Nachdem sich die öffentliche Erregung über die Kopfpauschale à la Rösler gelegt hat, wird jetzt eine weichere Fassung als Einstieg in die Kopfpauschale nachgeschoben. Das nennt man raffiniertes Change Management. Nach der Schocktherapie und der dadurch ausgelösten Aufregung in der Öffentlichkeit kommt jetzt die Kopfpauschale light. Fünfundzwanzig[ bis neunundzwanzig Euro soll sie monatlich ab 2011 kosten. Nachdem bereits in diesem Jahr die gesetzlichen Krankenversicherungen eine von 8,- Euro oder doch etwas mehr bereits durchgesetzt haben, geht es danach munter weiter.
Merkels Deal
Im Streit über die geplante Steuersenkung 2011 hat die FDP Bereitschaft signalisiert hier Abstriche zu machen. Im Gegenzug unterstützt Merkel jetzt den Einstieg in die kleine Kopfpauschale. So wird man sich handelseinig. Niemand sollte sich wundern, wenn dann pünktlich Jahr für Jahr dieser Anteil gegenüber der einkommensabhängigen Komponente steigt. Mittelfristig haben wir dann die Kopfpauschale wie ursprünglich geplant. Es hat am Ende nur etwas länger gedauert.
Grundversorgung bei Gesundheitsleistungen
Die bisherige rundum sorglos Krankenversorgung wird dann als nächstes durch eine schrittweise Reform zu einer Grundversorgung auf Basis der Kopfpauschale in Angriff genommen werden. Wer etwas anderes erwartet ist naiv. Auch hier wird im Sinne der Salamitaktik der Leistungskatalog schrittweise reduziert. Man kann ja wenn gewünscht durch Zusatzbeiträge sich privat weitere Leistungen durch eine Zusatzversicherung erkaufen. Wenn einige Gesundheitspolitiker wie Lauterbach von einer Zwei-Klassen-Medizin reden, dann dürfte dies eine grobe Vereinfachung sein. Bereits heute haben wir ein hochdifferenziertes System an Leistungen bei der Gesundheitsversorgung, mithin nicht nur eins, zwei sondern eine viele Klassenmedizin. Am Ende entscheidet die Zahlungsbereitschaft bzw. –fähigkeit was man erhält und wie man versorgt wird. Ob sich dagegen ein ausreichender politischer Widerstand organisieren lässt, stellt man die allgemeine politische Apathie der Bevölkerung in Rechnung, erscheint äußerst zweifelhaft. Also schön sparen, damit man sich im Krankheitsfall auch etwas leisten kann. Schließlich hat man ja letztes Jahr schwarz-gelb gewählt. Jetzt bekommt der Wähler die Rechnung dafür präsentiert.
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Der Kündigungsschutz kommt gleich hinterher.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,684369,00.html