Fundstück: “Die Unendlichkeit des Streams”

“Jeder Vierzehnte stoppt das Liebesspiel“, um sich um sein virtuelles Leben in den diversen sozialen Netzwerken zu bemühen anstatt sich seinem direkten Gegenüber zu widmen. Die “Bild” hatte nachgefragt, welchen Stellenwert Twitter und Co. für uns haben. Das Ergebnis, das pünktlich zum vierten Geburtstag des Microblogging-Dienstes durch das Internet twitschert,

oerhe.jpgJeder Vierzehnte stoppt das Liebesspiel“, um sich um sein virtuelles Leben in den diversen sozialen Netzwerken zu bemühen anstatt sich seinem direkten Gegenüber zu widmen. Die “Bild” hatte nachgefragt, welchen Stellenwert Twitter und Co. für uns haben. Das Ergebnis, das pünktlich zum vierten Geburtstag des Microblogging-Dienstes durch das Internet twitschert, erstaunt und mahnt zugleich. Dabei könnte das World Wide Web durchaus in Einklang mit unserem Offline-Alltag zu bringen sein.

Wer bei Twitter und Co. begreifen würde, dass er absolut nicht jede Meldung lesen muss, sondern die Nachrichtenflut vielmehr als unendlichen Datenstrom begreift, der beileibe nicht komplett abgearbeitet werden müsse, der braucht keine Angst vor einem “Information Overload” zu haben. Dieser Meinung ist zumindest Martin Weigert, Autor auf netzwertig.com. Der Internet-Experte widmet sich zum Wochenanfang der “Unendlichkeit des Streams” und arbeitet dort anhand von Beispielen aus seinem Umfeld ein wohl grundsätzliches Problem der Web 2.0-Gesellschaft ab.

Tweets sind keine Emails!

Beispielsweise Tweets wie Emails anzusehen und diese auch so zu behandeln, das mache in seinen Augen gar keinen Sinn. “Schnell können so viele hundert oder tausend Informationsobjekte täglich zusammenkommen. Kein Wunder, dass der Mythos vom “Information Overload” nicht tot zu kriegen ist”, mahnt der Autor. Natürlich solle jeder möglichst selbst herausfinden, wie er oder sie den Strom von Meldungen am besten handhaben könne. Aber wer sich eine möglichst große Reichweite und zahlreiche Follower über verschiedene Social-Web-Kanäle wünscht, wird dies mit diesem Ansatz nur schwer erreichen können. Er rät deshalb: “Eine veränderte Einstellung zum Stream und die Einsicht, nicht alle Tweets, Status-Updates, Artikel und Links verarbeiten zu können (und zu müssen), die über den Tag verteilt auf dem persönlichen Radar auftauchen, kann Social-Web-Nutzern dabei helfen, deutlich entspannter an die Informationsverarbeitung heranzugehen.”

Leichter gesagt als getan, wird “Otto-Normal-User” nun entgegnen. Doch Weigert hat natürlich auch die passenden Grundsätze parat, die helfen sollen diesen Bewusstseinswandel zu meistern und “den persönlichen Mediennutzungsprozess im Web an die veränderten Vorzeichen des Echtzeitweb anzupassen”:

“1. Informationsobjekte im Netz (Tweets, Status-Updates, Link-Empfehlungen, RSS-Feeds etc.) sind keine E-Mails und müssen nicht wie E-Mails behandelt werden.
2. Es ist unmöglich, alle im Netz veröffentlichten Informationsobjekte zu konsumieren.
3. Was wirklich wichtig ist, taucht mehrfach im persönlichen Stream auf.
4. Tritt ein Gefühl der Informationsüberlastung auf, spricht nichts dagegen, dem Stream über einen bestimmten Zeitraum keine weitere Aufmerksamkeit zu schenken.”

Photo Quelle/Copyright: transCam, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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