Die Anzeichen mehren sich, dass die Rating-Agenturen die Bonität von US- und britischen Staatsanleihen von AAA in Kürze herabsetzen werden.
Dies setzt einen Mechanismus steigender Kreditzinsen sowie Senkung der bisherigen Werte für diese Staatsschuldpapiere in Gang. Wegen des weiterhin hohen Finanzierungsbedarfs der beiden Staaten (USA und Großbritannien) führt dies jedoch wegen des gestiegenen Kreditrisikos für diese Wertpapiere dazu, dass die Nachfrage tendenziell sinkt (Stichwort: Risikoaversion). Der Risikoaufschlag erschwert jedoch die fortlaufende Finanzierung neuer und die Refinanzierung alter Staatsschulden. So etwas nennt man dann eine positive Rückkopplung, d.h. ein sich selbst verstärkender Prozess.
China und Japan zeigen sinkende Kaufbereitschaft
China und Japan als die größten Gläubiger der USA senken bereits seit einiger Zeit ihr Engagement, da die Wertberichtigungen und das steigende Kreditausfallrisiko ein zu großes Klumpenrisiko (sprich: Staatspleite bzw. Zahlungseinstellung oder drastische Entwertung der Forderungen) darstellen. Die Chinesen hatten zum Jahresende 2009, einen Bestand von Forderungen in US-Staatsanleihen von rund 895 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Anteil an den gesamten US-Auslandsschulden von etwas über 24 Prozent. Japan belegt den zweiten Platz mit 765,7 Mrd. US-Dollar und einem Anteil von rund 21 Prozent. Mit den Ölexportieren Ländern an dritter Stelle folgt dann bereits schon Großbritannien mit 178 Mrd. US-Dollar und knapp fünf Prozent.
China und Japan haben nun bereits zum Jahreswechsel seine Nachfrage nach US-Staatsschuldverschreibungen merklich reduziert.
Wachsende Zweifel an den USA und Großbritannien
Dies nährt Zweifel, dass die US-Regierung wie bisher zukünftig auf einen aufnahmebereiten ausländischen Kapitalmarkt rechnen kann. Da die Sparquote in den USA zu niedrig ist und voraussichtlich auch kaum rasch auf das benötigte höhere Niveau steigen wird, laufen Finanzierungsbedarf und Finanzierungsmöglichkeiten aufgrund privater Nachfrage erkennbar rasch auseinander. Dies kann nur auf zweierlei Arten gelöst werden. Einmal die Notenpresse der Länder wird in Gang gesetzt und damit ein nachhaltiger Inflationsprozess angestoßen oder aber es kommt zu drastischen Kürzungen der Staatsdefizite wie derzeit in Griechenland mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung. Der befürchtete Double Dip zumindest in den USA und Großbritannien wäre dann nicht mehr aufzuhalten.
Selbst Chinas Premierminister Wen Jiabao warnt bereits vor einem erneuten Einbruch der Weltkonjunktur. Auslöser wäre dann aber nicht wie zuletzt das kleine Griechenland, sondern die USA und Großbritannien als heavy weights. Der drastische Zinsanstieg in den USA bei 30-jährigen Staatsanleihen von rund 2,5 Prozent im Dezember 2008 auf derzeit bereits 4,6 Prozent im März 2010 zeigt deutlich wohin die Reise geht.
Es wird wohl die Notenpresse werden