Konfrontation USA/China: Die große Illusion

Eigentlich sollten es beide Seiten wissen, dass ein Handelskrieg mit generellen Strafzöllen von etwa 25 Prozent nur beiden Seiten Schaden kann. Die USA hoffen dadurch ihre Handelsbilanz mit China zurück ins Gleichgewicht zu bringen und durch Importsubstitution Jobs in Amerika zu schaffen. Soweit die Idee. China glaubt, man könne die

gong.jpgEigentlich sollten es beide Seiten wissen, dass ein Handelskrieg mit generellen Strafzöllen von etwa 25 Prozent nur beiden Seiten Schaden kann. Die USA hoffen dadurch ihre Handelsbilanz mit China zurück ins Gleichgewicht zu bringen und durch Importsubstitution Jobs in Amerika zu schaffen. Soweit die Idee. China glaubt, man könne die USA mit ihren Forderungen in Billionenhöhe gegenüber den USA davon abhalten. Damit pokern beide um einen hochriskanten Einsatz. Am Ende könnten beide verlieren. Den USA droht eine katastrophale Krise der Staatsfinanzen und China ein dramatischer Einbruch in der Exportindustrie.

Die Weltwirtschaft als Kollateralschaden

Fassungslos steht die übrige Welt an der Seitenlinie und beobachtet das Schauspiel. Allerdings wird eine solche Entwicklung auch sie mittelbar mit in den Abgrund ziehen. Schließlich werden die größte und zweitgrößte Wirtschaft der Weltwirtschaft schockartig ihre Handelsbeziehungen einfrieren. China würde vermutlich auf Strafzölle der USA mit eigenen reagieren.

Man wird den Streit auch in die WTO und den IWF tragen. Damit dürften auch die G20 gelähmt werden. Ein Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China wird auch die Forderung an die übrigen Staaten stellen, Partei zu ergreifen. Wer unterstützt die USA? Wer unterstützt China?

Insbesondere die asiatischen Anrainerstaaten mit Japan an der Spitze werden aufgrund ihrer engen Handelsverflechtung mit beiden Supermächten den größten wirtschaftlichen Schaden hinnehmen müssen. Dies dürfte besonders tragisch sein, da diese Wirtschaften wegen hohen Wirtschaftswachstums aufgrund des darin enthaltenen Momentums den Kapazitätsanpassungsschock sehr viel schwerer verkraften können. Ähnlich wie beim Auto, das mit 100 km/h gegen eine Wand fährt, ist diese überproportional größer als bei einem Aufprall mit 50 km/h. Masse mal Geschwindigkeit entspricht der Energie. Mithin führt ein abrupter Stopp auch zu deutlich größeren Verwerfungen.

Von der Wirtschaftskrise zur gesellschaftspolitischen Krise

Da aber auch Wirtschaft und Gesellschaft miteinander hinsichtlich der sozialen Stabilität verbunden sind, führen Massenarbeitslosigkeit zusammen mit kaum entwickelten sozialen Sicherungssystemen auch schneller zu sozialen Unruhen. Hinzu kommt, dass in Ost- und Südostasien mit der Ausnahme von Japan die Bevölkerung sehr viel jünger ist als in Amerika und Europa. Entsprechend höher ist die Gewaltbereitschaft. Nun sind das alles derzeit noch theoretische Überlegungen und es gäbe jederzeit Möglichkeiten diesen Trend zu stoppen. Aber die Gefahr ist groß, dass die Leidenschaft den kühlen Verstand überwältigt. Politiker werden dann, wenn die Stimmung in der Öffentlichkeit sich aufgeheizt hat, schnell zu Getriebenen. Was zu Anfang noch unter Kontrolle schien, gerät außer Kontrolle. Hoffen wir, dass beide Seiten noch rechtzeitig den Weg zu einer Kompromisslösung finden.

Photo Quelle/Copyright: Tork Kristensen, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

Kommentare

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  1. ich tippe eher, dass im Ganzen die Vernunft siegt und die jeweilige Öffentlchkeit mit ein paar plakativen Maßnahmen versorgt wird.