gezielt in kleine Buchten getrieben und dort mit Netzen festgehalten. In dem seichten Wasser suchen Käufer nach besonders jungen und schönen Exemplaren, alle übrigen Hunderte werden mit Speeren, Messern oder Harpunen getötet. Dies alles geschieht mit offizieller Erlaubnis der japanischen Regierung.
Delfine gelten unter Forschern als besonders intelligente Tiere. Aufgrund ihrer kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten können sie auf eine Stufe mit Menschenaffen gestellt werde. Dennoch gilt die Jagd auf Delfine in Japan als traditionelles Erbe. So erklärte Takumi Fukuda, Fischerei-Attaché der japanischen Botschaft in den USA, die Delfinjagd sei eine kulturelle Aktivität und wichtig für sein Land.
Delfine werden als Therapeuten und Entertainer ausgebeutet
Die Delfine, die in den Buchten Japans gefangen werden, erwarten verschiedene Schicksale. Zwar ist der Markt für Delfinfleisch als Delikatesse in den letzten Jahren stark eingebrochen, weil die Tiere mit gefährlichen Mengen an Quecksilber belastet sind, dennoch geht das Fleisch auf lokalen Märkten zu hohen Preisen über die Theke oder wird zu Tierfutter oder selbst zu Düngemittel verarbeitet.
Eine weitere “Verwendung” finden die Tiere zunehmend in der therapeutischen Behandlung vor allem behinderter Kinder mit Down-Syndrom oder Autismus. Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Nutzen dieser Therapie jedoch höchst umstritten. Während Befürworter von bedeutenden Entwicklungsschüben sprechen, stellen Kritiker dies in Frage. Die Erfolge, die häufig zu einer Art “Wunderheilung” erhöht werden, könnten auch mit anderen Tieren, zum Beispiel Hunden oder Pferden, erreicht werden, so die Tierschutzorganisation WDCS (Whale and Dolphin Conservation Society). Als Reaktion auf die Kritik bieten einige Therapiezentren mittlerweile die Arbeit mit freilebenden Tieren an, die in einer möglichst naturnahen Umgebung stattfinden kann.
Des Weiteren werden die gefangenen Tiere in Delfinarien ausgestellt. “Nur die Verkäufe an die Delfinarien macht die Treibjagd noch profitabel”, stellen Experten der Meeresschutzorganisation Oceancare fest. Laut WDCS bringt ein trainierter Delfin auf dem Weltmarkt bis zu 150.000 US-Dollar ein. Die Gefangenschaft in kleinen Becken ist dabei eine extreme Belastung für die Tiere. Frei lebende Delfine sind schnelle und ausdauernde Schwimmer, die täglich bis zu 100 Kilometer mit Spitzengeschwindigkeiten von 60 km/h zurücklegen und mehrere hundert Meter tief tauchen. In Gefangenschaft können sie diese natürlichen und lebenswichtigen Triebe nicht ausüben. Weltweit gibt es weit mehr als 150 Delfinarien, darunter auch mit Duisburg, Nürnberg und Münster drei in Deutschland. Wie schlecht es den Tieren dabei ergeht, kann man im Nürnberger Zoo beobachten: in den vergangenen 27 Jahren starben 35 Delfine, die durchschnittliche Lebenserwartung wird dabei nur selten erreicht!
TV-Dokumentation versucht aufzurütteln
Es bleibt zu hoffen, dass die Öffentlichkeit weiterhin für das Thema sensibilisiert wird. Ein Film könnte dazu beitragen: die Dokumentation “Die Bucht”, die letzte Woche einen Oscar gewann und seit dem 11. März auf DVD erhältlich ist, zeigt mit drastischen Bildern die Qualen der Delfine. Der ehemalige Darsteller der TV-Serie “Flipper”, Richard O’Barry, leistet zusammen mit Wissenschaftlern Aufklärungsarbeit und übt Druck auf nationale und internationale Verantwortungsträger aus. Der Weg, die Massaker an Delfinen endgültig zu beenden, ist jedoch noch weit.
Dieser Artikel erschien zuerst auf www.infotrier.de.Photo Quelle/Copyright: Joachim Kant, via pixelio.de
einfach brutal und schrecklich!