Teilzeit für Mann und Frau. Gleichheit und Verteilungsgerechtigkeit.

Frauen verdienen im Westen Deutschlands 25 Prozent weniger für genau die gleiche Arbeit wie Männer. Im Osten fehlen ihnen nur fünf Prozent, der Osten war schon immer gleicher. Der ärgerliche Einkommensunterschied im gesamten Bundesgebiet von 23 Prozent ist der fünftgrößte Abstand innerhalb der EU-Länder. Ein Grund sich für dieses Land

blher.jpgFrauen verdienen im Westen Deutschlands 25 Prozent weniger für genau die gleiche Arbeit wie Männer. Im Osten fehlen ihnen nur fünf Prozent, der Osten war schon immer gleicher. Der ärgerliche Einkommensunterschied im gesamten Bundesgebiet von 23 Prozent ist der fünftgrößte Abstand innerhalb der EU-Länder. Ein Grund sich für dieses Land zu schämen!

Die Politik, die das längst hätte ändern können, redet bis heute viel, tut aber nichts. Auch Frauen in Ministerposition – angefangen von Elisabeth Schwarzhaupt über Kohls Claudia Nolte, Angela Merkel, Rita Süßmuth, Ursula Schmidt, Ursula von der Leyen – haben keine Akzente gesetzt. Auch Christina Schröder hat nur Absichtserklärungen parat. In anderen Ländern wie in Frankreich, Kanada und Schweden gibt es längst gut greifende Gleichstellungsregeln.

Einen interessanten  Vorschlag macht jetzt Frau Professor Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin (WIZ). Sie schlägt vor, dass die vorhandene Arbeit so umverteilt werden soll, dass Männer und Frauen nur noch Teilzeit leisten. Wenn Männer und Frauen jeweils nur 30 Stunden in der Woche arbeiten und sich die Arbeit mit den Kindern und im Haushalt neu aufteilen, ist der Geschlechtergerechtigkeit Genüge getan.

Wenn alle nur Teilzeit arbeiten, reicht indessen der Verdienst nicht aus, um angemessen leben zu können. Allmendinger steht der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens zwar skeptisch gegenüber, was sie in einer Diskussion mit Professor Werner („dm“), einem der Hauptbefürworter dieser Lösung, hervorhob.

Aber das bedingungslose Grundeinkommen von vielleicht 800,00 Euro im Monat ist doch die perfekte Ergänzung zu einer besseren Verteilung der vorhandenen Arbeit unter den Geschlechtern. Nach Umfragen sollen 75 Prozent der Männer gern weniger arbeiten als heute, während die Frauen gern mehr täten.  Es wäre doch toll, beiden diesen Gefallen zu tun!

Mit der Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens entfällt das bisherige Rentensystem, das dem anstehenden großen Ansturm der Alten ohnehin nicht stand halten kann. Die Zeit ist reif, die Dinge zu Ende zu denken! Allmendingers Lösung der bloßen Verteilung der vorhandenen Arbeit unter den Geschlechtern braucht unbedingt die Ergänzung durch das bedingungslose Grundeinkommen mit dem automatischen Wegfall der staatlichen Rente. Denn mit einer geminderten Erwerbsleistung können beide, Männer wie Frauen, keinen über der gesetzlichen Grundsicherung liegenden Rentenanspruch mehr aufbauen.

Photo Quelle/Copyright: Matthias Balzer, via pixelio.de

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  1. Bei allem Respekt, aber treten sie da nicht in die ALG II Falle. Das mit dem Grundeinkommen ist doch H 4. Grundeinkommen ist zwar ganz hübsch zu lesen, aber wo ist der Haken! Genau, Leistungsanstöße müssen schon sein. Bei einem Grundlohn sind wir in der DDR wieder. Und das war bekanntlich voll daneben gegangen.