Nicht alle Kulturen können die gleiche Religion haben. Dieser Anspruch ist bekanntlich viel zu groß und führt zu heiligen Kriegen. Doch ein Phänomen müssen alle Kulturen auf ihre eigenartige Art und Weise verarbeiten und das ohne Ausnahme: die Sexualität. Die Religionen können vor allem unüberbrückbare Unterschiede zwischen den verschiedenen Kulturen wachsen lassen. Wie ist es aber mit der Sexualität? Ist sie womöglich internationaler und grenzüberschreitender als alle Religionen zusammen? Ist die Sexualität womöglich auch widerstandsfähiger gegenüber dem allgemeinen Zerfall des Glaubens und der Sitten? Ist sie sogar zeitlos und allgegenwärtig?
Um uns bei solchen verunsichernden Fragen etwas Klarheit zu verschaffen, sollten wir uns zuerst mit dem Gedanken anfreunden, dass es die Sexualität in voller Blüte bereits in den Urzeiten gab, in denen wahrscheinlich nur der phantasievolle Aberglaube herrschte, es aber keine Spur von einer Religion gab. Wir könnten uns auch auf die Tatsache verlassen, dass weder die Ägypter oder die Römer, noch Jesus Christus oder der Papst die Sexualität erfunden haben. Wie ein naturbelassener Bach strömte die Sexualität zwischen den Geschlechtern, seit der Menschwerdung, wenn nicht auch schon davor, über Hunderttausende von Jahren.
Die Gängelung
Doch irgendwann haben die Menschen damit angefangen, die Sexualität zu reglementieren, anfangs wahrscheinlich aus egoistischen Gründen. Die Spuren davon können wir auch in einer Affenherde finden, in der ein oder mehrere Männchen für sich sexuelle Privilegien fordern und auch gewaltsam durchsetzen. Ehrlich gesagt, gibt es die sexuelle Dominanz, die wir als Ursprung unserer Sexualmoral betrachten können, bei allen Herdentieren. Selbst in einem Rudel findet man sie. Die sexuelle Dominanz versucht bereits bei den Tieren darüber zu entscheiden, wer mit wem darf und wer Enthaltsamkeit üben muss.
Auch bei den Menschen war es mit Sicherheit über eine sehr lange Zeit nicht anders. Damit gewann auch die Jungfräuligkeit an Bedeutung. Sie galt bald als das zuverlässigste Zeichen dafür, dass das Alphamännchen nicht heimlich übergangen wurde. Die Jungfräuligkeit wurde als zuverlässiges, ja unbeirrbares Zeichen so sehr geschätzt, dass sie in der katholischen Kirche sogar die Bedeutung des Heiligen gewann. Auch in der christlichen Religion wurde sie zu dem einzig greifbaren Beweis, dass ein Mensch, in diesem Fall eine Frau, noch nie gesündigt habe.
Die Gabe der Dominanz
Wer also eine Gruppe dominieren wollte, der hat bei der Sexualität angefangen. Das haben sich viele Religionen und auch manche Bildungseinrichtungen abgeschaut. Um ihre Autorität zu stärken, haben die Religionen damit angefangen, die Sexualität zu reglementieren. Weil die sexuellen Regungen bei den Menschen fast tagtäglich irgendwie ablaufen, haben es die Religionen geschafft, dass die Menschen auch tagtäglich ein schlechtes Gewissen vor Gott haben mussten. Und erst durch das alltäglich schlechte Gewissen wurde Gott für uns Menschen so richtig allgegenwärtig. Die katholische Kirche wurde bei dem streng regulierenden Missbrauch der Sexualität zum Zwecke der Dominanz, der Autoritätssteigerung, ein wahrer Meister.
Natürlich stellt sich dadurch die Frage, ob die katholische Kirche deswegen so sexbesessen sei, weil sie seit eh und je machtbesessen ist. Und die Antwort liegt dann fast an der Hand. Die reformierte evangelische Kirche stellt weder ihre autoritäre Macht noch die Sexualität so sehr in den Vordergrund. Auch am Islam können wir deutlich erkennen, dass dort die Sexualmoral der Beherrschung der Frau durch ihren Mann dient, und der Beherrschung der Töchter durch ihre Väter. Die Macht der Sexualität wird von der Machtwilligen zu eigenen Zwecken missbraucht.
Es geht auch anders
Auch in der indischen religiösen Vielfalt spielte die Sexualität eine bedeutende Rolle. Sie wurde als eine Möglichkeit, als Mittel zur Selbsterkenntnis angesehen. Wahrscheinlich deswegen, weil der Mensch bei keinem Akt so gefordert ist, wie bei dem Sexualakt. Auch in der Kultur der Roma und der Sinti, die schließlich aus Indien stammen, wird die Sexualität oft als gute Möglichkeit zur Vertiefung des eigenen Bewusstseins praktiziert.
Als Buddha die Erleuchtung erlangte, herrschten unter seinen Schülern noch lange nicht so strenge Sitten, wie es deutlich später zur Regel wurde. Buddha unterrichtete seine Schüler noch ohne jede Geschlechtertrennung. Erst viel später sind seine autoritären Nachfolger zu der Erkenntnis gekommen, dass die Sexualität viele ihrer treuen Schüler von den nützlichen Vorträgen und Übungen ablenkt. Also haben sie ihre Schüler nach ihrem Geschlecht voneinander getrennt, damit sich deren Aufmerksamkeit nur noch auf sie richtet, die erleuchteten Lehrer.
Aus dieser Zeit stammt die folgende Geschichte:
Zwei erfahrene Mönche wandern durch die Gegend von einem Kloster zum anderen. Unterwegs kommen sie zu einem Fluss. Am Ufer steht ein junges Mädel, das ängstlich nach einer Möglichkeit sucht, den Fluss gefahrlos zu überqueren. Einer der Mönche packt sie wortlos um die Hüfte, legt sie auf seine Schulter und überquert den Fluss. Am anderen Ufer stellt er das Mädel wieder auf die Beine und geht weiter seines Weges. Der zweite Mönch läuft ihm nach und fängt zu lamentieren: “Wie konntest du nur?! Wie konntest du eine Frau berühren? Du hast dich vor Buddha entwertet! Du hast Buddha verraten! Du hast dich zurück gestürzt in die Vergänglichkeit des Sinnlichen. Unrein bist du geworden! Wie willst du klaren Kopfes zum Buddha beten, nachdem du dich so beschmutzt hast?!”
Die Litanei dauert eine Weile, bis sich der schweigende Mönch zu seinem Bruder umdreht und sagt: “Ach, du sprichst von dem Mädel? Das habe ich auf dem Ufer stehen lassen. Du trägst es immer noch?”
Manche Last, die wir tragen müssen, hat mit dem Sex eigentlich fast nichts zu tun. Fast.
Es ist nicht die Dominanz, sondern das weibliche Tier welches entscheidet.
Glauben sollte moeglichst schnell zerfallen und gegen “Erfahren”ausgetauscht werden.
Sexualitaet ist das natuerlichste von der Welt, in unserer sexuell unterdrueckten Welt ist es logisch das die sexualitaet pervertiert. Denn wir sind pervers und zwar weil wir Angst vor unseren eigenen Beduerfnissen haben und uns nicht trauen hin zu schauen, weil Mama sagte es ist schmutzig, pfui
Deshalb auch Bilderberger, Papst, Mutter Theresa und die anderen scheinheiligen Moralapostel und auch nur wieder um die Masse zu dominieren in ihren pervertierten Koepfen.