Lesetipp: “Unendliche Geschwätzigkeit der Blogger”

Er wird als eine Institution angesehen, wenn es um Fragen der deutschen Sprache geht. Zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2005 wird er vom “Stern” gar als “Levitenleser der Nation” bezeichnet. Der Sprachkritiker und ehemalige Leiter der Henri-Nannen-Schule, Wolf Schneider bekannte: “Journalist war ein Verlegenheitsberuf. Ich war ein Arbeitsloser mit

tere.jpgEr wird als eine Institution angesehen, wenn es um Fragen der deutschen Sprache geht. Zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2005 wird er vom “Stern” gar als “Levitenleser der Nation” bezeichnet. Der Sprachkritiker und ehemalige Leiter der Henri-Nannen-Schule, Wolf Schneider bekannte: “Journalist war ein Verlegenheitsberuf. Ich war ein Arbeitsloser mit Abitur, für den an Studium nicht zu denken war.” Nun meldet sich Schneider im Interview mit Meedia.de erneut und vor allem ganz und gar nicht verlegen zu Wort.

Neben der Werbung für sein neuestes Buch “Deutsch für junge Profis”, das aus der Feder eines mittlerweile 84-Jährigen durchaus skurril erscheinen darf, sind es jedoch ganz andere Aspekte, die den Leser aufhorchen lassen. Denn Schneider lässt seine Leser wissen: “Ich kritisiere die unendliche Geschwätzigkeit der meisten Blogger. Da habe ich arroganterweise ein Hauch von Mitleid. Wenn einer drei, vier Seiten bloggt, hat er offenbar nicht nur das Vergnügen des Schreibens, sondern vielleicht auch den Gedanken, dass es möglichste viele Leute lesen sollten. Und da besteht bei zwei von drei Blogs überhaupt keine Chance. Sie sind einfach so hingeschrieben, wie es einem so einfällt wie man vielleicht beim dritten Bier miteinander reden würde. Ob man vielleicht irgendwelche Reize an den Anfang setzen müsste oder sich auf eine überschaubare Länge begrenzen müsste, damit man Leser findet – das wird offenbar nicht erwogen.”

Eine Schelte, die sitzt. Doch wie können es Deutschlands Laien-Autoren besser machen? Müssen sie es überhaupt besser machen? Wolf Schneider stellt klar: “Die meisten Blogs sind nicht schlechter geschrieben als die meisten Zeitungsartikel. Sie sind nur uferlos. (…) Mehr als eine Seite sollte es nie sein und die Seite sollte auch nicht mit irgendwelchen Nebensachen anfangen wie beispielsweise, wie der Kaffee schmeckt. Warum sollte ich das denn um Gottes Willen weiterlesen?”

Weiterlesen können Sie jedoch hier, welche Einschätzungen der Sprachpapst in diesem Zusammenhang über das Web 2.0 äußert. Warum er unter gewissen Umständen keine Unterschied zwischen Online- und Printjournalismus sieht und welche Gefahren den Traditionalisten der Branche vielleicht schon in naher Zukunft drohen.

Photo Quelle/Copyright: me maya, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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