Nichts ist so gut, dass es nicht weiter entwickelt werden könnte. Das Denkmodell “Wissensbilanz” lieferte den Konzeptrahmen für die Erweiterung des Funktionsvorrats von der Version 2.0. Der langjährige Entwickler und Wissensökonom gaben sich mit diesem Ansatz der nicht-monetären Modellrechnungen über Indikatoren nicht zufrieden, weil diese Ergebnisse keiner Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer genügt hätten. Heute ist das Seneca System das Basissystem für die Lösung von Fragestellungen der modernen Wissensökonomie und Wirtschaftens der Immateriellen Vermögen geworden.
Eine der Anwendungsbereiche von Seneca ist die Wissensbilanz 2.0, eine fortgeschrittene Instanzierung der alten Wissensbilanz. Wissensbilanz 2.0 unterscheidet sich vom Vorgängermodell vor allem in zwei Punkten:
1. Die quantitativen Angaben zu “Wissenswerten” sind, soweit dies begründet möglich ist, monetär, d.h. werden in Einheiten einer Währung (z.B. Euro oder in Dollar bemessen).
2. Die Angaben in den etablierten Wertekategorien: Human-, Struktur- und Beziehungs-Werte werden in “echter” Bilanzform, d.h. als “Wissensherkunft”, “Wissensverwendung”), als Vermögenswerte ausgewiesen. Damit ist eine neue Form der “Extra Finanz” realisiert. Die Philosophie dahinter ist, dass Wissen, wie es heute schon in Form von “Intangibles”, (z.B. Patente, selbstgefertigte Software etc.) in Bilanzen eingeht, als eine neue Form von Kapital bzw. als Vermögen dargestellt wird.
Diese Form der Wertedarstellung geht davon aus, dass es sich um ein handelbares, also verdinglichtes Wissen handelt, wie es zum Beispiel entsteht, wenn ein Prozess mittels Wiki formuliert und mit ergänzenden Informationen beschrieben wird. Diese Darstellung von Wissen entspricht übrigens auch den Bilanzstandards von IFRS. Natürlich gibt es darüber hinaus auch “Formen des Wissens”, die sich einer solchen Verdinglichung und damit einer Bewertbarkeit entziehen. Dazu gehört zum Beispiel die monetäre Bewertung und Bepreisung von Kunst.
Wir brauchen innovative, veränderungsbereite Unternehmer und Führungskräfte, die bereit sind, diese neuen Entwicklungen aktiv mit zu gestalten. Alles ist im Fluss und braucht seine Zeit. So erfordert die Anpassung an die neuen Regelungen ohne Zweifel die Einführung neuer Prozesse und Berichtsinstrumente innerhalb des Unternehmens, wie auch bei Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern. Und auch mit so manchen neuen Begrifflichkeiten werden wir uns auseinander setzen müssen. Ein Tribut an das Wissenszeitalter.
Dafür eröffnen sich aber auch reizvolle Chancen:
- das Bonitätsurteil der Banken kann aktiv beeinflusst werden
- Man kann mehr Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens erzeugen und
- Die Leistungsfähigkeit und Erfolgsaussichten des Unternehmens transparenter machen
- Der Mensch im Unternehmen erfährt eine neue Art der Wertschätzung
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