Ein neuer Bericht der Vereinten Nationen offenbart erschreckende Zahlen: Weltweit wohnen 828 Millionen Menschen in Slums, 55 Millionen mehr als noch vor zehn Jahren. Somit muss jeder achte Mensch unter schwierigsten Bedingungen leben, ohne fließendes Wasser, Strom oder sanitäre Einrichtungen. Betroffen sind vor allem Bewohner der Mega-Städte in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Einerseits konnten in den letzten zehn Jahren immerhin 227 Millionen Menschen in bessere Lebensverhältnisse aufsteigen. Besonders in den Boom-Ländern China, Indien und Brasilien konnten damit immerhin doppelt so viele Menschen aus den Slums entfliehen wie Experten prognostiziert haben. Andererseits kommt dieser positive Effekt aber wegen des starken Bevölkerungswachstums global gesehen kaum zum Tragen. Der Erfolg liege sehr einseitig auf den aufstrebenden Schwellenländern, wohingegen die ärmeren Länder keine Fortschritte gemacht hätten, so Anna Tibaijuka, Direktorin von Habitat. Daher gebe es keinen Grund zur Selbstzufriedenheit.
Experten sind um die soziale Lage in den Städten besorgt
Die Hauptursache für die unverminderte Ausbreitung der Slums in den ärmsten Ländern der Erde ist neben dem Bevölkerungswachstum aber besonders in der Landflucht zu sehen. So erfolgt weiterhin ein Trend zur Verstädterung, der die Slums anwachsen lässt und die Lebensbedingungen der Menschen weiter erschwert. Anna Tibaijuka zeigt sich besorgt, dass in den Städten vermehrt eine Situation entsteht, “die soziale Instabilitäten hervorruft oder zumindest enorme soziale und ökonomische Kosten produzieren kann”.
So dramatisch die Situation in den Mega-Städten und den Slums auch sein mag, die Landflucht der armen Bevölkerung hat durchaus gewichtige Gründe. “Rund um die Welt ist die Armut im Allgemeinen in den Städten weniger schlimm als auf dem Land”, heißt es in dem Bericht der UN. In Vietnam oder in Ruanda zum Beispiel sind die Bauern fünfmal ärmer als die Städter. Der Zustrom von Menschen wird also vermutlich weiterhin in Richtung Stadt fließen, denn dort gibt es zumindest Hoffnung auf Jobs und den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen. Die Experten von Habitat erwarten, dass die Zahl der Slumbewohner jährlich um sechs Millionen wachsen wird und in zehn Jahren 889 Millionen erreicht.
Bildung und politische Partizipation als Ausweg
Der 224-seitige Bericht der Vereinten Nationen sieht in erster Linie die Regierungen in den betroffenen Ländern in der Pflicht. Die Lücke zwischen Arm und Reich könne nur durch den Zugang zu Bildung und Arbeitsplätzen für alle geschlossen werden. Auch die politische Teilhabe der Betroffenen müsse erhöht werden, sodass sie bei alltäglichen Fragen an der Entscheidungsfindung teilnehmen können.
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Angesichts einer sich ankündigenden neuen Finanzkrise und einer nach wie vor untätigen schwarzgelben Regierung, die auch ihrer einstigen Bestimmung endgültig abgesagt hat, wird sich in den nächsten dreieinhalb Jahren der Bericht der Vereinten Nationen um ein paar Seiten erweitern.
Da in Deutschland jedoch kaum Slums vorhanden sind, werden die unterirdischen Bauten und Gleisanlagen der großen Städte von den Armen eingenommen werden, da es auch die einzigen Zonen sind, in denen auch im Winter noch erträgliche Temperaturen herrschen.
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